TV-Tipp: Diesen Klassiker muss jeder Fan von Agententhrillern gesehen haben – mit Christopher-Nolan-Star
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Heute Abend läuft ein sehr cooler 1960er-Film im Free-TV, den die britische Presse einst als den „‚James Bond 007 - Goldfinger‘ des denkenden Mannes“ bezeichnete. FILMSTARTS-Autor Oliver Kube findet, ihr solltet ihn euch nicht entgehen lassen.

Ipcress - Streng geheim“ läuft am heutigen 13. April 2025 um 20.15 Uhr auf arte. Wiederholungen folgen am 21. und 29. April um 15.55 Uhr beziehungsweise um 14.00 Uhr. Zudem steht der Thriller nach Ende der ersten Ausstrahlung als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ ist der FSK-12-Titel als Blu-ray/DVD* und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:

Schuften statt Frauen flachlegen

Viele jüngere Kinofans kennen Michael Caine hauptsächlich als charismatischen Nebendarsteller aus diversen Blockbustern von Christopher Nolan – etwa als Alfred Pennyworth, den treuen Butler von Bruce Wayne alias Batman aus der „The Dark Knight“-Trilogie, oder als NASA-Forschungschef John Brand in „Interstellar“. Doch der 1987 für „Hannah und ihre Schwestern“ sowie 2000 für „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ jeweils mit einem Oscar ausgezeichnete Brite war in jüngeren Jahren selbst ein gefragter Leading Man.

Einer der Filme, die ihn in den 1960ern zum Star machten, ist neben „Zulu“ und „Alfie“ der direkt zwischen diesen beiden Klassikern entstandene „Ipcress - Streng geheim“. Caine selbst bezeichnet ihn als seinen Liebling unter den eigenen Arbeiten.

Inszeniert von Sidney J. Furie („Superman IV - Die Welt am Abgrund“) war der Film als eine deutlich authentischere Alternative zu den immens populären, in Bezug auf ihre Action aber schon damals immer gigantischer und unrealistischer werdenden James-Bond-Filmen gedacht. Als Produzent agierte Harry Saltzman, der – ebenso wie Cutter Peter R. Hunt, Score-Komponist John Barry und Produktionsdesigner Ken Adam – auch am 007-Franchise mitarbeitete.

„Ipcress - Streng geheim“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Len Deighton („Nur über eine Leiche“) und ist deutlich ruhiger und auch langsamer ausgelegt als die große Konkurrenz. Das ist kein Nachteil, denn so sind wir als Zusehende viel mehr in die Handlung involviert und denken mit, anstatt – wie bei den Bond-Abenteuern – nur staunend zu konsumieren, wie von einem Mega-Setpiece zum nächsten gehetzt wird. Die Spannungssteigerung bis zum wahrlich packenden Finale gelingt viel eleganter und glaubwürdiger.

Wie unser Redakteur Björn Becher in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik anmerkt, baute Regisseur Furie geschickt Elemente aus dem Film-Noir-Sujet in sein Werk ein und ließ Chef-Kameramann Otto Heller („Peeping Tom“) viel Raum zur Erschaffung auch visuell interessanter Momente. Und Michael Caine? Der brillierte als Hornbrille tragender, eher zynischer, aber doch sehr effizienter Ermittler und eben nicht als frauenverschlingender Playboy. Trotzdem – oder gerade deshalb? – fand der Film ein dankbares Publikum. „Ipcress - Streng geheim“ war so erfolgreich, dass mit „Finale in Berlin“ (1966) und „Das Milliarden Dollar Gehirn“ (1967) noch zwei Sequels mit Caine als Geheimagent Harry Palmer folgten. Die sind ebenfalls sehenswert, erreichen aber nicht mehr ganz die Qualität des Starts der Reihe.

Ipcress - Streng geheim
Ipcress - Streng geheim
Starttermin 19. September 2021 | 1 Std. 48 Min.
Von Sidney J. Furie
Mit Michael Caine, Michael Murray (IV), Max Faulkner
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
3,1
Filmstarts
3,5

"Ipcress - Streng geheim": Das ist die Story

Harry Palmer (Michael Caine) ist Mitarbeiter im Geheimdienst ihrer Majestät. Sein Alltag besteht primär aus Observierungen und jeder Menge Papierkram. Dann versetzt ihn sein Boss Colonel Ross (Guy Doleman) eines Tages allerdings in die Abteilung von Major Dalby (Nigel Green), wo er einen kürzlich von Unbekannten ermordeten Mitarbeiter ersetzen soll.

Dalby und seine Leute suchen den plötzlich verschwundenen Atomwissenschaftler Radcliff (Aubrey Richards) mit der Befürchtung, er sei entweder entführt worden oder zu den Russen übergelaufen. Nach diversen Sackgassen stößt Palmer auf ein Tonband mit der Aufschrift „Ipcress“ und gerät mitten hinein in eine perfide Verschwörung. In deren Sog landet er unvermittelt auf den Abschusslisten einer Verbrecherorganisation sowie der US-Kollegen von der CIA …

Ein Jahr nach „Ipcress - streng geheim“ war Michael Caine bei den legendären Filmfestspielen von Cannes zu Gast. Und danach fünf Dekaden lang nicht mehr. Der Grund: Der Mime war beleidigt, dass seine schauspielerische Leistung in einem seiner größten Hits nicht mit einem Preis gewürdigt wurde. Im folgenden Artikel lest ihr alles über diese kuriose Anekdote und erfahrt natürlich auch, welcher Klassiker der Auslöser für diese war:

"Der Film gewann einen Preis, aber ich nicht": Michael Caine hat fast 50 Jahre lang das wichtigste Festival der Welt boykottiert – weil er beleidigt war

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