Sie war einer der größten Stars der 80er und 90er: Was macht Melanie Griffith eigentlich heute?
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Was macht Melanie Griffith heute? Der einstige Hollywood-Star prägte die 80er und 90er, zog sich später zurück und steht nun nur noch selten vor der Kamera. Ein Blick auf ihre Karriere, ihr Leben und ihre berühmte Familie.

Melanie Griffith gehörte über viele Jahre hinweg zu den prägenden Gesichtern des amerikanischen Kinos. Mit ihrem unverwechselbaren Charisma, einer Mischung aus Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein, dominierte sie insbesondere die späten 80er und frühen 90er. Filme wie „Die Waffen der Frauen“ (1988) machten sie weltweit bekannt und brachten ihr sogar eine Oscar-Nominierung ein. Doch während viele ihrer damaligen Kolleg*innen bis heute konstant präsent sind, ist es um Griffith in den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden. Zeit also, einen genaueren Blick darauf zu werfen – und was Melanie Griffith heute macht.

Durchbruch mit "Die Waffen der Frauen" und große Erfolge der 80er

Der Weg zum Ruhm war für Melanie Griffith keineswegs geradlinig. Als Tochter von Schauspielerin Tippi Hedren („Die Vögel“) kam sie früh mit der Filmwelt in Berührung, stand bereits als Teenager vor der Kamera und sammelte erste Erfahrungen in kleineren Produktionen. Ihren endgültigen Durchbruch feierte sie jedoch erst in den 80ern. Mit Rollen in Filmen wie „Der Tod kommt zweimal“ (1984), „Gefährliche Freundin“ (1986) und schließlich „Die Waffen der Frauen“ gelang ihr der Sprung in die erste Reihe Hollywoods.

Gerade letzterer Film etablierte sie als ernstzunehmende Darstellerin. Ihre Darstellung einer ehrgeizigen Sekretärin, die sich in einer von Männern dominierten Geschäftswelt behauptet, traf den Zeitgeist und machte sie zu einer Identifikationsfigur. Es folgten weitere Produktionen wie „Wie ein Licht in dunkler Nacht“ (1992) oder „Nobody’s Fool – Auf Dauer unwiderstehlich“ (1994), die ihre Bandbreite unterstrichen. Allerdings gab es damals auch schon erste markante Flops, wie die Bestseller-Verfilmung „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (1990), die bis heute von ihren Stars mit großer Leidenschaft verachtet wird.

Melanie Griffith privat

Trotz dieser Erfolge blieb ihre Laufbahn nicht frei von Brüchen. In den 90ern häuften sich Projekte, die sowohl bei Kritiker*innen als auch an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurückblieben. Gleichzeitig rückte ihr Privatleben stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Beziehungen, gesundheitliche Herausforderungen und persönliche Krisen überlagerten zunehmend die Wahrnehmung ihrer Arbeit.

Eine prägende Beziehung führte sie mit „Miami Vice“-Star Don Johnson, mit dem sie – in einer turbulenten On-off-Dynamik – zweimal verheiratet war. Aus dieser Verbindung stammt ihre Tochter Dakota Johnson, die heute selbst zu den gefragten Schauspielerinnen Hollywoods zählt und mit eigenen Erfolgen (darunter „Was ist Liebe wert – Materialists“) an die Karriere ihrer Mutter anknüpfen konnte.

Ein weiterer bedeutender Abschnitt ihres Lebens war die spätere Ehe mit Antonio Banderas („Spy Kids“), die von 1996 bis 2015 hielt. Die beiden galten lange als eines der bekanntesten Paare Hollywoods. Dennoch gelang es Griffith in dieser Phase nicht mehr, an die großen Erfolge ihrer Hochphase anzuknüpfen. Auch Banderas' Regiearbeit „Verrückt in Alabama“ (1999), die in der Boulevardpresse durchaus Anklang fand und in der Griffith die Hauptrolle spielte, änderte daran nichts. Allerdings ist der Film durchaus interessant, beinhaltet er doch die ersten Karriereschritte einer heute überaus bekannten Darstellerin:

Vor 26 Jahren machte sie ihre ersten Schritte auf der Leinwand, heute kennt sie jeder: Habt ihr dieses kleine Mädchen erkannt?

Was macht Melanie Griffith eigentlich heute?

In den 2000er- und 2010er-Jahren verlagerte sich Griffiths Arbeit zunehmend in kleinere Produktionen sowie Fernsehformate. Sie blieb aktiv, wählte ihre Rollen jedoch gezielter aus. Große Studiofilme wurden seltener, stattdessen trat sie in Independent-Projekten oder Gastrollen auf. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall: Während männliche Stars oft über Jahrzehnte hinweg zentrale Rollen behalten, werden Frauen mit zunehmendem Alter deutlich seltener im Mittelpunkt großer Produktionen besetzt – unabhängig von ihrer Erfahrung.

Auch Griffith ist davon nicht ausgenommen. Ihre Fähigkeiten stehen außer Frage, doch die Angebote fallen heute deutlich kleiner aus. Das zeigt sich auch an ihren jüngsten Arbeiten: Zuletzt war sie in einer Folge der Podcast-Serie „Dirty Diana“ zu hören und übernahm im Indie-Drama „By Design“ (2025) eine Nebenrolle.

Parallel dazu befindet sich das Drama „Akil“, an dem Antonio Banderas als Regisseur beteiligt ist, bereits seit 2013 in der Entwicklung – ohne sichtbare Fortschritte, was eher darauf hindeutet, dass das Projekt derzeit kaum konkrete Formen annimmt. Immerhin: Banderas wird selbst gut wissen, dass ein nicht entstandenes Projekt immer noch besser ist, als eines, das mit Häme und schlechten Wertungen regelrecht überzogen wurde:

Mit 0 (!) Prozent auf Rotten Tomatoes ist das einer der schlechtesten Actionfilme aller Zeiten: "Schlagt lieber anderthalb Stunden euren Kopf gegen die Wand"

Abseits der Kamera hat Melanie Griffith ihr Leben inzwischen in ruhigere Bahnen gelenkt. Nach der Trennung von Banderas konzentriert sie sich stärker auf ihre Familie und persönliche Interessen. Die enge Verbindung zu ihrer Tochter Dakota, die heute selbst eine erfolgreiche Karriere verfolgt, steht dabei immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Einblicke.

Insgesamt wirkt Griffith heute reflektiert und gefestigt, spricht offen über gesundheitliche Themen und scheint den Druck früherer Jahre bewusst hinter sich gelassen zu haben. Auch wenn sie nicht mehr regelmäßig im Zentrum großer Produktionen steht, bleibt sie eine prägende Figur ihrer Generation – mit einer Laufbahn, die von eindrucksvollen Höhen, schwierigen Phasen und einem Wandel erzählt, der nicht nur individuell, sondern auch strukturell bedingt ist.

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Sie überlebte den T-Rex und die Raptoren aus "Jurassic Park": Was macht Ariana Richards eigentlich heute?

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