"Blutgetränkter Albtraum voll schwarzem Humor": Alle reden über diesen Horrorfilm mit einem Psycho-Einhorn
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Ein neuer Horrorfilm feierte gerade seine Weltpremiere und sorgte direkt für viel Gesprächsstoff. Wir verraten euch, was sich hinter „Buddy“ und dem titelgebenden mordenden Einhorn-Maskottchen verbirgt.

Worry Well Productions

2014 landete Regisseur Casper Kelly mit „Too Many Cooks“ einen viralen Hit. Sein Kurzfilm nahm die klassische 80er-Jahre-Sitcom aufs Korn ... und verwandelte sie in einen Horror-Splatter. Bis nach Deutschland schwappte der Hype des zuerst auf dem US-TV-Sender Adult Swim veröffentlichten Titels. Sogar Der Spiegel berichtete über „Too Many Cooks“, sprach von einem „wahnsinnigen Vorspann-Massaker und „der besten Serie, die es nie gab“.

Jetzt scheint Kelly, der zwischenzeitlich auch an dem surrealistischen Horror-Meisterwerk „Mandy“ mit Nicolas Cage beteiligt war, einen langen Spielfilm vorzulegen, der für ähnliche Diskussionen sorgen könnte. Nach der Premiere auf dem Filmfestival in Sundance ist „Buddy“ zumindest in aller Munde...

Ein Kindersendungs-Einhorn rastet aus: Das ist "Buddy"

Eine 90er-Jahre-Kindersendung: Das orangefarbene Einhorn Buddy (Stimme im Original: Keegan-Michael Key) singt mit einer Gruppe von Kindern Lieder und lernt mit ihnen Lektionen über das Teilen und Aufräumen. Doch plötzlich weigert sich der kleine Josh (Luke Speakman) bei der nächsten Tanznummer mitzumachen. Er will lieber für sich sein und lesen. Nach einem „ernsten Gespräch“ mit Buddy ist der Junge spurlos verschwunden.

Als die Show weitergeht, stößt die junge Freddy (Delaney Quinn) im Müll über Joshs Lieblingsbuch – besudelt mit einer verdächtigen roten Flüssigkeit. Doch Buddy versucht, das Mädchen zu beruhigen. Josh sei nach Diamond City gegangen, um nun dort zu leben. Und auf dem Buch sei ganz sicher kein Blut, nur ein wenig rote Farbe von der Abschiedskarte, die für den Jungen gemalt wurde. Doch Freddy kann immer mehr Kinder davon überzeugen, dass hier etwas Unheimliches vor sich geht und Einhorn Buddy ein Psychopath ist. Bald beginnt für sie ein surrealer Überlebenskampf, bei dem sie zuerst nicht einmal ahnen, wo sie wirklich reingeraten sind.

Parallel dazu wird in der echten Welt Grace (Cristin Milioti) von einer Vorahnung gequält, dass ihre verschwundene Tochter in einer Fernsehshow gefangen ist. Auch wenn ihr Mann Ben (Topher Grace) davon nichts wissen will, beginnt sie, ihrem Verdacht nachzugehen...

Fantasievoll und blutig

Auf der Kritikensammelseite Rotten Tomatoes debütierte der Film mit Michael Shannon und „King Of Queens“-Kultstar Patton Oswalt in weiteren Sprechrollen jetzt nach seiner Weltpremiere mit starken 77 Prozent positiven Rezensionen.

Vor allem die detailgetreue Nachbildung von 90er-Jahre-Kinderserien wird als brillant gefeiert. Das Set sehe großartig aus, die Puppen seien toll gespielt. Gerade die erste halbe Stunde des Films, die wirke wie eine Abfolge von immer weiter eskalierenden TV-Episoden, wird fast durchweg gefeiert.

„Buddys fantasievoller, blutiger Stil des Maskottchen-Horrors ist ein Vergnügen“, schreibt so Meagan Navarro bei Bloody Disgusting. Ross Bonaime lobt bei Collider, dass er einen „blutgetränkten Albtraum voll schwarzem Humor“ gesehen habe. Er feiert vor allem Komiker Keegan-Michael Key. Der sei „absolut furchteinflößend“. Buddy „mutiert so innerhalb einer Sekunde von deinem besten Freund zu deinem schlimmsten Feind“.

Aber auch ein One-Trick-Pony

Wie sehr man von „Buddy“ begeistert ist, hängt aber wohl vor allem davon ab, wie sehr man den Gag feiert, dass die 90er-Kindersendung mit Kuscheleinhorn zum blutigen Albtraumort wird. Das sei der eine, die ganze Zeit durchgezogene Gag des Films. Gerade wenn das Geschehen die Welt der TV-Show verlasse und die Eltern zeige, verliere die Horror-Satire doch deutlich an Schwung.

Bei JoBlo kritisiert Chris Bumbray so, dass „Buddy“ sich angesichts seiner großartigen Ausgangsidee „ein wenig zu sehr wie ein grandioser Kurzfilm anfühlt, der auf Spielfilmlänge aufgebläht wurde und sich dadurch zieht.“ Auch im Guardian kritisiert Benjamin Lee, dass „der Neuheitswert einer bösartigen Präsenz in der heilen, hell erleuchteten Welt einer Kindersendung einen fesselnden 95-minütigen Spielfilm nicht ganz tragen kann“.

Noch ist nicht bekannt, wann wir „Buddy“ zu sehen bekommen werden. Der Film wurde komplett unabhängig von einem Hollywood-Studio finanziert. Die Weltpremiere auf dem Sundance Filmfestival dient den Verantwortlichen jetzt nicht nur dazu, die Horror-Satire das erste Mal einem Publikum, sondern auch möglichen Verleihern zu zeigen. Angesichts der Aufmerksamkeit ist zu erwarten, dass zeitnah erste Kaufabschlüsse bekannt werden, damit der Film dann in die Kinos oder zu einem Streamingdienst gebracht werden kann.

Um einen Horrorfilm, den ihr dagegen bereits in wenigen Tagen auf der großen Kinoleinwand schauen könnt, geht es derweil im folgenden Artikel:

Nach 17 (!) Jahren feiert ein Horror-Meister in 4 Tagen sein Grusel-Kino-Comeback – schaut hier den Trailer

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