Benedict Cumberbatch will endlich Thriller-Meisterwerk adaptieren, ohne das es James Bond wohl nicht gäbe – außer Marvel funkt dazwischen
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Seit einem Jahrzehnt will Benedict Cumberbatch den Thriller-Klassiker „Rogue Male“ adaptieren. 2026 möchte er das Vorhaben endlich in die Tat umsetzen. Doch es könnte erneut eng werden...

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Bereits 2016 vermeldete der Hollywood Reporter, dass Benedict Cumberbatch die Hauptrolle in einer Verfilmung des berühmten Romans „Rogue Male“, der in Deutschland auch als „Einzelgänger, männlich“ bekannt ist, übernimmt. Fast zehn Jahre später soll der Film endlich realisiert werden, wie der „Sherlock“-Star jetzt verkündete. Zu Gast im Podcast SmartLess seiner Schauspielkollegen Sean Hayes, Jason Bateman und Will Arnett verriet Cumberbatch, dass er hoffe, den Film 2026 zu drehen.

Doch bevor wir zu einer Einschränkung kommen, die er machen musste, wollen wir euch kurz den bedeutenden Roman-Klassiker „Rogue Male“ vorstellen, ohne den es womöglich die „James Bond“-Reihe nicht geben würde.

"Rogue Male" erklärt: Story und Bedeutung des Thriller-Klassikers

Geoffrey Household veröffentlichte „Rogue Male“ alias „Einzelgänger, männlich“ im Jahr 1939. Im Mittelpunkt steht ein namenlos bleibender wohlhabender britischer Großwildjäger und Gentleman-Abenteurer, der sich bei einem Jagdurlaub kurzerhand entschließt, den faschistischen Anführer eines gefährlichen Staates zu ermorden, als er diesen vor die Flinte bekommt. Bevor er die Tat ausführen kann, wird er jedoch erwischt.

Weil das Regime das Attentat vertuschen will, soll der Protagonist zu Tode gefoltert werden. Doch er überlebt schwer verletzt und kann entkommen. Fortan wird er von den Agenten der faschistischen Macht verfolgt, die ihn jagen, um zu verhindern, dass seine Geschichte ans Licht kommt. Doch der Flüchtige verfügt über erstaunliche Jagd- und Überlebensfähigkeiten und kann seine Verfolger immer wieder austricksen.

„Rogue Male“ war damals hochpolitisch. Obwohl Autor Household bewusst auf Namen verzichtet, wird mehr als deutlich, dass die faschistische Macht im Buch Nazi-Deutschland und der Anführer Hitler ist. Das Buch beginnt also mit der Prämisse, dass es eine heldenhafte Tat ist, Hitler zu töten.

Der eigentliche Thriller, der sich dann mit der Jagd auf den flüchtigen Helden entwickelt, gilt als einer der wichtigsten Vorläufer der britischen Spionage-Romane. Vor allem ein Autor namens Ian Fleming soll ein riesiger Fan von „Rogue Male“ gewesen sein. Inspiriert davon und von seiner eigenen Zeit im britischen Nachrichtendienst während des Zweiten Weltkriegs schrieb er schließlich mit „Casino Royale“ einen eigenen Spionage-Roman. Seine Hauptfigur James Bond wirkt wie eine Weiterentwicklung des Gentleman-Abenteurers aus Households Buch. Während vorher viele Thriller-Romane eher unrealistisch daher kamen, begeisterte Househould zudem mit einem harten, düsteren und psychologisch intensiven Ton. Daran orientierte sich Fleming zumindest bei seinen ersten 007-Romanen.

Verhindert "Avengers 6" den Thriller?

Sollte das Projekt mit Benedict Cumberbatch 2026 wirklich in Angriff genommen werden, wäre es übrigens nicht die erste Verfilmung des Romans. Bereits zwei Jahre nach Erscheinen des Buchs kam der Thriller „Menschenjagd“ in die amerikanischen Kinos. Regie führte die deutsche Regie-Legende Fritz Lang. Der Filmemacher hinter Meisterwerken wie „Metropolis“ und „M“ hatte Deutschland freiwillig verlassen, weil er die Nazis verabscheute und sich nicht von ihnen vereinnahmen lassen wollte. In den USA drehte er mehre deutliche Anti-Nazi-Filme – da war „Rogue Male“ genau der richtige Stoff. In seinem Film wird so kein Zweifel gelassen, dass es um die Ermordung Hitlers geht. Ähnlich ist das auch in dem britischen TV-Film „Rogue Male“ aus dem Jahr 1976 mit Peter O'Toole.

Noch ist nicht bekannt, ob bei der geplanten Version mit Cumberbatch die Geschichte weiterhin im Jahr 1939 spielen soll. Zudem macht der Schauspieler ohnehin eine Einschränkung bei der Frage, ob es 2026 wirklich endlich mit dem Dreh klappt. „Es gibt andere große Verpflichtungen, bei denen Umhänge herumflattern“, sagte er so im Podcast SmartLess. Damit verweist er natürlich auf seine Marvel-Rolle als Doctor Strange. Im kommenden Jahr wird auch „Avengers 6: Secret Wars“ gedreht, wo Cumberbatch eine wichtige Rolle spielen soll. Hartnäckig halten sich zudem die Gerüchte, dass demnächst auch die Produktion von „Doctor Strange 3“ ansteht. Je nachdem, wie umfangreich er von Marvel gebraucht wird, findet sich womöglich keine Zeit, um „Rogue Male“ auch noch 2026 zu machen.

Gerade bewirbt Benedict Cumberbatch übrigens sein neustes Werk, das dieses Wochenende in die US-Kinos kommt, aber noch keinen deutschen Starttermin hat. Mehr zu diesem Film gibt es im folgenden Artikel:

Krasser Mix aus Horror, Thriller und Drama: Trailer zu "The Thing With Feathers" mit Bendedict Cumberbatch

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