Action-Legende Chuck Norris ist tot: Martial-Arts-Ikone wurde 86 Jahre alt
Björn Becher
Björn Becher
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Begonnen mit den Stunts von Buster Keaton über die Akrobatik bei Jackie Chan hin zur Brachialgewalt in „The Raid“: Björn Becher liebt Actionfilme.

Die Filmwelt trauert um eine der prägendsten Figuren des Actionkinos: Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren gestorben, wie jetzt seine Familie bestätigte.

Lionsgate

Über Jahrzehnte hinweg prägte Chuck Norris das Genre wie nur wenige andere. Als wortkarger Einzelkämpfer und kompromissloser Gesetzeshüter begeisterte er vor allem in den 1980er-Jahren in einer ganzen Reihe von B-Movies, die heute Kultstatus haben. Doch diesen Status erreichte der Kampfkünstler und Schauspieler auch selbst. Legendär sind die zahlreichen Sprüche über ihn. Zeilen wie „Chuck Norris trägt keine Uhr. Er entscheidet, wie spät es ist.“ oder „Chuck Norris zählt bis unendlich. Zweimal.“ machten ihn zu einem popkulturellen Phänomen weit über das Kino hinaus.

Jetzt ist Chuck Norris im Alter von 86 Jahren gestorben. Nachdem bereits Meldungen die Runde machte, dass der Schauspieler am gestrigen Donnerstag in ein Krankenhaus in Hawaii eingeliefert wurde, teilte seine Familie nun via Instagram mit, dass er am 19. März 2026 verstorben ist.

Vom Trainer einer Hollywood-Legende zum Filmstar

Chuck Norris wurde am 10. März 1940 in Oklahoma als Carlos Ray Norris geboren. Und zuerst deutete nicht viel auf eine Hollywood-Karriere hin. Nach schwieriger Kindheit wollte Norris, dessen Elternteile jeweils halb Cherokee, halb irischer Abstammung sind, Polizist werden. Doch erst einmal ging er zum Militär. Als Soldat der US-Air-Force kam er in den 1960er-Jahren nach Südkorea, wo er seine Leidenschaft für Kampfsport entdeckte.

Damit schien er seine Bestimmung gefunden zu haben. Er meisterte mehrere verschiedene Kampfsportarten und nahm an diversen Turnieren teil, die er gewann. Er wurde sogar mehrfach Karate-Weltmeister und begann auch erfolgreich eine Tätigkeit als Trainer. Unter seinen Schützlingen waren allerlei Prominente – allen voran Steve McQueen. Die Leinwandlegende überredete Norris schließlich, es als Schauspieler zu versuchen und Unterricht zu nehmen.

Erst bei Bruce Lee und dann der Aufstieg zur Action-Ikone der 80er

Bereits zuvor hatte Norris in ersten Projekten vor der Kamera gestanden – vor allem dank einer Person. Nachdem sich beide bei einem Turnier kennenlernte, holte Bruce Lee den Kampfsportkollegen 1968 für eine Mini-Rolle an Bord des Films „Rollkommando“. Lee war bei der Hollywood-Produktion mit Dean Martin und Sharon Tate der Action-Choreograf (was auch zuletzt in Quentin Tarantinos „Once Upon A Time... In Hollywood“ eine Rolle spielte) und holte Norris dann auch 1972 als Co-Star zu „Die Todeskralle schlägt wieder zu“. Der Kampf der beiden ist auch heute noch legendär. Geldprobleme ließen Norris auch noch 1973 eine Rolle in „Der Boß von San Francisco“ übernehmen.

Aber erst als er 1977 die Hauptrolle im Indie-Film „Breaker! Breaker! - Voll in Action“ übernahm, machte Norris wirklich ernst mit der Schauspielerei. Von da an ging es auch schnell bergauf. In den 1980er-Jahren wurde Chuck Norris endgültig zum festen Bestandteil des Actionkinos. Filme wie „Missing In Action“, „Delta Force“ oder „Invasion U.S.A.“ machten ihn zum Inbegriff des unaufhaltsamen Einzelkämpfers. In Zusammenarbeit mit Cannon Films entstanden mehrere patriotische Titel, in welchen Norris im Alleingang ganze Armeen der Feinde Amerikas besiegte und mit harter Hand für Gerechtigkeit sorgte. Der überzeugte Republikaner wurde dadurch zu einem der prägenden Gesichter der VHS-Ära.

Kultstatus durch "Walker, Texas Ranger"

In den 1990er-Jahren gelang Norris ein neuer Karrierehöhepunkt im Fernsehen: Mit der Serie „Walker, Texas Ranger“ wurde er einem noch breiteren Publikum bekannt. Von 1993 bis 2001 verkörperte er den titelgebenden Gesetzeshüter Cordell Walker. In über 200 Episoden zeigte er immer wieder seinen ikonischen Roundhouse-Kick, der zu seinem Markenzeichen wurde.

An dieser Erfolge konnte Norris ab den 2000er-Jahren zwar nicht mehr anknüpfen, war aber immer wieder in Filmen und Serien zu sehen. Vor allem avancierte er aber zu einem Internetphänomen: Die sogenannten „Chuck Norris Facts“ machten ihn zur humorvollen Überfigur und wurden gerade im Internet-Zeitalter geteilt. Sätze wie „Chuck Norris wurde von einer Kobra gebissen. Nach fünf Tagen qualvoller Schmerzen starb die Kobra.“ oder „Chuck Norris kann eine Drehtür zuschlagen.“ wurden massenhaft ausgetauscht.

Mit einem solchen „Norris-Fakt“ wollen wir den Artikel auch abschließend, der vielleicht nicht nur ganz gut zur Action-Legende passt, sondern angeblich auch sein Lieblingswitz über ihn selbst war: „Man wollte Chuck Norris’ Gesicht auf den Mount Rushmore meißeln. Aber der Granit war nicht hart genug für seinen Bart.“

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