„Peaky Blinders“ gehört ohne Zweifel zu den größten Serienphänomenen dieses Jahrhunderts. 2013 feierte das Gangster-Epos von Steven Knight seine Premiere und erzählt die Geschichte der Shelby-Familie, die im Zentrum der titelgebenden kriminellen Organisation steht. Über insgesamt 36 Folgen in sechs Staffeln hinweg entwickelte sich die Serie zu einem weltweiten Erfolg, bevor sie 2022 ihr Ende fand – doch ganz abgeschlossen war die Geschichte damit noch nicht.
Mit dem Spielfilm „Peaky Blinders: The Immortal Man“, der seit dem 20. März 2026 beim Streamingdienst Netflix verfügbar ist, wurde der Erfolgsserie nun ein großes Finale nachgereicht. Darin kehrt Oscar-Preisträger Cillian Murphy („Oppenheimer“) erneut in seine Paraderolle als Thomas „Tommy“ Shelby zurück und führt die Geschichte zu einem würdigen Abschluss. An seiner Seite ist dabei unter anderem „Mission: Impossible“- und „Dune“-Star Rebecca Ferguson zu sehen, die als neues Gesicht den „Peaky Blinders“-Kosmos bereichert.
FILMSTARTS-Redakteurin Chantal Neumann traf Cillian Murphy und Rebecca Ferguson nun in Berlin zum Interview, um mit ihnen über „Peaky Blinders: The Immortal Man“ zu sprechen. Dabei verrieten die beiden unter anderem, dass es tatsächlich einen Darsteller gibt, der die Serie vorher gar nicht gesehen hatte – und sie gaben einen Ausblick darauf, wie die Chancen stehen, dass wir Tommy Shelby vielleicht doch noch einmal wiedersehen werden.
FILMSTARTS: Cillian, nach so vielen Jahren in dieser Rolle: Braucht es für dich überhaupt noch viel Vorbereitung, um wieder in Tommy hineinzufinden – abgesehen davon, den Text zu lernen?
Cillian Murphy: Ja, jedes Jahr habe ich Zeit gebraucht, weil es immer eine lange Pause gab. Und bei diesem Film waren es vier Jahre, seit wir die letzte Staffel gedreht haben, also war ich mit anderen Dingen beschäftigt. Und man vergisst irgendwie jedes Mal, wenn man aufhört oder fertig ist einiges und denkt: „Wie zum Teufel haben wir das gemacht? Ich kann mich nicht erinnern, wie wir das gemacht haben.“
Rebecca Ferguson: Und genauso schnell kommt man wieder rein, oder?
Cillian Murphy: Ja, sobald man wieder am Set ist. Aber es dauert ein paar Monate. Und wenn man dann wieder am Set ist, ist es irgendwie vertraut. Aber das hier war anders, weil es ein Film war und nicht sechs Stunden Fernsehen. Es waren zwei Stunden Spielfilm. Es war also das Gleiche, aber doch anders, wenn du verstehst, was ich meine.
FILMSTARTS: Rebecca, warst du vorher ein Fan der Serie?
Rebecca Ferguson: Ja, ich meine, es ist schwer, sie nicht zu kennen, weil sie so ein Phänomen und überall präsent ist – also weltweit. Es ist Hingabe. Ich habe ein, zwei Staffeln gesehen.
Cillian Murphy: Tim Roth hat gar keine gesehen.
Rebecca Ferguson: Er hat gar keine gesehen. Er ist also schlimmer als ich. Und er hat sich sogar aktiv dagegen entschieden. Aber was ich daran mag – und das sage ich nicht nur wegen Cillian: Nachdem ich den Film gesehen habe und am Set war, will ich zurückgehen und die Serie schauen, weil ich diese Zeit und die Menschen darin gespürt habe. Und ich glaube, das können alle tun. Die Leute werden das tun wollen, weil es eine eigene Welt ist, in die wir einfach eintauchen können.
Netflix
FILMSTARTS: Wie wurdest du am Set aufgenommen – und wie hast du dich darauf vorbereitet, in diese doch sehr ikonische Welt einzutreten?
Rebecca Ferguson: Das Set ist ja das Endprodukt einer Zusammenarbeit. Zuerst haben wir Telefonate und Zooms. Ich habe Fragen, sie werden beantwortet. Ich möchte vielleicht etwas ändern und das passiert dann. Sie haben sofort Bereitschaft gezeigt, zusammenzuarbeiten und mir alles zu erklären und eine Welt für meine Figur zu erschaffen. Als ich dann ans Set kam, war es genau wie ich es erwartet hatte: Sicher und frei und auch lustig.
FILMSTARTS: Gab es Aspekte von Tommys Entwicklung in diesem Film, die dich noch überrascht haben oder sich wie eine neue Erfahrung für den Charakter angefühlt haben?
Cillian Murphy: Nun, die Tatsache, dass er irgendwie einfach stagniert und niemanden mehr um sich hat. Es ist keine Familie mehr übrig. Außer dem Sohn und Johnny Dogs (Packy Lee), der wie sein bester Freund ist – und das war's. Er hat also nur noch Geister. Es ist wie eine Geistergeschichte. Ich schätze, das hat mich überrascht, dass die ersten 20 Minuten des Films wie eine Geistergeschichte sind.
Rebecca Ferguson: Das stimmt.
Cillian Murphy: Und das ist wirklich cool.
Rebecca Ferguson: In diesem Zustand haben wir ihn noch nie gesehen.
Cillian Murphy: Nie. Er ist sonst immer in Bewegung, damit sie ihn nicht einholen können.
FILMSTARTS: Die Serie hat eine extrem leidenschaftliche Fangemeinde. Als du das Drehbuch gelesen hast, Rebecca: Gab es einen Moment, bei dem du dachtest, dass dieser die Fans vielleicht spalten könnte?
Rebecca Ferguson: Nein. Ich glaube, es gibt Momente im Drehbuch, die Fans etwas fühlen lassen – egal, ob sie gespalten sind oder nicht. Es wird emotional und all das auslösen, was ein Film auslösen soll. Ob es dafür ein einfaches Wort gibt, weiß ich nicht – aber sie werden fühlen.
Achtung Spoiler!
FILMSTARTS: Cillian, du hast Geister erwähnt. In der Serie und jetzt auch im Film tauchen die Geister der Toten immer wieder auf. Gleichzeitig wissen wir, dass das „Peaky Blinders“-Universum in Zukunft weiter ausgebaut werden soll. Könntest du dir vorstellen, Tommy als Geist zurückzubringen?
Cillian Murphy: Als Geist? Da müsstest du Steven Knight fragen. Er ist der Mann, den man fragen muss.
FILMSTARTS: Aber wärst du bereit, als Geist zurückzukommen?
Cillian Murphy: Ich weiß nicht, ob ich sehr gut im Geister-Schauspielen wäre.
Rebecca Ferguson: Man nennt es „Ghacting“.
Cillian Murphy: Sie hat es gesagt. (lacht)
Rebecca Ferguson: Sorry.
Wir von FILMSTARTS können euch „Peaky Blinders: The Immortal Man“ auf jeden Fall empfehlen. In unserer offiziellen Kritik vergab diese Autorin starke 4 von 5 Sternen. Im Fazit heißt es: „Als Finale im Stile eines Epilogs funktioniert der Film hervorragend! ‚Peaky Blinders – The Immortal Man‘ ist kein betont bombastischer Abschluss, sondern setzt stattdessen konsequent auf die Stärken der Serie: Atmosphäre, Dialoge und Psychologie!“
Nachfolgend haben wir auch noch den englischen Original-Trailer für euch: