Für die Fortsetzung eines einflussreichen, rauen Hits hat der im Original „Magnum Force“ betitelte Action-Thriller mit Clint Eastwood in der Hauptrolle hierzulande ein überraschendes Titel-Kuddelmuddel durchgemacht: Eingangs kam er als „Calahan“ in die Kinos, obwohl die Hauptfigur, auf die sich der Titel bezieht, mit zwei l geschrieben wird. Später wurde der Titel korrigiert und der Film als „Callahan“ ausgewertet.
Schlussendlich sah man jedoch ein, dass man mehr erreicht, wenn man den harschen Krimi über Gewalt und Gegengewalt als das benennt, was er ist: „Dirty Harry 2“! Falls ihr die Geschichte über das Polizei-Raubein, das dieses Mal intern gegen noch größere Charakterschweine vorgehen muss, nachholen oder erneut schauen möchtet: „Dirty Harry 2“ läuft heute, am 9. November 2025, ab 22.40 Uhr bei Tele 5! Zudem könnt ihr ihn via Amazon Prime Video beziehen:
Darum geht es in "Dirty Harry 2"
San Francisco: Als der gefürchtete Mafiaboss Carmine Ricca eiskalt ermordet wird, drängt Harry Callahan (Clint Eastwood) seine Vorgesetzten dazu, ihn mit den Ermittlungen in diesem Fall zu betrauen. Denn „Dirty Harry“ hat eine finstere Theorie: Er ist überzeugt, dass sich innerhalb des Reviers eine Gruppe junger Motorradpolizisten zusammengefunden hat, um blutige Selbstjustiz zu üben...
Basierend auf einer Idee von Terrence Malick!
Bevor er mit Regiearbeiten wie „The Tree Of Life“ und „Der schmale Grat“ zum umjubelten Filmemacher wurde, verfasste Terrence Malick einen frühen Drehbuchentwurf für „Dirty Harry“. In diesem sollte ein schroffer, fragwürdige Entscheidungen treffender Polizist die Ermittlungen gegen noch üblere Zeitgenossen aufnehmen, die Lynchjustiz betreiben.
„Dirty Harry“-Regisseur Don Siegel mochte diese Idee allerdings nicht, weshalb Malicks Skript verworfen wurde. Als jedoch feststand, dass der Hit-Thriller fortgesetzt wird und Siegel sich von der Reihe verabschiedet, schlug Eastwood vor, Malicks Idee wieder auszugraben. Jedoch wurde der von Schusswaffen faszinierte, spätere „Apocalypse Now“-Autor John Milius damit beauftragt, das Konzept neu als Drehbuch auszuarbeiten.
Da Milius allerdings auch mit seinem Regiedebüt beschäftigt war, kam Michael Cimino („Die durch die Hölle gehen“) die Aufgabe zuteil, die Lücken in Milius' Skript zu füllen – darunter einige der Actionpassagen. Milius äußerte sich über die Erweiterungen und Änderungen später erbost, darüber hinaus war der Dreh strapaziös: „Rückkehr zum Planet der Affen“-Regisseur Ted Post und Eastwood bekamen sich am Set dieses Sequels wiederholt in die Haare.
Unterhaltung, die weh tut
Herausgekommen ist trotzdem ein schroffes, gutes Stück Action- und Spannungsunterhaltung. Schon die Auftaktsequenz, in der Callahan zufällig hautnah Zeuge einer Flugzeugentführung wird und sich spontan einmischt, ist ein Highlight der „Dirty Harry“-Filmreihe. Und das mit starken Stunts bespickte Finale bietet rauen Thrill, unterläuft aber trotzdem raffiniert die zuvor geschürten Erwartungen.
Trotz seiner „Höher, schneller, weiter“-Methodik bleibt „Dirty Harry 2“ streitbar – und somit dem Vorläufer treu: Eastwood soll den Film zwar gemacht haben, um sich von der Deutung zu distanzieren, er befürworte Selbstjustiz. Dennoch drängt auch dieses Sequel sein Publikum schmerzlich dazu, sich mit grausigen Verbrechen (etwa Mord durch das erzwungene Trinken von Rohrflussreiniger), einem überforderten Justizapparat und einer gewaltbereiten, machtgierigen Polizei auseinanderzusetzen – und damit, dass eine frustrierend langsame, ordentliche Rechtsprechung besser ist als gar keine.
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