Der 2018 gestorbene Bernardo Bertolucci zählt zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte. In seiner italienischen Heimat wurde er um 1970 mit den Politdramen „Die Strategie der Spinne“ und „Der große Irrtum“ bekannt, bald darauf begann er mit internationalen Stars und auf Englisch zu drehen: Mit Marlon Brando in der Hauptrolle entstand der Skandalfilm „Der letzte Tango in Paris“, mit Robert De Niro und Gérard Depardieu das Epos „1900“.
Nachdem es Anfang der 80er Jahre etwas still um Bertolucci geworden war, erhielt er als einer der ersten Filmemacher aus dem Westen die Gelegenheit, in China zu drehen. In der Verboten Stadt, Jahrhundertelang der Palast der chinesischen Machthaber, drehte Bertolucci „Der Letzte Kaiser“, in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Kameramann Vittorio Storaro, dessen spektakuläre Bilder einer der Hauptgründe für den weltweiten Erfolg des Films waren.
Ab dem 1. Juli 2025 könnt ihr euch selbst von den Qualitäten des Epos überzeugen, wenn der Klassiker im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe noch einmal im Kino laufen wird.
Darum geht es in "Der Letzte Kaiser"
1950, nach der Machtergreifung der Kommunisten um Mao Zedong, wird Pu Yi (John Lone) in ein Umerziehungslager geschickt. Ein einfacher Bürger ist der Mitvierziger inzwischen, bei seiner Geburt war er designierter Kaiser. In Rückblenden wird nun erzählt, wie der kleine Pu Yi 1908 in der Verbotenen Stadt in Beijing zum Kaiser erklärt wird und inmitten eines gigantischen Palasts, der für ihn zunehmend zu einem Gefängnis wird, aufwächst.
Außerhalb der Mauern des Palastes haben politische Umwälzungen die alte Ordnung hinweggefegt, innerhalb der Mauern lebt Puyi mit seinem Hofstaat. Der schottische Lehrer Reginald Johnston (Peter O’Toole) bringt den Kaiser mit westlichen Gedanken in Kontakt, weckt seine Neugier und den Wunsch, den Palast zu reformieren.
Ein spektakuläres Epos, gedreht in der Verbotenen Stadt
Jahrhundertelang durfte kein gewöhnlicher Bürger die Verbotene Stadt betreten, ein riesiger Palastkomplex im Herzen der chinesischen Hauptstadt Beijing. Mitte der 80er Jahre, als China sich nach dem Ende der Herrschaft Mao Zedong zu öffnen begann, ändert sich das für wenige Jahre. Bernardo Bertolucci nutzte diese Gelegenheit für ein bildgewaltiges Epos, das trotz der spektakulären Bilder weit mehr ist als nur ein hübsches Bilderbuch.
Denn im Schatten der überwältigenden Bilder erzählt Bertolucci die tragische Geschichte eines Mannes, der ohne sein Zutun zum Spielball der Geschichte wird, der erst im Korsett des Hoflebens gefangen ist, später als Marionette der japanischen Besatzer dient und erst in den letzten Jahres seines Lebens, als einfacher, bescheidener Bürger, zu sich selbst findet.
Ein spektakuläres Historien-Epos, dass bei der Oscar-Verleihung 1988 als Bester Film, für die Beste Regie, die Beste Kamera und mit sechs weiteren Trophäen ausgezeichnet wurde.
FILMSTARTS präsentiert: Die "Best Of Cinema"-Reihe
Die Verleiher StudioCanal, Capelight Pictures, Tobis, X-Verleih und Warner Bros. bringen in der Programmreihe „Best Of Cinema“ mit Unterstützung von FILMSTARTS Kultfilme und Klassiker auf die Kinoleinwand zurück. Ihr wollt „Der letzte Kaiser“ auf keinen Fall verpassen? Dann nehmt einfach an unserem FILMSTARTS-Gewinnspiel auf Instagram teil:
Wir verlosen gemeinsam mit StudioCanal insgesamt 10x2 Tickets für die Wiederaufführung. Die Gewinner*innen werden unter allen Kommentaren ermittelt, die bis zum 23. Juni 2025 um 23.59 Uhr gepostet wurden.
In den kommenden Monaten erwarten euch dann übrigens Klassiker wie Steven Spielbergs „Der Weiße Hai“, Jonathan Demmes legendärer Thriller „Das Schweigen der Lämmer“, mit Anthony Hopkins und Jodie Foster“ und zu Weihnachten der Klassiker „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
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