Das vielleicht größte Kino-Epos unserer Zeit droht in der Versenkung zu verschwinden – und nie veröffentlicht zu werden!
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Zu verrückt? Gibt es nicht! Wo Neues entsteht, beginnt für Daniel Kino, das sich ins Gedächtnis brennt. Je schräger und verrückter, desto besser!

Terrence Malick zählt zu den außergewöhnlichsten und spannendsten Regisseuren der letzten Jahrzehnte. Sein Opus magnum könnte „The Way Of The Wind“ werden – doch ob das bereits gedrehte Bibel-Epos jemals erscheint, ist fraglich.

New Line Cinema

Was lange währt… ward nie gesehen? Bereits seit 2019 arbeitet Meisterregisseur Terrence Malick an seinem potentiellen Opus magnum „The Way Of The Wind“. Was dem Titel nach genauso gut ein Kapitel von James Camerons „Avatar“-Saga sein könnte, ist in Wahrheit ein Bibel-Epos gigantischen Ausmaßes – oder besser gesagt: Es sollte eines werden. Ob wir den Film aber jemals zu sehen bekommen, scheint momentan alles andere als sicher.

Nachdem wir bereits vor über sechs Jahren erstmals von dem Projekt berichteten, folgten 2023 endlich neue Details. Damals verriet Darsteller Mathieu Kassovitz (auch bekannt als Regisseur von „Hass“ und „Die purpurnen Flüsse“) unter anderem: Terrence Malick drehte für „The Way Of The Wind“ mehr als 3000 (!) Stunden Material. Zum Vergleich: Für die „Herr der Ringe“-Trilogie von Peter Jackson sollen „nur“ 1300 Stunden entstanden sein.

In Anbetracht dieses Umfangs hoffte Kassovitz damals, mit seiner Rolle am Ende überhaupt noch im finalen Film vertreten zu sein. Schließlich ist Malick dafür berüchtigt, dass selbst die Szenen von großen Stars auf dem Boden des Schneideraums landen. Zwei Jahre später müssen wir nun allerdings befürchten, das Werk überhaupt gar nie zu sehen zu kriegen.

Steckt "The Way Of The Wind" in der (Post-)Produktionshölle?

Wie der Telegraph nun berichtet, stecke das Projekt während seiner Postproduktion in der oft zitierten Produktionshölle. War zunächst von einer Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes 2025 die Rede, nahm Malick allen darauf Hoffenden bereits vor einiger Zeit den Wind aus den Segeln. Der Film sei „noch nicht ansatzweise fertiggestellt“, hieß es so vor einigen Monaten. An diesem Zustand scheint sich bis jetzt nicht viel geändert zu haben.

Laut Produzent Alex Boden sei der Regisseur „sehr glücklich“ damit, aktuell an dem Projekt zu arbeiten. Doch auch sechs Jahre nach den Dreharbeiten ist fraglich, ob der 2019 noch unter dem Titel „The Last Planet“ gedrehte Film jemals das Licht der Welt (oder besser: der Leinwand) erblicken wird.

Erste Details versprechen ein einzigartiges Mammutwerk

Auch wenn das Projekt im Laufe der Zeit schon ein Stück weit in Vergessenheit geraten ist, gibt es bereits einige Informationen zur alles andere als plumpen Nacherzählung der altbekannten Jesus-Geschichte, die außergewöhnliches, großes Kino erahnen lassen. Aber gut, dafür ist Malick mit seinen philosophischen, visuell poetischen und gerne fragmentarisch erzählten Werken ohnehin bekannt. Mit „The Way Of The Wind“ dürfte der Regisseur von so virtuosen Meisterstücken wie „The Tree Of Life“, „Ein verborgenes Leben“ und „The New World“ aber wohl tatsächlich noch einmal einen draufsetzen.

In der Rolle des Jesus von Nazareth, dessen Leben hier in Parabeln erzählt wird, erwartet uns (hoffentlich irgendwann) der vor allem als Hauptdarsteller des Oscar-prämierten Dramas „Son Of Saul“ bekannte Géza Röhringan dessen Seite wir unter anderem Steven Spielbergs Stammdarsteller Mark Rylance („Bridge Of Spies“, „Dunkirk“) sehen sollen. Und zwar als gleich mehrere Inkarnationen Satans! Matthias Schoenaerts spielt Petrus – und soll Gerüchten zufolge der wahre Protagonist des Films sein.

Wie der Teegraph außerdem berichtet, habe Malick diesmal einige ganz besonders unorthodoxe kreative Entscheidungen getroffen – und wer die Filme des Auteurs kennt, weiß, wie das einzuordnen ist. Neben einem Cannabis rauchenden Jesus soll es unter anderem auch einen 28 Minuten (!) langen philosophischen Monolog von dem von Mark Rylance gespielten Teufel geben.

Es bleibt zu hoffen, dass der immerhin auch schon 81-jährige Terrence Malick dran bleibt und uns seine Interpretation der vielleicht berühmtesten Geschichte der Welt doch noch präsentiert. Mel Gibsons Version macht indes endlich konkrete Fortschritte:

Großes Geheimnis um 200 Millionen Dollar teure Sequels zu "Die Passion Christi" – doch es gibt trotzdem abgefahrene erste Details

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren