"Das langweiligste Stück Müll": Hollywood-Ikone war sich sicher, dass einer der besten Abenteuerfilme aller Zeiten zum Scheitern verurteilt ist
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor über 70 Jahren kam ein Abenteuer-Klassiker mit zwei Ikonen des damaligen Hollywoods erfolgreich in die Kinos – obwohl die Dreharbeiten nicht gerade einfach waren. Die Hauptdarstellerin hoffte sogar, dass die Produktion abgebrochen wird!

Katharine Hepburn war eine der größten Schauspielerinnen Hollywoods – das zeigt sich schon darin, dass sie mit vier gewonnen Oscars als Beste Hauptdarstellerin bis heute einen Rekord hält!

Kaum zu glauben, dass ihr Filme wie „Leoparden küsst man nicht“ (1938) – der längst als Meilenstein der Screwball-Komödie gilt, damals aber an den Kinokassen durchfiel – zwischenzeitlich den Ruf einbrachten, bei ihr handele es sich um Kassengift. Schließlich ist ihre Vita randvoll mit Hits und Klassikern, darunter auch African Queen“, der sie im Jahr 1951 mit einer anderen Ikone der Traumfabrik zusammenbrachte: Humphrey Bogart („Casablanca“).

African Queen
African Queen
Starttermin 19. August 1958 | 1 Std. 46 Min.
Von John Huston
Mit Humphrey Bogart, Katharine Hepburn, Robert Morley
User-Wertung
4,0
Filmstarts
5,0

Wir von FILMSTARTS.de vergeben die seltene Höchstwertung von fünf Sternen für die Mischung aus Abenteuer und romantischer Komödie, in der ein rauer Kapitän und eine fromme Missionarin den Ersten Weltkrieg gemeinsam an Bord eines Dampfbootes im Herzen Afrikas überstehen müssen.

In unserer offiziellen Kritik heißt es:[John] Huston […] schuf ein Meisterwerk der Filmkunst, in dem er ein ausgewogenes Maß an Tragik, Romanze und Komödie fand, das an Spannung nie verliert und zudem von humorvollen und intelligenten Dialogen lebt.“

„African Queen“ wurde zum vierterfolgreichsten Film des Jahres, die Kritiker*innen überschlugen sich mit Lob und Bogart erhielt den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Weitere Nominierungen gingen an Regisseur Huston, Hepburn sowie das Drehbuch. Ausgerechnet Hepburn war sich allerdings lange sicher, dass der Film ein absolutes Desaster wird. Das hat sie in ihrem Buch „The Making Of The ‚African Queen‘: Or, How I Went To Africa With Bogart, Bacall And Huston And Almost Lost My Mind“ gestanden, das sich der zuweilen chaotischen Entstehung des Abenteuer-Meilensteins widmet.

Zum einen fand Hepburn das Drehbuch alles andere als aufregend – man kann nur munkeln, dass es die Beteiligung von Bogart und Huston war, die sie vom Mitmachen überzeugt hat –, dann erwiesen sich die Dreharbeiten als durchaus herausfordernd. Denn ein großer Teil des Drehs fand tatsächlich in der Wildnis Afrikas statt – darunter im damaligen Belgisch-Kongo sowie in Uganda –, und es dauerte nicht lange, bis die meisten Crew-Mitglieder krank wurden. Grund war wohl der Konsum von Wasser, das nicht richtig gereinigt wurde. Hepburn konnte nach eigenen Angaben kaum damit aufhören, sich zu erbrechen. Zu einem weiteren gefährlichen Moment kam es, als beinahe der Kessel eines Dampfbootes herabgefallen wäre und die Schauspielerin zerquetscht hätte.

Far Out Magazine zitiert die „Traum meines Lebens“-Darstellerin mit folgenden Worten: „Nachmittags, wenn es zu heiß war, um etwas anderes als ein Nickerchen zu machen, ging ich in mein Zimmer und studierte das Drehbuch. Ich muss dazu sagen, dass mich dieses schreckliche Gefühl jedes Mal überkommt, wenn ich mich dann endlich entschieden habe, [einen bestimmten Film] zu machen. Ich starre und starre auf die Seiten, und ich beginne zu denken, dass es das langweiligste Stück Müll ist, mit dem ich mich jemals beschäftigen könnte.“

Katharine Hepburn hoffte, dass der Dreh abgebrochen wird

Bald wünschte sie sich sogar, dass all die kleineren und größeren Katastrophen dazu führen würden, die Produktion endgültig zu stoppen. „Ich hoffte, dass etwas Schreckliches passiert und ich nicht vor die Kamera muss“, so Hepburn. „Es schien mir völlig langweilig, und ich schlief beim Lesen immer wieder ein. Was für ein Chaos.“ Bekanntlich – und Gott sei Dank – kam es zu keinem Abbruch der Dreharbeiten …

… die im direkten Vergleich zu einem anderen im Dschungel angesiedelten Abenteuer ohnehin fast schon harmlos waren! Die ganze Geschichte lest ihr im nachfolgenden Artikel:

Morddrohungen, Flugzeugabstürze und Selbstverstümmelung mit der Motorsäge: So katastrophal war der Dreh eines weltberühmten Abenteuerfilms

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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