Aktuell läuft das Musiker-Biopic „Michael“ weltweit mit gigantischem Erfolg in den Kinos. Während die Begeisterung von Millionen Michael-Jackson-Fans allerorten groß ist, fragen sich viele von ihnen aber auch, weshalb eine im Leben des Pop-Superstars enorm wichtige Person im Film nicht einmal erwähnt, geschweige denn gezeigt wird. Auch wir von FILMSTARTS haben uns über diesen Umstand sehr gewundert und sind der Sache deshalb nachgegangen.
„Michael“ läuft aktuell bundesweit auf hunderten von deutschen Leinwänden. Warum sich ein Kinoticket speziell für Fans der Pop-Ikone lohnt und was wir sonst noch von dem Titel halten, erfahrt ihr in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik.
Dieser Superstar fehlt in "Michael"!
Echten Jackson-Fans unter euch wird im Laufe des Films sicher aufgefallen sein, dass einige von Michaels Geschwistern komplett aus dem Film herausgelassen wurden. Seine Brüder Jackie, Tito, Jermaine und Marlon sind präsent und bilden mit ihm zusammen auch auf der Leinwand die Jackson 5. Der jüngste Bruder Randy fehlt aber und wird auch nie erwähnt. Ähnlich verhält es sich mit seiner Schwester Rebbie, dem ältesten Kind der Familie. Am auffälligsten ist aber die Abwesenheit von Janet Jackson, der jüngsten der drei Töchter von Joseph und Katherine Jackson.
Trotz des Altersunterschiedes von acht Jahren zwischen ihnen standen sich Michael und seine Schwester im wahren Leben nämlich lange sehr nahe. Berichten zufolge nahm er die kleine Janet schon früh unter seine Fittiche und weckte in ihr den Wunsch, selbst eine Laufbahn als Popstar anzustreben. Was ihr mit Superhits wie „What Have You Done for Me Lately?“, „Rhythm Nation“ oder „That's the Way Love Goes“ dann auch auf atemberaubend erfolgreiche Weise gelang. Mit über 100 Millionen verkauften Alben avancierte Janet Jackson zu einer der populärsten Musikerinnen aller Zeiten.
Nebenher startete Janet auch eine erfolgreiche Schauspielkarriere. So war sie unter anderem mit Hauptrollen in John Singletons „Poetic Justice“, neben Eddie Murphy in „Familie Klumps und der verrückte Professor“ und in Tyler Perrys „Auch Liebe macht mal Ferien 1+2“ in den Kinos vertreten.
Obwohl die Handlung des Films bereits 1988 endet, hätte es reichlich Gelegenheiten gegeben, die Figur Janet Jackson in „Michael“ zu integrieren. Und das nicht nur im Rahmen der zahlreichen Szenen, die auf dem Anwesen der Familie im kalifornischen Encino spielen. Denn auch sonst haben Michael und Janet Berichten zufolge viel Zeit miteinander verbracht.
Schon früh war sie oft hinter der Bühne, wenn Michael live auftrat. Er ließ sie sogar immer mal wieder daran teilhaben, wenn er an neuen Liedern arbeitete. So war sie während der Aufnahmen zu seinem Megahit-Longplayer „Thriller“ im Studio anwesend und sang gemeinsam mit ihrer Schwester La Toya Backing-Vocals für die Single „P.Y.T. (Pretty Young Thing)“ ein. Zudem tanzte sie angeblich auch als einer der Zombies im legendären Videoclip zum Titeltrack des Albums mit, dessen Herstellung im Film gezeigt wird.
Janet Jackson fehlt in "Michael": Das sind die Gründe
Doch was sind die Hintergründe für das Fehlen jeglicher Hinweise auf die Existenz von Janet in Michael Jacksons Leben in einem so großen Film über ihn? Das Online-Magazin The Root berichtet, dass Janet Jackson eine Rolle als ausführende Produzentin des Films angeboten wurde – ähnlich wie es bei ihren Geschwistern Jackie, Jermaine, La Toya, Marlon und dem mittlerweile verstorbenen Tito der Fall war. Ein mit der Produktion verbundener Sprecher teilte The Root mit, dass während letztere dieses Angebot allesamt annahmen, Janet und ihr Bruder Randy dieses jedoch ablehnten.
Janet Jackson hat seit vielen Jahren Probleme mit Michaels Nachlassverwaltern um Michaels einstigen Anwalt und Manager John Branca (im Film gespielt von „Top Gun 2“-Star Miles Teller), der den Film auch produziert hat. 2012 beschuldigte Janet Branca und Co. öffentlich des Betrugs und der Misshandlung ihrer Mutter Katherine. In einem offenen Brief warf sie Branca und anderen vor, auf Kosten ihrer Familie „herzlos nach Reichtum, Ruhm und Macht zu streben“. Sollte das Verhältnis zwischen Janet und Branca nach all den Jahren noch immer so angespannt sein, ist es mehr als nachvollziehbar, dass sie sich von dem Projekt distanzierte und darin nicht dargestellt werden wollte.
Zudem pflegt Janet ein sehr enges Verhältnis zu Michaels Tochter Paris Jackson. Diese hat ihre Abneigung gegenüber dem Biopic seit den ersten Berichten darüber immer wieder klar zum Ausdruck gebracht. Paris’ älterer Bruder Prince hingegen ist als ausführender Produzent an dem Film beteiligt, soll Medienberichten zufolge jeden Drehtag am Set verbracht haben und war auch bei der Weltpremiere in Berlin anwesend.
Laut Entertainment Tonight wurde der Film vor der Premiere der gesamten Jackson-Familie im Rahmen eines privaten Screenings in L.A. vorgeführt, bei dem auch Janet anwesend gewesen sein soll. Angeblich kam es im Anschluss daran zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung zwischen Janet und ihrem Bruder Jermaine über diverse Passagen des Films. Gleichzeitig habe sie aber auch die Performance ihres Neffen Jaafar Jackson gelobt, der Michael auf der Leinwand darstellt, und geäußert, wie stolz sie auf ihn sei.
Dass Janet Jackson in die Produktion eines aufgrund des gigantischen Erfolgs des Films immer wahrscheinlicher werdenden „Michael 2“ involviert sein wird, scheint mehr als fraglich. Im Laufe des Medienrummels um „Michael“ kam aber auch wieder ein Biopic über ihre eigene Person ins Gespräch, an dem offenbar seit einigen Jahren gearbeitet wird. Vielleicht sehen wir Janet Jackson also irgendwann doch noch wieder auf der Leinwand.
Zum Abschluss haben wir hier die aktuelle Ausgabe des FILMSTARTS-Podcasts „Leinwandliebe“, die sich ausführlich mit „Michael“ beschäftigt. Viel Spaß damit:
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