Bei den Oscars gilt die einfache Faustregel: Je mehr Nominierungen ein Film erhält, desto größer sind seine Chancen, bei dem noch immer wichtigsten Filmpreis der Welt ordentlich abzuräumen. In diesem Jahr gelten somit „Blood & Sinners“ (hat mit 16 Nominierungen sogar einen neuen Rekord aufgestellt) und „One Battle After Another“ (13 Nominierungen) als die absoluten Favoriten.
Doch auch wenn sich die genannten Werke berechtigte Hoffnungen machen können, zählen sie noch nicht automatisch zu den Gewinnern der kommenden Verleihung (die übrigens am 16. März stattfindet). Denn für jede Regel existieren natürlich Ausnahmen – und so gab es in der mittlerweile fast 100 Jahre umfassenden Oscar-Geschichte auch Filme, die sich zwar über Nominierungen im zweistelligen Bereich freuen konnten, am Ende aber trotzdem vollends leer ausgingen.
Das sind die großen Verlierer in fast 100 Jahren Oscar-Geschichte
Mit jeweils zehn Nominierungen, aber keinem einzigen Gewinn zählen so etwa der Coen-Brüder-Western „True Grit“, David O. Russells starbesetzte Farce „American Hustle“ sowie die drei von Martin Scorsese inszenierten Epen „Gangs Of New York“, „The Irishman“ und „Killers Of The Flower Moon“ zu den großen Verlierern in der Historie der Academy Awards. Doch bei zwei ebenfalls unprämierten Filmen war die Fallhöhe sogar noch größer – wurden sie doch ganze elf Mal nominiert!
Bis 1978 hielten William Wylers „Die kleinen Füchse“ sowie Mark Robsons „Glut unter der Asche“ den traurigen Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen ohne Auszeichnung – beide Filme konnten in jeweils neun Kategorien auf die begehrte Goldstatue hoffen, standen schlussendlich aber mit leeren Händen da. Diese „Bestmarke“ wurde bei der 50. Oscar-Verleihung aber noch einmal deutlich unterboten:
„Am Wendepunkt“ ging mit elf Nominierungen ins Oscar-Rennen, konnte sich aber nicht gegen seine Konkurrenz durchsetzen – und das, obwohl das von Herbert Ross inszenierte und in den Hauptrollen mit Shirley MacLaine und Anne Bancroft besetzte Ballett- und Psychodrama zuvor bei den Golden Globes als Bester Film sowie für die Beste Regie prämiert wurde. Bei den Academy Awards hingegen unterlag er in beiden Kategorien Woody Allens „Der Stadtneurotiker“.
Auch ein Spielberg-Epos wurde zum großen Verlierer
1986 bekam „Am Wendepunkt“ schließlich Gesellschaft – denn auch „Die Farbe Lila“ galt mit elf Nominierungen zunächst als einer der ganz großen Favoriten, einen Preis gab es für Steven Spielbergs Adaption des gleichnamigen, Pulitzer-Preis-gekrönten Romans von Alice Walker am Ende aber nicht. Der Hauptpreis ging an den ebenfalls elffach nominierten „Jenseits von Afrika“, Hauptdarstellerin Whoopi Goldberg wiederum verlor gegen Geraldine Page („A Trip To Bountiful – Reise ins Glück“).
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43 Jahre Karriere, 61 Filme, 8 Oscar-Nominierungen – und bis heute kein Gewinn: Dieser Hollywood-Superstar ging bei jeder Verleihung leer aus!