"Wir haben 20 Minuten lang am Telefon geweint": "Monster"-Star Charlie Hunnam nennt Absage eines Mega-Hits "die schlimmste berufliche Erfahrung meines Lebens"
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Filme gehen für ihn fast immer vor Serien. Doch es gibt Ausnahmen: In den letzten 10 Jahren hat er wenig Besseres gesehen als David Lynchs "Twin Peaks"-Revival – und nach dem Motto "Besser spät als nie" wühlt er sich gerade durch sämtliche "Friends"-Staffeln.

Vor zehn Jahren bekam Ed-Gein-Darsteller Charlie Hunnam die Hauptrolle in einem absoluten Mega-Hit angeboten – sagte sie aber letztlich zähneknirschend ab, weil er bereits einem Star-Regisseur sein Wort gegeben hatte...

Dank seiner Darstellung des titelgebenden Serienkillers im kontrovers diskutierten Netflix-Hit „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ war Charlie Hunnam zuletzt in aller Munde. Seine Karriere startete der 45-Jährige aber mit einer ganzen Reihe anderer Serienerfolge: Bereits Anfang der 2000er-Jahre gehörte er zur Kernbesetzung der britischen Dramedy „Queer As Folk“. Endgültig zum internationalen Superstar wurde er aber als Jackson „Jax“ Teller in der Serie „Sons Of Anarchy“ (2008-2014). Insgesamt sieben Staffeln lang war Hunnam als charismatischer Anführer einer Motorrad-Gang zu sehen.

Auch auf der großen Leinwand ist Hunnam seit jeher präsent – so spielte er Hauptrollen im Monster-gegen-Roboter-Kracher „Pacific Rim“ oder dem zu Unrecht untergegangenen Abenteuer „Die versunkene Stadt Z“. Der große Kino-Durchbruch ist aber bisher ausgeblieben. Ob das anders gewesen wäre, wenn er in einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 2015 mitgespielt hätte?

In diesem Mega-Hit sollte Charlie Hunnam die Hauptrolle spielen

Hunnam hatte nämlich das Angebot erhalten, an der Seite von Dakota Johnson den SM-begeisterten Unternehmer Christian Grey in „Fifty Shades Of Grey“ zu verkörpern. Schnell machten Gerüchte die Runde, der Schauspieler hätte die Rolle wegen der sexuellen Inhalte abgelehnt – was Hunnam aber dementierte.

Er hätte gerne an der Bestseller-Verfilmung mitgewirkt, gab er bekannt, wenn er nicht bereits einem Star-Regisseur sein Wort gegeben hätte: Guillermo del Toro. Nachdem dieser schon für „Pacific Rim“ mit Hunnam zusammengearbeitet hatte, sagte er dem Briten auch einen Part im Nachfolgeprojekt zu, der Gothic-Romanze „Crimson Peak“. Später bekam Hunnam dann die Offerte für „Fifty Shades Of Grey“, die er aus terminlichen Gründen aber zähneknirschend ablehnte.

In einem Interview mit dem Magazin VMAN erinnerte sich der „Rebel Moon“-Darsteller: „Ich hatte Guillermo über ein Jahr zuvor mein Wort gegeben, dass ich ‚Crimson Peak‘ machen würde. Leute meinten: ‚Bist du verrückt? Guillermo hat noch vier Monate Zeit, neu zu besetzen, es ist nur die vierte Hauptrolle – du kannst das andere Projekt machen.‘ Aber ich sagte: ‚Ich kann nicht – ich habe ihm mein Wort gegeben.‘“ (via TheWrap)

Hunnam ließ sich von nichts und niemandem umstimmen, obwohl er persönlich sehr mit der Entscheidung haderte. „Es war die schlimmste berufliche Erfahrung meines Lebens“, so der gebürtige Engländer. „Ich habe [Regisseurin Sam Taylor-Johnson] angerufen, und wir haben beide 20 Minuten lang am Telefon geweint. Ich musste ihr sagen, dass es einfach nicht funktionieren würde. In meinem Privatleben passierten damals viele Dinge, die mich emotional wirklich aus der Bahn geworfen und mental geschwächt haben. Ich war einfach völlig überfordert und bekam fast Panikattacken wegen der ganzen Situation.“

Es war also keineswegs der pikante Filminhalt, der Hunnam zu seiner Absage brachte, sondern eine Kombination aus persönlichen Faktoren und beruflichen Verpflichtungen. „Crimson Peak“ enttäuschte schließlich an den Kinokassen, während sich „Fifty Shades Of Grey“ als erwartbar lukrativ erwies – einem schmalen Budget von 40 Millionen Dollar stand ein weltweites Box-Office-Endergebnis von rund 570 Millionen Dollar entgegen. Vielleicht hat ihn ein wenig getröstet, dass die Kritik den Film (und seine beiden Nachfolger) in Grund und Boden stampfte – und auch Grey-Darsteller Jamie Dornan die große Kino-Karriere im Anschluss verwehrt geblieben ist...

Übrigens: Wenn ihr wissen wollt, welcher Fantasy-Blockbuster mit Charlie Hunnam in der Hauptrolle an den Kinokassen gnadenlos abgeschmiert ist, dann lest auch den folgenden Artikel:

Vor 8 Jahren zerstörte das Scheitern dieses epischen Fantasy-Abenteuers eine geplante sechsteilige Saga: Es zählt zu den größten Flops der letzten Jahre

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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