Er ist stolze 86 Jahre alt, steht seit 60 Jahren vor der Kamera und noch viel länger auf der Theaterbühne – und er hat zwei der ikonischsten Figuren der Popkultur verkörpert: Gandalf in Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Saga und Magneto in der „X-Men“-Reihe. Trotzdem hat er in seinem Leben noch keinen einzigen Oscar gewonnen. Die Rede ist natürlich von Ian McKellen!
Seine erste Nominierung für den begehrten Goldjungen bekam der leidenschaftliche Shakespeare-Darsteller auch erst im Jahr 1999 – als Bester Hauptdarsteller für „Gods And Monsters“. Hier lieh McKellen dem gealterten „Frankenstein“- und „Der Unsichtbare“-Regisseur James Whale sein Gesicht, der im Mittelpunkt des biografischen Dramas steht. Neben der Karriere des Filmemachers erzählt der spätere „Breaking Dawn“-Macher Bill Condon auch von seinen Kriegserfahrungen und der Beziehung zu seinem Gärtner Clay Boone (Brendan Fraser).
Ian McKellens Sieg wäre historisch gewesen
Eine viel gelobte Leistung – allerdings war die Konkurrenz extrem stark: McKellen trat bei den Oscars gegen Tom Hanks („Der Soldat James Ryan“), Edward Norton („American History X“), Nick Nolte („Der Gejagte“) und Roberto Benigni („Das Leben ist schön“) an – Letzterer konnte die Statue letztlich mit nach Hause nehmen.
Später erinnerte sich McKellen an die verpasste Auszeichnung zurück und betonte dabei vor allem, dass es sich um einen historischen Sieg gehandelt hätte. Scene Mag zitierte den „Mr. Holmes“-Darsteller mit folgenden Worten: „Ich hatte einen Zettel in der Tasche, auf dem stand: ‚Meine Damen und Herren, ich bin stolz darauf, der erste offen schwule Schauspieler zu sein, der diesen Preis erhält.‘ Nun, ich musste ihn wieder zurück in die Tasche stecken.“
Tatsächlich gibt es bis heute keinen männlichen Schauspieler, der zum Zeitpunkt seines Oscar-Sieges bekanntermaßen homosexuell war. Die erste offen queere Gewinnerin war dagegen Ariana DeBose, die im Jahr 2022 für ihre Nebenrolle in „West Side Story“ prämiert wurde.
Auch für Gandalf gab es keinen Oscar
Doch zurück zu Ian McKellen. Bereits drei Jahre später konnte er nämlich erneut auf den noch immer wichtigsten Filmpreis der Welt hoffen – und zwar für seine wohl berühmteste Rolle: die des Zaubereres Gandalf. Ebenfalls als Beste Nebendarsteller in der Auswahl waren Jon Voight („Ali“), Ben Kingsley („Sexy Beast“), Ethan Hawke („Training Day“) und Jim Broadbent („Iris“) – der das Rennen zur Überraschung vieler Fans und Expert*innen für sich entscheiden konnte.
24 Jahre später wirkt diese Entscheidung noch ungerechter als damals, schließlich kann sich wohl jeder Filmfan an Gandalf erinnern – während sich das in weiteren Rollen mit Kate Winslet und Judi Dench besetzte Biopic „Iris“ nicht im kollektiven Gedächtnis verankern konnte. Ob McKellen eine weitere Chance bekommt? Wenigstens eine Auszeichnung für sein Lebenswerk sollte eigentlich noch drin sein...
Eine andere Hollywood-Ikone ist allerdings ohnehin noch schlimmer dran – schließlich hält sie sogar einen Rekord: Acht Nominierungen – aber kein einziger Gewinn. Um wen es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
43 Jahre Karriere, 61 Filme, 8 Oscar-Nominierungen – und bis heute kein Gewinn: Dieser Hollywood-Superstar ging bei jeder Verleihung leer aus!Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.