Der berühmteste Western der Filmgeschichte wäre ohne sie nicht derselbe: "Spiel mir das Lied vom Tod"-Star Claudia Cardinale ist tot
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Kino aus aller Welt ist wie reisen, ohne vom Sofa aufzustehen. Fremde Kulturen und neue Sichtweisen – davon kann man nie genug haben.

Claudia Cardinale zählt zu den legendärsten Schauspielerinnen des europäischen Films und brannte sich mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ ins kollektive Gedächtnis. Am 23. September 2025 ist die Darstellerin nun im Alter von 87 Jahren gestorben.

Paramount Pictures

Claudia Cardinale ist am 23. September 2025 im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte ihr Agent vor wenigen Stunden der französischen Nachrichtenagentur AFP mit. Doch wer war die Italienerin mit den ausdrucksstarken Augen, die vielen Filmfans wohl auf ewig als Jill McBain aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ in Erinnerung bleiben wird?

Am 15. April 1938 im damals noch zum Französischen Protektorat gehörenden Tunis geboren, wuchs Claudia Cardinale im heutigen Tunesien auf. Sie sprach Französisch und Arabisch sowie auch Sizilianisch, schließlich hatten ihre Eltern beide italienische Wurzeln. Zur Schauspielerei kam sie zunächst nur durch einen Zufall, denn sie wurde 1957 zur „schönsten Frau Tunesiens“ gewählt und im Zuge dessen zu den Filmfestspielen von Venedig eingeladen. Dort wurden Filmschaffende schließlich auf die junge Frau aufmerksam.

Es dauerte nicht lange, da erhielt sie auch schon ihre erste Leinwandrolle – in „Goha“ (1958) an der Seite von Hollywood-Legende Omar Sharif („Lawrence von Arabien“). In den folgenden Jahren eroberte sie die Filmwelt im Sturm, spielte beispielsweise allein im Jahr 1963 unter anderem an der Seite von Alain Delon und Burt Lancaster („Der Leopard“) und Peter Sellers („Der rosarote Panther“) und prägte obendrein einen der berühmtesten Filme der italienischen sowie auch französischen Kinogeschichte: Federico Fellinis „Achteinhalb“.

Claudia Cardinale als Jill McBean in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Paramount Pictures
Claudia Cardinale als Jill McBean in „Spiel mir das Lied vom Tod“.

In „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Sergio Leone gelang es ihr fünf Jahre später zudem, sich als verwitwete Siedlerin Jill McBain in der besonders männerbestimmten Domäne des Western-Kinos mit einer Darbietung für die Ewigkeit zu einer bis heute verehrten Ikone innerhalb des Genres aufzuschwingen.

Claudia Cardinale stand bis vor wenigen Jahren vor der Kamera

Was viele nicht wissen: Eine ungeplante Schwangerschaft stellte die Schauspielerin einst vor die große Herausforderung, ihre zu jenem Zeitpunkt steil bergauf verlaufende Karriere mit ihrem privaten Glück zu vereinen. Während ihr Sohn Patrick zunächst bei Familienangehörigen aufwuchs und lange gar nicht wusste, wer seine Mutter ist, startete Claudia Cardinale durch und etablierte sich als Größe des europäischen Films – die bis 2022 vor der Kamera stand.

Zuletzt gesehen haben könntet ihr sie so etwa im hierzulande direkt bei Netflix erschienenen Mix aus Action-Thriller und Milieu-Drama „Banden von Marseille“. Ihr letzter Film („The Island Of Forgiveness“) spiegelt passenderweise durchaus auch ihre eigene Geschichte wider, handelt das Drama doch von einem gebürtigen Tunesier mit italienischen Wurzeln, der in Italien erfolgreich wird. In Deutschland wurde der Film bislang jedoch nicht veröffentlicht.

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