Es gibt Filme, die mit unerwarteten Wendungen dafür sorgen, dass das gesamte Filmerlebnis plötzlich auf den Kopf gestellt wird. Solche Überraschungen können großen Spaß machen, besonders wenn sie organisch in die Handlung eingebunden sind. Doch wenn ein Film ausschließlich auf den Twist hinarbeitet und dabei alles über den Haufen wirft, was zuvor sorgfältig aufgebaut wurde, kann das Seherlebnis schnell frustrierend werden.
Mit „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ läuft aktuell ein Film in den Kinos, der genau diesen Nervenkitzel zelebriert – und das gleich mehrfach! Obwohl schnell erkennbar ist, dass alles auf eine große Wendung hinausläuft, entfacht der Film eine regelrechte Freude an der Übertreibung, die trotz aller dramaturgischen Verrenkungen enorm unterhaltsam ist.
So funktioniert Twist-Kino!
Besonders schön ist, dass sich Paul Feig („Brautalarm“) sich bei „The Housemaid“ der Wirkung seiner überraschenden Wendungen vollkommen bewusst ist. Jede neue Enthüllung steigert die Spannung und sorgt dafür, dass die Handlung explosiver wird. Bereits nach zehn Minuten wartet die erste Überraschung, die Protagonistin Millie (Sydney Sweeney) sofort zu einer Figur macht, deren geheimnisvoller Hintergrund die Aufmerksamkeit des Publikums fesselt.
Die Twists in „The Housemaid“ dienen jedoch nicht nur dazu, die Dynamik zwischen den Figuren (u.a. auch die grandios enthemmt auftretende Amanda Seyfried) immer wieder neu zu ordnen und zu verschieben. Paul Feig nutzt die überraschenden Enthüllungen auch, um die dunkle, zusehends bösartige Seite seines Films nach und nach zu verstärken. Die stetig wachsende Hinterhältigkeit der Charaktere treibt die Handlung strukturell voran – bis hin zu einem Finale, das ordentlich kracht!
„The Housemaid“ ist ein richtig fieses Vergnügen – und das entfaltet seine volle Wirkung natürlich besonders in einem vollen Kinosaal. Nehmt euch also ruhig einen Abend Zeit und genießt diese wahre Twist-Parade auf der großen Leinwand! Auf YouTube habe ich übrigens auch eine Review zu „The Housemaid“ veröffentlicht, in der ich noch tiefer auf den Film und seine Qualitäten eingehe. Schaut gerne mal rein: