Ich mag Superheldenfilme, allerdings bevorzuge ich dann doch die knallbunten Popcorn-MARVEL-Filme gegenüber den doch immer sehr düsteren DC-Filmen. Und auch dieser hier ist sehr finster und dunkel, selbst die Anzüge der Superhelden sind dunkel, schwarz und grau dominieren den ganzen Film. Das passt zwar dann irgendwie auch wieder, da die Story an sich auch sehr düster ist. Selbst die vermeintlichen Superhelden sind eigentlich alles irgendwie psychische Wracks, von ihren eigenen Neurosen innerlich zerfressen oder einfach auch nach außen hin (wie . beim Comedian) offensichtliche Arschlöcher oder Idioten.
Im Grunde ist das auch gar kein richtiger Superheldenfilm, sondern vielmehr ein Verschwörungsthriller, in dem halt komische Figuren mitspielen. Dabei wirken auf mich viele der Kostüme ziemlich lächerlich und unfreiwillig komisch, der Einzige, der so halbwegs cool ist, ist Rorschach mit seinen wechselnden Mustern im Gesicht. Naja, die entspringen halt einem Comic, das ist schon okay so.
Ziemlich stark ist indes die Inszenierung von Zack Snyder, der hier eine sehr komplexe Geschichte in nahezu 3 Stunden Film komprimieren wollte. Dadurch werden einige Nebenhandlungen nur angedeutet und dann nicht weiterverfolgt, so ganz nebenbei baut er dann auch in die laufende Handlung die Origin Story eines jeden Superhelden ein. Dadurch zerfasert die Handlung immer wieder, Zack Snyder verliert den roten Faden oder das übergeordnete Ziel aus den Augen. Und im Grunde hätte man die Geschichte auch ein bisschen aufs Wesentliche eindampfen können und einen “normalen” 100-Minuten-Film machen können als so ein ausuferndes Mammutwerk hier. Dafür sind aber die Bilder, die der Regisseur erschafft, oftmals ziemlich beeindruckend, Mit viel Liebe zum Detail und wenig GreenScreen-Einsatz konstruiert er hier eine alternative Realität, die ein interessantes und spannendes Szenario bildet für die Geschichte.
Schauspielerisch ist das Alles auch einigermaßen solide. Zack Snyder verzichtet hier auf die großen Hollywood-Stars (außer Patrick Wilson vielleicht), großartige Schauspielkunst darf man hier nicht erwarten, das muss man aber auch nicht. Stilsicher werden zahlreiche zeitgenössische Musikstücke in die Handlung eingewoben, das ist oftmals ziemlich cool. Action ist eher rar gesät, es wird viel geredet, gerne auch in Monologen, dadurch zieht sich aber die ganze Angelegenheit schon ziemlich in die Länge. Überhaupt ist das eigentlich der größte Schwachpunkt des Films, 3 Stunden sind einfach zu lang für einen Kinofilm! Vor allem, wenn man inhaltlich eigentlich gar nicht so viel zu erzählen hat.
FAZIT: Desillusionierte, neurotische oder verbitterte Superhelden auf der Jagd nach einer großen Verschwörung. Das kann man cool finden oder nicht, aber auf jeden Fall werden hier eindrucksvolle Bilder gezeigt, die aber allein nicht ausreichen, einen fast dreistündigen Film zu tragen. Somit bleibt dann das Ganze auch nur solides Mittelmaß.