Die Nürnberger Prozesse bilden ein prägendes Kapitel der NS-Aufarbeitung. Im Zuge einer Reihe von Gerichtsverfahren mussten sich führende Vertreter des Nazi-Regimes für die Gräueltaten wie die Massenmorde in den Vernichtungslagern verantworten – wobei vor allem der Hauptprozess in die Geschichte einging. Zwischen November 1945 und Oktober 1946 standen Hermann Göring, Rudolf Heß und Wilhelm Keitel vor Gericht – und machten weltweite Schlagzeilen. Das wurde im Laufe der Zeit natürlich auch schon filmisch aufgearbeitet, unter anderem etwa in dem Justizfilm-Meisterwerk „Das Urteil von Nürnberg“ (1961).
Über 60 Jahre nach dem oscarprämierten Klassiker mit Spencer Tracy, Burt Lancaster und Marlene Dietrich geben sich in einer weiteren Verfilmung nun erneut reihenweise Stars die Klinke in die Hand: In „Nuremberg“ erwarten uns unter anderem Oscarpreisträger Rami Malek („Bohemian Rhapsody“), Kultmime Richard E. Grant („Bram Stokers Dracula“) und „Man Of Steel“- sowie „Shape Of Water“-Fiesling Michael Shannon an der Seite von „Gladiator“-Star Russell Crowe in der Rolle von Hitlers rechter Hand Hermann Göring. Und jetzt wissen wir endlich auch, wann wir das bemerkenswerte Ensemble auch auf den hiesigen Leinwänden zu sehen kriegen.
Nachdem der Film bereits im vergangenen September seine Weltpremiere auf dem renommierten Toronto International Film Festival (TIFF) feierte und kürzlich auch schon in zahlreichen Ländern regulär in den Filmtheatern startete, kommt „Nuremberg“ mit einer saftigen Verspätung am 23. April 2026 dann endlich auch in die deutschen Kinos. Ob sich das Warten am Ende aber auch lohnt?
Wie gut ist "Nuremberg"?
70 Prozent positive Besprechungen bei Rotten Tomatoes sowie ein Metascore von 61/100 lassen einen überdurchschnittlichen, wenn auch keinen meisterhaften Film erwarten – und auch wir von FILMSTARTS schließen uns dem Tenor an. Unser Autor Markus Tschiedert konnte den Gerichtsthriller bereits auf dem Zürich Filmfestival 2025 sehen und beschreibt „Nuremberg“ als sehr guten Einstieg für alle, die mit den Nürnberger Prozessen noch nicht so vertraut sind. In Russell Crowe sieht er indes „Qualität und Problem zugleich“.
„Es gelingt ihm, die diabolische Intelligenz seiner Figur herauszuarbeiten“, heißt es in der FILMSTARTS-Kritik so etwa – über einen Crowe, der das komplexe Individuum Hermann Göring in all seinen Facetten zeigt. Zugleich fällt es einem jedoch stets schwer zu glauben, nicht etwa den neuseeländischen Superstar, sondern den einstigen NS-Reichsminister vor sich zu haben.
Die Publikumsreaktionen fallen bislang jedoch ein gutes Stück positiver aus. Bei der IMDb stehen aktuell starke 7,7 von 10 möglichen Sternen zu Buche, der Audience Score bei Rotten Tomatoes ist mit 96 Prozent nahezu makellos.
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"Furchtbar unprofessionell": Russell Crowe schimpfte über Joaquin Phoenix' Verhalten am "Gladiator"-Set