"Ich habe es immer bereut": Vor 30 Jahren hat Bruce Willis ein mit 9 (!) Oscars ausgezeichnetes Meisterwerk abgelehnt
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 30 Jahren feierte eine epische Literaturverfilmung große Erfolge in den Kinos – und wurde später mit 9 Oscars prämiert. Bruce Willis hätte darin mitspielen können, wenn er nicht auf seinen Agenten gehört hätte...

Es ist mittlerweile drei Jahre her, dass das endgültige Ende der Karriere von Bruce Willis bekannt gegeben wurde – bei dem „Unbreakable“-Star wurde frontotemporale Demenz diagnostiziert, eine seltene neurodegenerative Erkrankung, die vor allem die Persönlichkeit, das Sozialverhalten und die Sprache beeinträchtigt. Damit gab es auch eine Erklärung für die zahlreichen unmotivierten Zwei-Minuten-Auftritte in billigen Direct-to-DVD-Filmen, die den Fans des 70-Jährigen bis dahin Rätsel aufgab: Willis wollte noch ein bisschen Geld für seine Familie ansparen, bevor es ihm endgültig nicht mehr möglich sein würde, sich vor die Kamera zu stellen.

Vor seinem verfrühten Schauspiel-Aus war Willis einer der ganz großen Hollywood-Stars – und es greift viel zu kurz, ihn auf seine Actionrollen in Klassikern wie „Stirb langsam“ oder „Last Boy Scout“ zu reduzieren. Schließlich handelt es sich bei seinem kommerziell erfolgreichsten Film um eine Mischung aus übernatürlichem Horror und Psycho-Drama („The Sixth Sense“). Darüber hinaus hat Willis mit so unterschiedlichen Werken wie dem Tarantino-Kulthit „Pulp Fiction“, der Fantasy-Komödie „Der Tod steht ihr gut“, dem Erotik-Thriller „Color Of Night“ oder dem Ehe-Drama „An deiner Seite“ stets seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt.

Und seine Vita wäre noch um ein mit Preisen überhäuftes Epos reicher, hätte Willis Mitte der 1990er-Jahre nicht auf seinen Agenten gehört, der ihm eindringlich davon abriet, das Angebot anzunehmen: Die Rede ist vonDer englische Patient“, der opulenten Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Ondaatje.

Der englische Patient
Der englische Patient
Starttermin 31. Mai 1999 | 2 Std. 40 Min.
Von Anthony Minghella
Mit Ralph Fiennes, Juliette Binoche, Willem Dafoe
User-Wertung
3,8
Filmstarts
5,0
Auf Paramount+ streamen

Die von Anthony Minghella („Unterwegs nach Cold Mountain“) inszenierte 160-Minuten-Romanze spülte weltweit 230 Millionen US-Dollar in die Kinos und war damit ein beachtlicher Erfolg. Zudem wurde „Der englische Patient“ für zwölf Oscars nominiert, von denen er ganze neun (!) gewann – u.a. setzte er sich als Bester Film gegen Titel wie „Fargo“ oder „Jerry Maguire“ durch. Kein Wunder, dass sich Willis ganz schön ärgerte, als ihm klar wurde, was für ein Projekt er sich da hat durch die Lappen gehen lassen.

„Mein damaliger Agent hat mich davon abgehalten, mit Anthony Minghella zu arbeiten“, so Willis im Interview mit Ain't It Cool News (via Far Out Magazine). Zwar sei ihm nicht die Hauptrolle des Grafen László Almásy angeboten worden, die Ralph Fiennes übernahm. Dafür aber der drittwichtigste Part nach Katherine Clifton (Kristin Scott Thomas), der großen Liebe des Protagonisten: der kanadische Geheimdienstoffizier David „Moose“ Caravaggio, den schließlich Willem Dafoe verkörpern sollte.

Sein Agent habe ihm gesagt: „Das ist nichts für dich. Das ist ein Kunstfilm, der nichts reißen wird.“ Er habe diese Entscheidung immer bereut, „denn Minghella war ein Genie.“ Regisseur Minghella verstarb im Jahr 2008 im Alter von nur 54 Jahren an den Folgen einer Operation – und so kam eine Zusammenarbeit zwischen Willis und dem Filmemacher nie zustande.

Übrigens ist „Der englische Patient“ nicht der einzige Film, von dem Willis immer bedauert hat, ihn abgelehnt zu haben. Auch einem 90er-Jahre-Superhit zeigte er die kalte Schulter – allerdings in diesem Fall nicht wegen eines schlechten Ratschlags, sondern seiner eigenen Fehleinschätzung. Die ganze Geschichte lest ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich war ein Schwachkopf": Bruce Willis bereut, dass er einen der erfolgreichsten Filme der 90er Jahre abgelehnt hat

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