Jeder hat sich diese Frage schon gestellt: Warum essen wir eigentlich Popcorn im Kino?
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Popcorn und Kino kann man sich kaum ohneeinander vorstellen. Doch warum ist ausgerechnet diese Süßigkeit beim gemeinsamen Filmeschauen so beliebt? In diesem Artikel könnt ihr es erfahren.

Warner Bros. / PLAION PICTURES

Für viele Besucher*innen gehört sie zum Kinobesuch dazu wie der Film selbst: die Tüte Popcorn! In den meisten Kinos wird die Nascherei in süß oder salzig angeboten, oft versprüht sie schon im Foyer ihren unwiderstehlichen Duft, und mit dem sogenannten Popcorn-Kino ist sogar eine ganze Filmgattung nach ihr benannt. Aber warum essen wir im Kino eigentlich aufgeplatzte Maiskörner, die wahlweise mit Salz oder Zucker veredelt werden?

Früher wurde im Kino kaum gegessen

Tatsächlich war das nicht immer so! Der Ursprung des Popcorns als Kino-Snack Nummer eins reicht in die 1930er-Jahre zurück – genauer: in die Zeit der Weltwirtschaftskrise, die auch die Kinobranche massiv unter Druck setzte und neue Einnahmequellen notwendig machte.

Bis dahin war es noch nicht einmal üblich, im Kino überhaupt zu essen. Doch nun, da die Besucherzahlen rapide nach unten gingen, suchten die Betreiber der Lichtspielhäuser händeringend nach Wegen, ihre Einnahmen zu stabilisieren und das Geschäft über den reinen Ticketverkauf hinaus abzusichern. Der Verkauf von Getränken und Süßigkeiten erwies sich dabei schnell als besonders Erfolg versprechend.

Aus diesem Grund ist Popcorn die definitive Kino-Süßigkeit

Doch weshalb nun ausgerechnet Popcorn? Ganz einfach: Es war unschlagbar günstig. Während andere Snacks teure Rohstoffe wie etwa Kakao benötigten, handelte es sich bei Mais um ein preiswertes Massenprodukt. Auf diese Weise konnten sich die Menschen selbst in schweren Zeiten große Portionen leisten, schließlich mussten sie dafür nur ein paar Cent aufwenden.

Auch eine teure Küche war nicht vonnöten: Ein kleiner mobiler Wagen mit einer Heizplatte reichte zur Herstellung völlig aus. Zudem konnten die hungrigen Besucher*innen damit bereits vor dem Kino abgefangen und zum Kauf einer Tüte verführt werden. Mit minimalen Kosten konnten die Kinos also enorme Gewinne erzielen.

Heute gehört Popcorn noch immer zum Standard-Repertoire, wenn es auch längst nicht mehr so günstig ist wie früher. Wer heute an Kino denkt, denkt mit großer Wahrscheinlichkeit automatisch auch an Popcorn – und umgekehrt gilt das natürlich sowieso. Mittlerweile erzielen Kinos übrigens schätzungsweise um die 46 Prozent ihres jährlichen Profits aus dem Verkauf von Snacks. In Zeiten der u.a. durch den Siegeszug der Streamingdienste ausgelösten Kinokrise spielt das vor mittlerweile fast 90 Jahren etablierte Zusatzgeschäft also immer noch eine übergeordnete Rolle.

Bestimmt ist euch auch schon mal aufgefallen, dass Kinosessel in den allermeisten Fällen rot sind – doch warum eigentlich? Das erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Jeder hat sich diese Frage schon gestellt: Warum sind Kinositze eigentlich fast immer rot?
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