In diesem viel zu unbekannten Historien-Epos spielt einer der größten Hollywood-Stars eine seiner ersten Rollen – habt ihr ihn erkannt?
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Auch Stars fangen mal klein an. So spielte etwa Hollywoods größter Kassenmagnet vor 45 Jahren eine Mini-Rolle als Gang-Mitglied in einem Film, der - völlig zu Unrecht - längst in Vergessenheit geraten ist. Wir erinnern an das epische Meisterwerk.

Samuel L. Jackson gehört seit Jahrzehnten zu den umsatzstärksten Schauspielern Hollywoods. Mitverantwortlich dafür ist u.a. seine Mitwirkung an höchst profitablen Franchises wie dem Marvel Cinematic Universe (MCU) und der „Star Wars“-Reihe. Über 28 Milliarden Dollar (Stand: Mai 2025) haben Jacksons Filme bislang eingebracht – diese Tatsache machte den 77-Jährigen sogar lange zum erfolgreichsten Schauspieler der Welt.

Der erste Filmauftritt Jacksons liegt dabei schon über 50 Jahre zurück. Seitdem hat der 2022 mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnete Darsteller in weit über 150 Filmen mitgespielt (Serien nicht mitgezählt). Seinen weltweiten Durchbruch feierte er aber erst 1994 mit Quentin Tarantinos 90er-Kultstreifen „Pulp Fiction“. Da war Jackson schon 45 Jahre alt.

Bis dahin hatte er aber bereits in etlichen Meisterwerken und unterschätzten Filmperlen mitgespielt, meist in Mini-Rollen oder als Statist. Einer dieser „übersehenen Filmauftritte“ Jacksons ist sein Part in Miloš Formans („Larry Flynt“) epischem Rassismus-Drama „Ragtime“. Der Film gilt heute als Kritikerliebling und eines der ambitioniertesten Dramen der frühen 1980er-Jahre. Ein Meilenstein, der zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Aufwändiges Zeitgeschichts-Drama: Das ist "Ragtime"

Der Film spielt im New York des frühen 20. Jahrhunderts: Die Metropole ist durchzogen von einer nie gekannten Umbruchstimmung. Unzählige Immigranten aus Europa strömen in die Stadt und verwandeln den Big Apple in einen „Melting Pot“. In dieser aufregenden, aber ebenso von Unsicherheit und Zukunftsängsten geprägten Zeit treffen die Schicksale unterschiedlicher Familien, Einwanderer und Einheimischer aufeinander. Darunter auch der schwarze Jazz-Musiker Coalhouse Walker Jr., der es zu Geld und Ruhm gebracht hat – was nicht allen passt. Und so wird er Opfer schwerster rassistischer Anfeindungen des örtlichen Feuerwehrmanns und der Polizei.

Ragtime
Ragtime
Starttermin 21. Januar 1982 | 2 Std. 35 Min.
Von Milos Forman
Mit Howard E. Rollins Jr, Elizabeth McGovern, Mary Steenburgen
User-Wertung
2,6

Doch Walkers Versuche, auf die Anfeindungen aufmerksam zu machen, scheitern. Er radikalisiert sich und nimmt das Gesetz selbst in die Hand. Als er zusammen mit einigen Gleichgesinnten die Feuerwache überfällt und seine Rechte mittels Gewalt durchsetzen will, kommt es zur Katastrophe.

Regisseur Forman, der zuvor schon „Einer flog über das Kuckucksnest“ aus der Taufe hob und Jahre nach „Ragtime“ mit „Amadeus“ einen achtfach Oscar-prämierten Welterfolg landen sollte, verfilmte mit dem episodisch angelegten Drama den gleichnamigen, 1975 erschienenen Roman von E. L. Doctorow.

„Ragtime“ (der Name geht auf den US-amerikanischen, Klavier-lastigen Musikstil zurück) ist für sein namhaftes, riesiges Darsteller-Ensemble bekannt, zu dem u.a. Howard E. Rollins Jr. als Coalhouse Walker Jr., die Oscar-Gewinnerin Mary Steenburgen („Melvin und Howard“) sowie Hollywood-Legende James Cagney („Sprung in den Tod“) in seiner letzten Kinorolle gehören. Und: Samuel L. Jackson als Gang-Mitglied.

Namenloses Gang-Mitglied: Samuel L. Jacksons "Ragtime"-Auftritt

Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 32-jährige Jackson spielt einen jener Männer, die sich Walker – und dessen Wunsch nach Gerechtigkeit – anschließen. Gemeinsam besetzen sie nach dem Überfall auf die Feuerwache aus Rache eine New Yorker Museumsbibliothek und nehmen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, Geiseln. Jackson taucht in dieser Szene am Ende des Films nur wenige Minuten (und meist im Hintergrund) auf. Dennoch: Nach seinem Spielfilm-Debüt im Low-Budget-Steifen „Together For Days“ (1972) und dem Exploitation-Thriller „Der Extermniator“ (1980) schnupperte er mit „Ragtime“ erstmals Hollywood-Luft – wenn auch nur in einer kleinen Rolle.

Das 155 Minuten lange, aufwändig ausgestattete und extrem teure Epos (die Produktion verschlang Kosten von rund 30 Millionen Dollar) floppte an den Kassen. Doch viele Kritiker und reichweitenstarke Medien der Zeit waren von dem Film begeistert – und lobten vor allem die Darsteller-Leistungen sowie Formans Regie. „Ragtime“ erhielt zudem acht Oscar-Nominierungen (u.a. für die Kameraarbeit und den „Besten Filmsong“), ging am Ende jedoch leer aus. Auf Rotten Tomatoes hält der Film heute eine solide Kritikerwertung von 85 Prozent und gilt längst als 80er-Jahre-Klassiker.

Bis zu seinem ganz großen Durchbruch musste Jackson nach „Ragtime“ noch 13 Jahre warten. In den mittleren 1990ern war es aber dann so weit: Jackson hatte sich als ausdrucksstarker, vielseitiger Mime etabliert. Auch dank eines Films, der als einer der ersten auf „Pulp Fiction“ folgte – und Jackson in seiner bis dahin actionreichste Rolle an der Seite eines der größten Kassenmagneten der 1990er zeigte:

Vor 30 Jahren hat dieser Action-Blockbuster alle anderen Filme übertrumpft: Er hat eine beliebte Reihe für immer verändert!

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