"Ich hatte solche Angst": Meryl Streep war sich sicher, dass sie dieser Rolle nicht gewachsen ist – später erhielt sie dafür eine Oscar-Nominierung!
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Selbst Hollywood-Ikone Meryl Streep war einst überzeugt, eine Rolle nicht meistern zu können. Bei den Dreharbeiten zu einem ihrer ikonischsten Filme stand sie kurz davor, aufzugeben – ausgerechnet wegen ihrer Stimme.

Sie gilt als wandelbar wie kaum eine andere: Meryl Streep, die Grande Dame des Kinos, die sich mühelos von der eiskalten Miranda Priestly in „Der Teufel trägt Prada“ zur singenden Donna in „Mamma Mia!“ verwandeln kann. Doch auch eine Schauspielerin von ihrem Kaliber kennt Momente der Unsicherheit – und einer davon hätte ihre Karriere beinahe entscheidend geprägt.

Anfang der 1980er-Jahre, nur wenige Jahre nach ihrem Leinwanddebüt, erhielt Streep die Hauptrolle in dem britischen Drama „Die Geliebte des französischen Leutnants“ von Regisseur Karel Reisz. Das Drehbuch stammte von keinem Geringeren als dem renommierten Dramatiker Harold Pinter, die literarische Vorlage von John Fowles galt als Meilenstein der modernen Literatur. Für die junge Schauspielerin lag die Messlatte damit hoch – zu hoch, wie sie damals selbst glaubte. „Ich habe solche Angst. Ich bin so verängstigt vor etwas, das mir so wichtig ist“, soll sie laut Freunden gestanden haben.

Vom Lampenfieber zur Legende

Ihr größter Gegner war dabei nicht etwa die komplexe Handlung des Films, sondern der Akzent. Streep musste als Amerikanerin mit makellosem britischem Englisch auftreten – eine Herausforderung, die selbst Regisseur Reisz ins Grübeln brachte. „Meryl war anfangs sehr besorgt“, erinnerte er sich später. „Wir hatten sogar überlegt, bei einigen Szenen Lippen-Synchronisation zu verwenden, falls es gar nicht funktionieren würde“ (via Farout Magazine). Doch Streep lies sich nicht von Angst aufhalten. Mit eiserner Disziplin und unermüdlichem Training verwandelte sie ihre Unsicherheit in Präzision.

Sie überzeugte Publikum und Kritiker derart, dass sie für ihre Leistung prompt eine Oscar-Nominierung erhielt (übrigens eine von 21, die sie bis heute zur Rekordhalterin machen!). Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet jene Rolle, vor der sie sich so gefürchtet hatte, war eine wichtige Station auf ihrem Weg zur Schauspiel-Ikone. Heute gilt Meryl Streep als Meisterin der Dialekte, ihre Stimme ist im englischen Original, aber auch durch Synchronsprecherin Dagmar Dempe als unverwechselbares Markenzeichen in die Filmgeschichte eingegangen.

Was Meryl Streep ansonsten noch an Filmsets erlebt hat, beispielsweise mit Clint Eastwood, lest ihr hier:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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