"Er macht mich nervös": Stephen King verbietet dieser berüchtigten Hollywood-Größe, seine Bücher zu verfilmen
Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.

Prinzipiell hat der Horror-Autor Stephen King nichts gegen die Verfilmung seiner Werke und hat schon häufig die Rechte daran verkauft – außer ein gewisser Jon Peters hat seine Finger im Spiel.

Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.

Eine Leserschaft in Millionenhöhe begeistert US-Horrorautor Stephen King seit nunmehr über fünf Jahrzehnten. In dieser Zeit wurden mehr als 100 von Kings Romanen, Novellen und Kurzgeschichten in Filmen und Serien adaptiert und dies teilweise von so namhaften Regie-Größen wie Brian De Palma („Carrie“), John Carpenter („Christine“) und Stanley Kubrick („Shining“). Doch unter diesen Verfilmungen verbergen sich auch etliche B-Movies und Film-Flops, man denke nur zurück an die „Kinder des Zorns“-Filmreihe.

Stephen King nimmt unterdessen wenig bis keinen Einfluss darauf, ob und von wem seine Werke verfilmt werden, sondern tut lediglich öffentlich seine Begeisterung oder bisweilen auch Enttäuschung über das Ergebnis kund. Dem Far Out Magazine verriet King aber vor kurzem, dass es eine Ausnahme gebe – einen Typen, dessen Finger er bei keiner Adaption seiner Werke im Spiel haben möchte: Jon Peters.

Streisand-Lover, Geldverschwender, Trump-Supporter

Wer ist denn nun dieser Jon Peters? In den 1970ern betrieb John Peters als Friseur einige Haarsalons in Los Angeles und traf so auf verschiedene Hollywood-Größen, darunter Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand. Die beiden begannen eine Beziehung, und Jon Peters produzierte bald ihr Remake von „A Star is Born“ (1976) mit.

Schon damals haftete Peters der Ruf an, recht exzentrisch zu sein. Das griff Regisseur Paul Thomas Anderson beherzt und urkomisch in seinem Film Licorice Pizza“ auf, in dem Jon Peters von Bradley Cooper als wahnsinniger Egomane mit kurzer Zündschnur verkörpert wird (siehe Artikelbild). Wer dieses Meisterwerk noch nicht geschaut hat, findet es übrigens bei Amazon Prime Video:

Einige Hits, aber auch kostspielige Flops

In den 1980ern an ging es weiterhin steil bergauf für Peters, der als Produzent an Film-Hits wie „Flashdance“, „Caddyshack“ und „Die Hexen von Eastwick“ mitwirkte. Mit seinem Kumpel Peter Guber wurde er Ende des Jahrzehnts von Sony angeheuert, um die Produktionsfirma Columbia Pictures zu leiten.

Doch dieser Deal endete nach einigen kostspieligen Flops mit einem Verlust von über 3 Milliarden US-Dollar für Sony, wie 1996 das Buch „Hit and Run: How Jon Peters and Peter Guber Took Sony for a Ride in Hollywood*“ (zu Deutsch: „Wie Jon Peters und Peter Guber Sony in Hollywood über den Tisch zogen“) detailliert ausführte.

Und auch in den vergangenen Jahren bekleckerte sich Jon Peters nicht mit Ruhm: 2017 empfing er einen Journalisten von The Hollywood Reporter zum Interview und bestätigte, dass er von Warner Bros. einst über 10 Millionen US-Dollar erhielt, um sich von der Superman-Verfilmung „Man Of Steel“ einfach fernzuhalten. Zugleich tat er seine Bewunderung für Donald Trump kund und bezeichnete sich selbst als den „Trump von Hollywood“.

Wilder Aktionismus, nein Danke

Es gäbe etliche weitere Geschichten über Jon Peters zu erzählen, aber alle laufen darauf hinaus, dass er unberechenbar, überbezahlt und wenig vertrauenswürdig sei. Dies muss auch Stephen King klar gewesen sein. Dem Far Out Magazine erzählte er, dass Jon Peters einst die Verfilmungsrechte an dem Roman „Dead Zone“ erwerben wollte, er dies aber abgelehnt habe: „Ich sah das nicht ein, denn er macht mich nervös. Ich glaube nicht, dass er Filme aus irgendeinem anderen Grund macht, als einfach etwas zu tun.“

Weiter erklärte King, worauf es ihm beim Verkauf der Verfilmungsrechte im Mindesten ankomme: „Man verkauft sie nicht, nur um Geld zu verdienen, sondern man versucht, sie an jemanden zu verkaufen, der gute Arbeit damit leistet.“

Von einem skandalumwitterten Meisterregisseur wünscht sich Stephen King übrigens bis heute vergeblich eine Adaption einer seiner Geschichten. Um wen es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Der talentierteste Regisseur der Welt": Stephen King wünscht sich, dass dieser Skandal-Filmemacher eines seiner Bücher verfilmt

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