Neu im Heimkino: Diesen irren Mix aus Vampir-Horror und Martial-Arts-Kracher kennt ihr bestimmt noch nicht!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Zwei Kult-Filmschmieden, ein Genremischmasch: „Die 7 goldenen Vampire“ ist eine Zusammenarbeit zwischen Hammer und Shaw Brothers. Jetzt gibt es den Martial-Arts-Vampir-Horror erstmals auf Blu-ray.

Die britische Filmschmiede Hammer machte sich mit Horrorfilmen einen Namen, die Gothic-Design, Fleischbeschau und großzügigen Gebrauch von knallrotem Blut zu einem ganz eigenen Cocktail zusammenstellten. Doch im Laufe der 1970er-Jahre bekam sie den sich wandelnden Geschmack des Kinopublikums zu spüren – und sie entschied sich dafür, mit einem Sprung nach Asien für frischen Wind zu sorgen.

Denn Martial-Arts-Filme wirbelten die „Schundkinos“ auf, insbesondere Produktionen des (unter anderem von Quentin Tarantino kultisch verehrten) Studios Shaw Brothers. Die zwei Firmen schlossen einen Koproduktionsdeal, in dessen Rahmen zuerst eine Verschmelzung aus Vampir-Horror und Kung-Fu-Action entstand, der zwar obskur, aber auch denkwürdig-seltsam ist.

Am 26. Februar 2026 erscheint „Die 7 goldenen Vampire“ als limitiertes 2-Disc-Mediabook mit dem Action-Horrorfilm auf DVD und Blu-ray:

Bereits diese Woche sind bei Amazon die Mediabook-Editionen Cover A*, Cover B* und Cover D* erschienen, sowie eine Edition in Standardverpackung*.

Darum geht es in "Die 7 goldenen Vampire"

Kah (Shen Chan) ist der Hohepriester der 7 Goldenen Vampire und wagt den weiten Weg aus der chinesischen Provinz Sichuan nach Transsylvanien, um Dracula (John Forbes-Robertson), den Fürst der Finsternis anzuflehen: Er willigt ein, den Vampir aus seiner Gruft zu befreien, wenn er im Gegenzug die Untoten im Reich der Mitte auferstehen lässt.

Doch der Blutsauger nutzt die Gelegenheit aus, um Kahs Körper zu bemächtigen, sich selbst aus dem Mausoleum zu befreien und in China eine neue Schreckensherrschaft zu beginnen. Hundert Jahre später versuchen Okkultismusexperte Van Helsing (Peter Cushing), sein Sohn Leyland (Robin Stewart) und der Student Hsi Ching (David Chiang) diesem Grauen ein Ende zu setzen...

Ein Genre-Clash, bei dem es auch hinter den Kulissen knallte

Für diese sonderbare Genre-Melange taten sich zwei Regisseure zusammen, die sich in ihrem jeweiligen Metier längst bewiesen hatten: Roy Ward Baker inszenierte unter anderem den Film noir „Versuchung auf 809“ mit Marilyn Monroe sowie Hammer-Klassiker wie „Das grüne Blut der Dämonen“, Chang Cheh galt schon damals dank „Das Schwert des gelben Tigers“ als einer der beeindruckendsten Action-Regisseure Hongkongs und gewann später weiteres Ansehen als Mentor/Vorbild von „A Better Tomorrow“-Macher John Woo.

Die Zusammenarbeit zwischen Baker, Cheh, den Hammer-Verantwortlichen und der Shaw-Brothers-Crew lief allerdings ganz und gar nicht reibungslos ab: Es gab aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse gewaltige Verständigungsprobleme, dem Team wurde nicht das zuvor ersehnte Studiogelände zur Verfügung gestellt und die Crew teilte sich basierend auf der jeweiligen Herkunft in verfeindete Lager.

All das wurde durch eine Hitzewelle während des Drehs noch verschlimmert – zudem sagte Hauptdarsteller Peter Cushing bloß zu, um nach dem Tod seiner Frau den Kopf frei zu kriegen. Vom Drehbuch hielt er nicht viel, sein befreundeter Kollege Christopher Lee versuchte gar, ihm das Projekt komplett auszureden. Lee, der eigentlich einmal mehr Dracula spielen sollte, sagte indes konsequenterweise ab, was zu hastigen Skriptüberarbeitungen führte (und die wiederum zu weit klaffenden Logiklücken).

Trotzdem (oder gerade deswegen) hat „Die 7 goldenen Vampire“ viel für B-Movie-Fans zu bieten, insbesondere für jene, die sich an unverhohlen ausgelebter, filmischer Albernheit erfreuen: Die exzentrischen Designs, die jedes Mal in voller Ausführlichkeit zelebrierten Staubwolken-Effekte in den Todesszenen und die spaßig-wirre (Un-)Logik dieses Genremischmaschs sind wie geschaffen für einen feucht-fröhlichen Party-Filmabend im „SchleFaZ“-Modus.

Falls ihr es nicht so mit 70er-Martial-Arts-Grusel-Fremdscham-Charme habt, sondern lieber deftige, moderne FSK-18-Action schauen möchtet, dann ist dagegen unser folgender Heimkino-Tipp euer Ding:

FSK-18-Spektakel: Einer der blutigsten (und besten!) Actionfilme 2025 ging im Kino völlig unter – ab heute im Heimkino nachholen

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