Slimer, Ecto-1, die legendären beigen Anzüge und der Ohrwurm-Titeltrack („I Ain't Afraid Of No Ghosts“): Filmfans wissen sofort, um welchen 80er-Jahre-Kultstreifen es hier geht. Die Rede ist natürlich von der Sci-Fi-Fantasy-Komödie „Ghostbusters“ – einer der populärsten Filme der Dekade, die ein ganzes Franchise begründete.
Der Mix aus trockenem Humor, Horror-Elementen und aufwendigen Spezialeffekten war bahnbrechend. So etwas hatte es auf der Kinoleinwand zuvor nicht gegeben. Doch so beispiellos und kreativ der Film in Sachen Story und Umsetzung bis heute erscheint: An „Ghostbusters“ war 1984 nicht alles so einmalig und neu, wie man vielleicht vermutet. Wir erzählen euch die ganze Geschichte rund um den abgefahrenen Namensstreit hinter dem unverwüstlichen Klassiker.
Detektive auf Geisterjagd
Als der Film im Sommer 1984 in den Kinos der USA startete, war es nicht das erste Mal, dass der Titel „Ghostbusters“ über den Bildschirm (oder in dem Fall: die Leinwand) flimmerte. Denn den Namen gab es, zumindest in sehr ähnlicher Form, zuvor bereits. „The Ghost Busters“ – so hieß eine von der US-Trickschmiede Filmation produzierte Kinder-Sitcom, die von 1975 bis 1976 auf dem TV-Sender CBS lief. In 15 Episoden geht es darin um zwei tollpatschige Detektive, die sich gemeinsam mit ihrem Sidekick (einem Gorilla namens Tracy) auf Monster- und Geisterjagd begeben.
Trotz der Ähnlichkeiten bestand „Ghostbusters“-Darsteller und -Drehbuchautor Dan Aykroyd darauf, den geplanten Filmtitel beizubehalten. Das produzierende Studio Columbia Pictures sicherte sich für eine halbe Million Dollar folglich die Namensrechte von Filmation. Zudem vereinbarte Columbia mit dem Trickfilmstudio eine Gewinnbeteiligung von einem Prozent und die Produktion einer gemeinsamen Zeichentrickserie – falls der Film erfolgreich würde.
Und bekanntlich entwickelte sich „Ghostbusters“ zu einem enormen Hit. Am Ende stand ein globales Einspielergebnis von fast 230 Millionen Dollar, das „Ghostbusters“ zur bis dato kassenträchtigsten Komödie aller Zeiten machte. Das Problem war, dass der Film nach Abzug der immensen Produktions- und Marketingkosten kaum Netto-Gewinn einspielte – und Filmnation von Columbia trotz der Vereinbarung keinen Cent sah!
Aus der versprochenen Zeichentrickserie wurde dann auch nichts. Columbia überging Filmation und entschied sich kurzfristig dazu, mit dem Studio DiC Entertainment eine „Ghostbusters“-Serie zu realisieren. Der Grund waren günstigere Konditionen und eine schnellere Fertigstellung des Formats.
Zwei konkurrierende Serien
Als Reaktion auf die gebrochenen Versprechen des Hollywood-Studios belebte Filmation die eigene Ursprungs-Serie aus den 70er-Jahren neu. Mit Erfolg: Die neue „Ghostbusters“-Trickserie lief 1986 im TV an – eine Woche vor der Columbia-DiC-Serie, die daraufhin in „The Real Ghostbusters“ umbenannt werden musste.
Im Jahr 1988 wurde ab der vierten Staffel der Titel in „Slimer! And The Real Ghostbusters“ geändert, um sich noch klarer von der Filmations-Produktion zu unterscheiden. Als wäre das Ganze bis dahin nicht schon unübersichtlich genug gewesen!
Obwohl er in den USA schon seit den späten 70ern ein Star war, feierte Bill Murray erst mit „Ghostbusters“ und seiner Performance als Dr. Peter Venkman den weltweiten Durchbruch. Später folgten neben seinen legendären, komödiantischen Auftritten vor allem melancholisch-dramatische Rollen in Filmen wie „Lost In Translation“ oder „Broken Flowers“. Aber Murray als brutaler, fieser Bösewicht? Für viele vermutlich kaum vorstellbar. Anfang der 90er-Jahre wäre es aber fast dazu gekommen, als Murray beinahe in einem düsteren Thriller (der heute zu den größten Genre-Klassikern jenes Jahrzehnts zählt) mitgewirkt hätte:
Steven Spielberg wollte ihn unbedingt: Einer der übelsten Bösewichte der 90er-Jahre wäre beinahe von Bill Murray gespielt worden