Jahr für Jahr stimmt die Academy Of Motion Picture Arts And Sciences, die mittlerweile über 10.000 Mitglieder zählt, über die Vergabe des noch immer wichtigsten Filmpreises der Welt ab: den Oscar. Die Entscheidungen mögen dabei immer wieder umstritten sein – doch meistens sind sie immerhin eindeutig. In diesem Jahr hieß der große Sieger „Anora“ (sechs Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie und Beste Hauptdarstellerin), während Adrien Brody für „Der Brutalist“ seine zweite Goldtrophäe als Bester Hauptdarsteller entgegennahm. Kieran Culkin („A Real Pain“) und Zoë Saldaña („Emilia Pérez“) waren in den Nebenrollen-Kategorien siegreich.
Doch einige wenige Male ist es in der Oscar-Geschichte vorgekommen, dass es zu keiner einstimmigen Entscheidung gekommen ist – und zwei Gewinner in ein und derselben Kategorie verkündet wurden. Insgesamt sechs solcher Fälle sind bekannt, die meisten in Nebenkategorien. Doch zwei Mal mussten sich auch schon Schauspieler*innen ihren großen Moment auf der Oscar-Bühne teilen...
James Bond oder Post-9/11-Thriller? Warum nicht beides?
Aber der Reihe nach: Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einem Unentschieden. Damals ging die Auszeichnung im (mittlerweile abgeschafften) Bereich Bester Tonschnitt sowohl an „James Bond 007 - Skyfall“ als auch an Kathryn Bigelows War-on-Terror-Thriller „Zero Dark Thirty“. Davor, im Jahr 1995, gab es gleich zwei Beste Kurzfilme – „Franz Kafka‘s It's A Wonderful Life“ und „Trevor“.
Auch im dokumentarischen Bereich gab es gleich zwei Pattsituationen: Im Jahr 1987 ging der Academy Award für den Besten Dokumentarfilm an „Artie Shaw: Time Is All You‘ve Got“ und „Down And Out In America“, während 1950 die Kurzdokus „A Chance To Live“ und „So Much So Little“ in ihrer Kategorie gemeinsam gewannen.
Erst mussten sich zwei Schauspieler ihren Oscar-Gewinn teilen ...
Doch am einschneidendsten waren natürlich die beiden Fälle, in denen sich zwei Personen einen Oscar für Schauspielerei teilen mussten: Das erste Mal trat dieses Ereignis im Jahr 1932 ein – bei der insgesamt erst fünften Verleihung überhaupt! Hier standen in den Schauspiel-Kategorien noch lediglich drei Kandidat*innen zur Auswahl (heute sind es fünf) – und zwei wurden zum Besten Hauptdarsteller gekürt: Fredric March für seine Leistung in der Horror-Adaption „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ sowie Wallace Beery für „The Champ“.
Auf der Bühne stand allerdings nur March – erst im Nachgang der Verleihung wurde festgestellt, dass Beery in der Auszählung nur eine Stimme zurücklag. Theoretisch müsste diese Stimme eigentlich gereicht haben, doch praktisch bekam auch Beery rückwirkend einen Award zuerkannt – warum genau, lässt sich fast 100 Jahre später wohl nicht mehr vollumfänglich rekonstruieren...
... und dann zwei Schauspielerinnen an völlig unterschiedlichen Punkten ihrer Karriere!
Zwei Schauspielerinnen wiederum mussten sich ihre Trophäe im Jahr 1969 teilen – wenn auch unter denkbar unterschiedlichen Voraussetzungen: Katharine Hepburn erhielt für „Der Löwe im Winter“ bereits ihren dritten Oscar (später brachte sie es auf insgesamt vier, womit sie bis heute einen Rekord hält!), wobei sie sich schon von den zwei Siegen davor nicht sonderlich beeindrucken ließ – und der Zeremonie einmal mehr fernblieb
Leinwand- und Gesangs-Ikone Barbra Streisand wiederum hatte in dem Musical „Funny Girl“ ihre allererste Kinorolle überhaupt gespielt, und so muss der Oscar-Gewinn im selben Jahr für sie ein gigantischer Moment gewesen sein. Zwar hat sie das nie öffentlich zugegeben, aber wir würden uns wundern, wenn nicht auch ein wenig Enttäuschung im Spiel gewesen ist, als sie erfuhr, dass sie diesen Karriere-Höhepunkt mit Veteranin Hepburn teilen muss...
Wisst ihr eigentlich, welcher Meisterregisseur öfter als jeder andere mit dem Oscar prämiert wurde? Ihr erfahrt es im nachfolgenden Artikel:
Weder Steven Spielberg noch Clint Eastwood konnten seinen Rekord brechen: Dieser Meisterregisseur gewann mehr Oscars als jeder andere Filmemacher