Adam Sandler gehört seit Jahrzehnten zu den verlässlichsten Größen der US-Mainstream-Unterhaltung. Kaum ein anderer Schauspieler hat es geschafft, mit leicht bekömmlichen Komödien ein derart großes Publikum zu erreichen und zugleich ein eigenes Produktionsimperium aufzubauen. Seine Filme werden zwar regelmäßig kritisiert und teils als „zu seicht“ bezeichnet, erreichen aber konstant hohe Abrufzahlen – vor allem durch seine langjährige Partnerschaft mit dem Streamingdienst Netflix. Aktuell steht er sogar an der Spitze der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods.
Dabei war und ist Sandlers Karriere nie auf konsequente künstlerische Weiterentwicklung ausgelegt gewesen. Viele seiner Projekte entstehen aus dem Wunsch heraus, gemeinsam mit engen Freunden und Familienmitgliedern zu arbeiten und sie dauerhaft innerhalb seines Happy-Madison-Produktionsstudios zu beschäftigen. Ganz besonders gilt das für die „Kindsköpfe“-Reihe, in der er wiederholt mit Kevin James vor der Kamera stand. Die hohen Zuschauerzahlen und Einspielergebnisse geben ihm außerdem eine wirtschaftliche Freiheit, zahlreiche Herzensprojekte umzusetzen.
Dieser Film war kein Kassenerfolg, aber persönlich entscheidend
In den vergangenen Jahren zeigte Sandler, dass er mehr als nur Slapstick kann, indem er vermehrt seine ernste, dramatische Schauspiel-Seite betonte – etwa in „Der schwarze Diamant“, „Hustle“ oder „Spaceman“. Doch bemerkenswerterweise ist es nicht einer dieser neueren Filme, den er selbst als zentral für sein Vermächtnis betrachtet, sondern ein Werk aus dem Jahr 2004: die Tragikomödie „Spanglish“, inszeniert von James L. Brooks.
Darin wird die Geschichte der mexikanischen Einwanderin Flor Moreno (Paz Vega) erzählt, die mit ihrer Tochter Cristina nach Los Angeles zieht und eine Stelle als Haushälterin bei der wohlhabenden Familie Clasky annimmt. Während Flor zunächst kaum Englisch spricht, gerät sie immer stärker in die komplexen Dynamiken der Familie. Sandler spielt John Clasky, einen erfolgreichen, aber emotional überforderten Sternekoch, der versucht, den familiären Zusammenhalt zu bewahren, während seine neurotische Ehefrau Deborah (Téa Leoni) zunehmend für Spannungen sorgt.
Sandler tritt mit einer ungewohnt zurückhaltenden und ernsthaften Rolle bewusst hinter seinen Co-Stars zurück. Statt der überdrehten Komik, für die er damals bekannt war, setzt seine Darstellung auf leise Zwischentöne und empathische Momente. Gerade diese Zurückhaltung macht „Spanglish“ zu einem ungewöhnlichen Eintrag in seine Filmografie.
Der Film selbst verbindet Familienkomödie, Drama und gesellschaftliche Beobachtung. Regisseur James L. Brooks – bekannt für charaktergetriebene Geschichten – nutzt die Handlung auch, um Themen wie kulturelle Identität, soziale Unterschiede und die Herausforderungen von Migration zu behandeln.
Trotz dieser Ambitionen blieb der Film hinter den Erwartungen zurück – das Echo der Fachpresse fiel eher verhalten aus (auch in der offiziellen FILMSTARTS-Rezension gab es damals nur mäßige 2,5 von 5 Sternen). Auch an den Kinokassen konnte „Spanglish“ nicht überzeugen. Von früheren Erfolgen des Regisseurs James L. Brooks, etwa dem mit fünf Oscars ausgezeichneten „Zeit der Zärtlichkeit“ oder „Besser geht’s nicht“ mit Jack Nicholson, schien die Komödie meilenweit entfernt zu sein.
All das wog für Sandler aber weniger schwer als die persönliche Bedeutung des Films, wie er in einem Interview (via Far Out Magazine) erklärte: „Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, wenn ich irgendwann Kinder habe und sage: ‚Schmeiß ‚Spanglish‘ [in den DVD-Player] ein‘, dann weiß ich, dass ich sehr stolz darauf sein werde.“
Diese Aussage stammt zwar aus der Zeit der Veröffentlichung, unterstreicht aber trotzdem, welchen Stellenwert der Film für ihn hatte – unabhängig von Resonanz oder Auszeichnungen. Heute wirkt das Zitat vielleicht aus der Zeit gefallen: Sandler ist inzwischen Vater, physische CD- und DVD-Player sind aus dem Alltag nahezu verschwunden. Und doch zeigt es, welchen Stellenwert diese kleine, ruhige Liebes- und Familiengeschichte für Sandler in seinem Leben und seiner Karriere hatte – oder vielleicht immer noch hat.
Trotz seiner Erfolge wird übrigens kein Hollywood-Star mehr gehasst als Adam Sandler – das ist sogar wissenschaftlich bewiesen, wie ihr im folgenden Artikel herausfinden könnt:
Wissenschaftlich bewiesen: Das ist der meistgehasste Schauspieler aller Zeiten!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.