Leonardo DiCaprio ist zweifellos der Inbegriff eines Hollywood-Giganten. Vor fast 30 Jahren feierte er dank James Camerons Mega-Blockbuster „Titanic“ seinen großen Durchbruch, und seitdem ging es für den gebürtigen Kalifornier eigentlich nur noch bergauf. Er gewann einen Oscar als Bester Hauptdarsteller (für „The Revenant“), wurde zum Lieblingsschauspieler von Martin Scorsese („Killers Of The Flower Moon“) und arbeitete auch darüber hinaus mit den größten Regisseuren der Welt zusammen: von Steven Spielberg und Christopher Nolan über Clint Eastwood bis hin zu Quentin Tarantino und Paul Thomas Anderson.
Doch DiCaprio ist nicht nur einer der gefragtesten und bestbezahlten Schauspieler überhaupt – er nutzt seinen Ruhm auch regelmäßig dafür, sich lautstark für den Umweltschutz zu engagieren. So beließ er es bei seiner Oscar-Rede im Jahr 2016 nicht bei den üblichen Danksagungen, sondern machte vor einem Millionenpublikum auf die Klimakrise aufmerksam. Über seine eigene Stiftung wiederum hat er bereits über 100 Millionen US-Dollar für den Schutz bedrohter Tierarten und den Erhalt von Ökosystemen weltweit gesammelt.
Und dann ist da noch die Insel Blackadore Caye vor der Küste von Belize, die DiCaprio bereits im Jahr 2005 erwarb – für rund 1,75 Millionen US-Dollar. Es ist natürlich keine Seltenheit, dass Stars ihr Vermögen in Grundstücke oder unbewohntes Land stecken. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Kolleg*innen ging es DiCaprio nicht darum, auf der rund 42 Hektar großen Fläche eine private Luxusvilla zu errichten oder sie als Feierparadies zu nutzen.
Leonardo DiCaprios ambitionierte Pläne für Blackadore Caye
Bevor sie in den Besitz des Hollywood-Stars überging, befand sich die Insel nämlich in einem desolaten Zustand: Jahrelange Überfischung, die radikale Abholzung der Mangroven sowie die zunehmende Erosion der Küste hatten das Ökosystem stark geschädigt. DiCaprio entschloss sich daraufhin, Blackadore Caye in das weltweit erste „Restorative Resort“ zu verwandeln.
Dahinter steckt ein Konzept, das weit über gewöhnlichen Öko-Tourismus hinausgeht: Während es bei ähnlichen Anlagen meist in erster Linie darum geht, die Natur möglichst wenig zu belasten, verfolgte DiCaprio das Ziel, die Insel durch menschliche Präsenz aktiv zu heilen. Das Projekt sollte der Natur mehr zurückgeben, als sie ihr nimmt, und so dafür sorgen, dass die ursprüngliche Artenvielfalt auf das Eiland zurückkehrt.
Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, ließ der Schauspieler ein Team aus Biologen und Öko-Ingenieuren nachhaltige Urlaubsvillen entwerfen, während parallel an Maßnahmen zur ökologischen Sanierung der Insel gearbeitet wurde. Die Planungen sehen vor, tausende einheimische Mangroven zu pflanzen, um die Erosion der Küste zu stoppen und den Boden wieder zu stabilisieren. Auch unter der Wasseroberfläche soll nachgeholfen werden: Vorgesehen ist der Bau künstlicher Riffe, um Korallen und bedrohten Fischarten einen geschützten Lebensraum zu bieten.
Die gesamte Energie für das Vorhaben soll laut Konzept zu 100 Prozent aus Solarkraft gewonnen werden, während die Wasserversorgung auf der Aufbereitung von Regenwasser basieren soll. Das vielleicht wichtigste Detail ist jedoch die Aufteilung der Fläche: Damit sich Flora und Fauna wirklich regenerieren können, sieht der Entwurf vor, dass rund 60 Prozent der Insel als striktes Naturschutzgebiet für Menschen vollkommen unzugänglich bleiben.
Es gibt auch Kritik an DiCaprios Plänen
Was allerdings auch nicht verschwiegen werden soll: Trotz der ehrenwerten ökologischen Ziele gab es im Laufe der Jahre auch Gegenwind. Lokale Fischer äußerten etwa die Sorge, ihre traditionellen Fanggründe zu verlieren, während einige Umweltschützer*innen kritisierten, dass selbst ein „grünes“ Resort einen zu großen Eingriff in das unberührte Ökosystem darstellen könnte. DiCaprio und sein Team passten ihre Entwürfe mehrfach an, um beispielsweise den Schutz der dort heimischen Seekühe stärker zu priorisieren und die Interessen der Anwohner*innen besser wahren zu können.
Doch zurzeit ist all das ohnehin noch Zukunftsmusik, denn bis heute ist das ambitionierte Projekt nicht vollständig realisiert worden. Der ursprünglich für die späten 2010er-Jahre geplante Baustart verzögerte sich mehrfach, und öffentlich sichtbare Fortschritte auf der Insel blieben zuletzt überschaubar. Zwar existieren weiterhin Visualisierungen und Konzepte für das „Restorative Resort“, doch wann Blackadore Caye tatsächlich eröffnet wird, ist derzeit unklar.
Übrigens ist DiCaprio bei Weitem nicht der einzige Hollywood-Star, der sich für die Natur und das Klima einsetzt. Auch Oscar-Preisträger Morgan Freeman stellte seine Ranch dem Umweltschutz zur Verfügung. Wie genau, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Morgan Freeman besaß 50 Hektar Land und beschloss, es für den Umweltschutz zu nutzen: Er verwandelte eine Ranch in ein NaturschutzgebietFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.