Wenn man von den ganz großen Regisseuren des 20. Jahrhunderts spricht, muss zwangsläufig auch der Name Oliver Stone fallen. Der 79-Jährige prägte das Hollywood-Kino der 1980er und 1990er ganz entscheidend mit, indem er so einflussreiche Werke wie „Platoon“ (siehe Artikelbild), „Wall Street“, „JFK - Tatort Dallas“ und „Natural Born Killers“ inszenierte.
In jüngster Zeit flachte seine Karriere jedoch ein wenig ab, da er aufgrund kontroverser („World Trade Center“) und gefloppter („Savages“) Filme immer mehr Schwierigkeiten hatte, die Finanzierung neuer Projekte auf die Beine zu stellen. Sein bisher letzter Spielfilm stammt so aus dem Jahr 2016. Doch auch das Whistleblower-Biopic „Snowden“ scheiterte krachend an den Kinokassen.
Seitdem widmete sich Stone ausschließlich (teils sehr umstrittenen) Dokumentarfilmen wie „Die Putin-Interviews“ und mutierte dadurch endgültig vom einstigen Star-Regisseur zum Außenseiter der Traumfabrik.
Der gebürtige New Yorker, der zwei Regie- und einen Drehbuch-Oscar sein Eigen nennen darf, plante zuletzt sein Comeback mit dem Drama „White Lies“, das vergangenes Jahr offiziell angekündigt wurde. Wie World Of Reel berichtet, wird daraus allerdings nichts.
Oliver Stone sagt geplanten Film "White Lies" ab
Die US-Webseite will erfahren haben, dass sich Stone von dem Projekt abgewendet habe und stattdessen ein anderes in Angriff nehme. Sollte sich das bewahrheiten, wäre das natürlich ein ziemlich großer Dämpfer für Fans des Regie-Veteranen, die seit nunmehr neun Jahren auf einen neuen Spielfilm von ihm warten.
„White Lies“ sollte eine Art Selbstfindungsdrama werden, in dem ein Mann an seiner Vergangenheit als Scheidungskind zu knabbern hat und dadurch in eine tiefe Existenzkrise gerät. Stone arbeitet bereits seit fast einer Dekade an dem Film, für den Benicio del Toro („One Battle After Another“) auch schon als passender Hauptdarsteller feststand. Die Dreharbeiten sollten im Dezember 2025 in Thailand und Italien stattfinden.
Umso überraschender erscheint es, dass der Streifen jetzt nicht mehr realisiert werden soll. Genauere Details zu der Absage werden von World Of Reel nicht genannt. Auch nicht, welchen Film der Regisseur als potenziellen Ersatz auf seiner Agenda stehen hat. Somit geht das Warten auf ein neues inszenatorisches Werk Stones vorerst weiter.
Vielleicht tröstet euch aber diese amüsante Anekdote zu einem seiner Klassiker ein wenig darüber hinweg:
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