TV-Premiere: Ein ungewöhnlicher Vampirfilm für Fans vom "Wednesday"-Macher - aber die Sendezeit ist eine Frechheit!
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

Heute Nacht läuft im ZDF eine kleine Vampir-Arthouse-Perle – mit einer Vampirin, die nicht gern Menschen tötet.

Schon immer war die Figur des Vampirs auch eine romantische – eine verlorene Seele in der Nacht, ein auf ewiges Leben verdammtes Wesen, das sich am Leben anderer nährt. Wenig verwunderlich ist es da, dass er folglich auch Gegenstand immer neuer Interpretationen wurde: Längst ist der Vampir nicht mehr nur blutrünstiges Monster, sondern der Vampirfilm ist um viele Facetten reicher als nur die des blutigen Horrors.

Wir kennen die Twinkle-Twinkle-„Twilight"-Romance-Version ebenso wie den mit sich ringenden Louis de Pointe du Lac (Brad Pitt) in „Interview mit einem Vampir" oder die intellektuellen und kunstliebhabenden Adam und Eve (Tom Hiddleston und Tilda Swinton) in Jim Jarmuschs „Only Lovers Left Alive".

Und heute Nacht läuft im ZDF mit „Feinfühlige Vampirin sucht lebensmüdes Opfer” eine weitere, noch dazu sehr originelle, Uminterpretation der Vampirfigur – allerdings zu einer absoluten unverschämten Sendezeit, nämlich um 3.10 Uhr! Wer um diese Uhrzeit lieber schläft, kann sich den Film als Blu-ray* auf Amazon holen oder auf Amazon Prime Video kaufen bzw. leihen.

Die Vampirin als Vegetarierin

Die Prämisse von „Feinfühlige Vampirin sucht lebensmüdes Opfer” ist schon eine recht amüsante: Sasha (Sara Montpetit) ist die jüngste Brut ihrer Vampirfamilie – doch schon früh zeigt sich, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Wo nämlich Blutdurst einsetzen sollte, wird bei ihr Mitleid aktiviert. Bei Horrorfilmen hält sie sich die Augen zu und Menschen töten fürs Überleben? Auf keinen Fall.

So kommt es, dass sie ihr Blut lieber aus Plastikbeuteln trinkt – was ihre Mutter Georgette (Sophie Cadieux) gar nicht gern sieht. Kurzerhand wird Sasha zu ihrer Cousine Denise (Noémie O'Farrell) gesteckt, in der Hoffnung, dass sie dann endlich zu jagen und sich selbst zu versorgen beginnt. Auch beim Anblick der heiter mordenden Denise wollen Sashas Zähne noch nicht so recht aktiv werden... Doch dann begegnet sie dem suizidalen Paul (Félix-Antoine Bénard) und ihr kommt eine Idee...

Morbider Arthouse-Spaß

Man muss sich schon sehr wundern über die Entscheidung des ZDF, die TV-Premiere von „Feinfühlige Vampirin sucht lebensmüdes Opfer” ausgerechnet auf drei Uhr nachts zu legen. Es mag zwar der ein oder andere Tropfen Blut zu sehen sein, auch ein paar nette Überraschungen gibt es, besonders brutal ist der Film allerdings nicht.

Vielmehr überzeugt der Film durch eine angenehm morbid-skurrile Atmosphäre und einen leicht lakonischen Unterton, der eher in die Richtung eines Tim Burton oder von „Wednesday" weist. Und genau darin liegt der Reiz: Ein Vampirfilm, der nicht auf Schrecken, sondern auf Charme setzt – mit einer Heldin, die gegen ihre eigene Natur anrennt und damit das Genre auf herrlich schräge Weise bereichert.

Wer also Lust auf eine Vampir-Variation mit Biss und Witz hat, sollte sich diesen Geheimtipp nicht entgehen lassen – und bis es um drei Uhr losgeht, könnt ihr die Vampir-Filmnacht ja schon mal mit diesem Streaming-Tipp beginnen:

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