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    Die besten Filme des Jahres 2018 (von Markus Trutt)
    Von Markus Trutt — 20.12.2018 um 16:00
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    Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch täglich die Top-10-Liste eines FILMSTARTS-Mitarbeiters mit den besten Filmen, die 2018 regulär in den Kinos angelaufen sind. Heute präsentiert Serien-Chef Markus Trutt seine Top 10.

    2017 Twentieth Century Fox

    Das Kinojahr 2018 hat bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Mit „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ fing es absolut überragend an (lange hatte ich einen Film bei meiner persönlichen Sternevergabe nicht mehr mit der Höchstwertung bedacht). Und auch die folgenden Monate hielten so einige Perlen bereit, die mich ähnlich emotional mitrissen (ganz vorne mit dabei: „Your Name.“ und „The Florida Project“). Dennoch gab es diesmal auch gleich eine ganze Reihe Projekte, die große Vorfreude geschürt hatten, mich letzten Endes jedoch erstaunlich kalt ließen. Filme wie „Predator - Upgrade“ (das kann Shane Black echt besser!), „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ (wo ist der Zauber des verspielten ersten Teils?) und „Halloween“ (überraschend 08/15) waren mittelschwere bis große Enttäuschungen, die aber auch deswegen immerhin für so manche angeregte Diskussion in der Redaktion sorgten.

    Und sogar die für mich sonst so verlässlichen Marvel Studios legten dieses Jahr einen holprigen Start hin. Der abseits seines Titelhelden so dröge-formelhafte „Black Panther“ drohte die auch nach zehn Jahren noch immer in mir lodernde MCU-Fan-Flamme allmählich zum Erlöschen zu bringen. Zum Glück konnten die Avengers diese schon wenig später mit einer Wagenladung bombastischen Blockbuster-Benzins wieder kräftig zum Lodern bringen. Einfach nur eine verdammt gute Zeit hatte ich im Kino aber auch mit der virtuos inszenierten Over-The-Top-Action von „Mission: Impossible - Fallout“, dem atemberaubend in Szene gesetzten Irrsinn von „Spider-Man: A New Universe“ und „Deadpool 2“, der mir (okay, meinem pubertären Ich) vom grandiosen Bond-Vorspann bis hin zu den köstlichen Abspannszenen durchweg ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern konnte.

    Platz 1: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"

     „Brügge sehen… und sterben?“ gehört zweifellos zu meinen Lieblingsfilmen des „neuen“ Jahrtausends. Doch was Regisseur und Autor Martin McDonagh mit „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ abgeliefert hat, stellt selbst die herrliche tiefschwarze Gangster-Komödie noch einmal in den Schatten. Absurd-unterhaltsame Komik und rührende Tragik sind hier noch einmal besser ausbalanciert und gehen auf eine Weise Hand in Hand, wie ich sie nur selten gesehen habe. Bisweilen stellt McDonagh innerhalb einer Szene, ja sogar von einer Dialogzeile auf die nächste die Stimmung völlig auf den Kopf, ohne dass einer der Tonlagen Abbruch getan wird. Dazu legt er bei seinen fantastisch gespielten Figuren (McDormand, Rockwell und Harrelson nehmen sich hier nichts) und deren Entwicklung ein Feingefühl an den Tag, das seinesgleichen sucht. Hier greifen viele kleine Räder meisterlich ineinander – bis hin zum perfekt gesetzten Schlusspunkt.

    Platz 2: "Avengers: Infinity War"

    Nach dem langjährigen Aufbau und dem massiv angewachsenen Figurenensemble hatte ich die leise Befürchtung, dass „Avengers: Infinity War“ eigentlich nur in die Hose gehen (oder zumindest enttäuschen) kann. Doch haben mich die Russo-Brüder (wie zuvor schon bei „Captain America: Civil War“) eindrucksvoll eines Besseren belehrt. „Infinity War“ ist das, was man sich nach zehn Jahren MCU erhofft hat: die glorreiche Kulmination einer behutsam angetretenen Reise, der (vorläufige) Höhepunkt eines Mammutprojekts, das trotz gelegentlicher Ermüdungserscheinungen bis dato einfach beispiellos ist. Im Kampf gegen den wohl besten Marvel-Bösewicht, dem man stets abnimmt, dass er von seinem aberwitzigen Plan selbst völlig überzeugt ist, bekommt jeder der vielen Helden seine kleinen und großen Momente. Ihre Erlebnisse laufen die meiste Zeit zwar nebeneinander her, funktionieren aber dennoch bestens als Gesamtwerk ohne jeglichen Leerlauf, das in ein Finale mündet, bei dem auch ich meine Kinnlade erst wieder vom Boden des Kinosaals aufheben musste. Dabei war es mir in dem Moment völlig egal, ob man genau weiß, dass das Ganze so niemals stehengelassen wird, das Ende hat mich in seiner Wucht – wie tragischerweise auch viele der Helden – einfach nur weggeblasen.

    Platz 3: "Wind River"

    War es in „Hell Or High Water“ (2017 in meiner Bestenliste) noch das texanische Hinterland, das Taylor Sheridan in all seiner Unwirtlichkeit so greifbar werden ließ, gelingt dem Filmemacher in „Wind River“ (bei dem er diesmal auch selbst die Regie übernommen hat) das Gleiche nun mit der eisigen Einöde Wyomings. Mit einer stimmungsvoll bebilderten, unaufgeregten Erzählung erzeugt Sheridan ein intensives Gefühl für eine schrecklich-schöne Welt, die bedrohlich und trostlos ist, auf der anderen Seite aber auch ein verlockendes (wenn auch nicht einhaltbares) Versprechen von grenzenloser Freiheit andeutet. Die plötzliche Eskalation des Geschehens in all ihrer Schonungslosigkeit ist dank der so entschleunigt entwickelten Handlung dann erst recht ein heftiger Schlag in die Magengrube. Die anschließende Moral mag fragwürdig sein, ist als Teil des Gesamtkonzepts aber letztlich der einzig stimmige Ausgang für die verlorenen Figuren.

    Die weiteren Platzierungen

    Die besten Filme ohne deutschen Kinostart

    Downrange“ (Ryûhei Kitamura, USA 2017, Fantasy Filmfest/Heimkino)

    The Night Comes For Us“ (Timo Tjahjanto, Indonesien 2018, Netflix)

    Brawl In Cell Block 99“ (S. Craig Zahler, USA 2017, Heimkino)

     

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    Kommentare
    • Upwards and onwards
      Ich fand Wind River sehr spannend und sowohl Elisabeth Olsen als auch Jeremy Renner haben mmE sehr gut gespielt. Der Film würde zwar nicht in meinen persönlichen Top10 auftauchen, aber schlecht reden muss man ihn auch nicht.
    • Lionheart W.
      wind river? klar, schöne bilder, aber Elisabeth Olsens Rolle trägt weder zur Auflösung des Kriminalfalls bei, noch ist sie außer als Eyecatcher noch irgendwie nützlich. Renner gibt zwar gekonnt den markigen Jäger, in Szenen wo große Emotionen gefragt sind, stößt er aber schnell an seine darstellerischen Grenzen. insgesamt höchstens gute Videothekenkost!
    • Bruce Wayne
      Falls du dich nicht mehr daran erinnerst: Wir hatten eine extrem lange und ausführliche Diskussion zu dem Thema. Sie endete damit, dass du mich beleidigt hast und anfingst immer wieder die selben Argumente wie ein Mantra aufzuzählen. Ich habe keine Lust auf noch so eine Diskussion, und wenn man bedenkt, wie du dich sonst so in den Kommentarspalten gibst, ist der Begriff Troll doch eine relativ passende Bezeichnung für dich. Falls du mir garantieren könntest, bei der nächsten Diskussion konstruktiver an die Sache ranzugehen, dann gebe ich einer neuen Konversation gerne eine Chance.
    • TresChic
      Wenn man anderer Meinung ist, dann ist man in deinen Augen ein Troll. Tolle Ansicht. Ich dachte du bist belesen und kannst auch mal über den Tellerrand hinausdenken. Letztendlich geht es nur um Entertainment und zudem ist Kunst etwas, das keinen Einschränken darf und will.
    • Bruce Wayne
      Bin gerade nicht in der Stimmung für dein Trolling. Aber schön, dass du deiner Kunstfigur des ahnungslosen Naivlings treu bleibst.
    • TresChic
      Das ist so ein Art House Film Ist klar, dass der von Redakteuren favorisiert wird. Die fühlen sich dann immer als etwas Besonderes ;-) In Wahrheit blubbert der Film nur vor sich hin. Fallout hingegen ist eine Eisenfaust als Film - ein Meisterwerk, dass seinesgleichen sucht.
    • Schneehenry
      Fände ich auch interessant!Bei mir ist das ganz klar The Predator. Ich hatte schon ganz geringe Erwartungen, nachdem mir keiner der Trailer gefallen hat. Aber was da an falschen Entscheidungen getroffen wurde, ist der Wahnsinn. Der Film ist ein Debakel, eine Vollkatastrophe. Ich hab es nicht mal geschafft den Film zu Ende zu schauen. Als wirklich großer Fan des Originals (hab ihn bis heute bestimmt an die 40x gesehen), war ich unglaublich enttäuscht. Als der Predatorhund (WTF) gezähmt wurde, wars für mich gelaufen. Das I-Tüpfelchen bei diesem Franchise-Begräbnis
    • Thanos
      Haha er könnte Loki mit einer Hand zerkwetschen also von wegen kommt nicht an ihn ran loooool hast wohl den neusten Avangers nicht gesehen.
    • hunter_x
      Tolle Liste, bei mir würden three billboards und Infinity War wohl auch auf diesen Plätzen landen. Freue mich auch immer wenn ein Anime film vertreten ist, your name ist einfach fantastisch. Wind River und BlackKklansman muss ich unbedingt noch nachholen.
    • Gravur51
      Imo schon. Thanos hat einen Plan, eine Motivation. Loki führt doch vereinfacht gesagt „nur“ einen Auftrag aus in Avengers 1. und in anderen Filmen ist er dann weniger der Bösewicht.
    • Ben
      Thanos der beste Marvel-Bösewicht? Also an Loki kommt er doch nicht ran..
    • Mo
      It comes at Night :D !!! *Knutschi*
    • Sentenza93
      Wie so oft, eine verdiente Nummer 1.Und bei Black Panther, vollste Zustimmung.
    • Heiligertrinker
      auch da stimme ich dir absolut zu.Nur war der ja von 2017.Bezogen auf diese Jahr würde ich halt Wind River mit rein nehmen. Ob ich den jetzt besser oder schlechter finde kann ich kaum sagen.
    • Bruce Wayne
      Genau so würde ich Hell or high water beschreiben xD Ich fand seine vorhergehenden Filme wohl einfach besser.
    • Heiligertrinker
      Ich fand in erfrischend unaufgeregt und dennoch brutal verzweifelt.Aber gut. Jedem das seine.
    • Bruce Wayne
      Um ehrlich zu sein, fand ich Wind River ein wenig enttäuschend. Ich mag Sheridans Filme eigentlich, aber hier kam mir die gesamte Geschichte ein wenig zu formelhaft und vorhersehbar vor. Die einzige Szene, welche ich wirklich toll fand, war lediglich das emotionale Ende. Generell hätte man evtll. mehr aus dem Konzept rausholen können.
    • Heiligertrinker
      Wäre schön wenn die FS-Redaktion auch eine : 10 Enttäuschenden Filme 2018 bringen würde.Also Filme auf die man sich gefreut hat aber dann schlecht waren.
    • Heiligertrinker
      der war aber auch absolut genial.Wind River ist aber auch glaub ich noch verdient gut im rennen.
    • Bruce Wayne
      Three Billboards ist wohl der klare Favorit bei vielen der Redakteuren hier. Schön.
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