Heute im TV: Millionen lieben diesen charmanten Oscar-Film – nur Morgan Freeman hält ihn für einen "großen Fehler"!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Zur Primetime könnt ihr einen der populärsten Filme der späten 1980er und frühen 1990er im Free-TV genießen. Und das ganz ohne lästige Werbeunterbrechungen. Auch wenn einer seiner Stars sein Mitwirken heute bereut, empfehlen wir euch einzuschalten:

Im März 1990 wurde „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (Originaltitel: „Driving Miss Daisy“) mit vier Oscars – unter anderem für den besten Film sowie das beste Drehbuch – prämiert und war noch für fünf weitere Statuen nominiert. Der Film von „Doppelmord“-Regisseur Bruce Beresford darf also durchaus als Klassiker bezeichnet werden. Denn auch an den Kinokassen war er ein durchschlagender Erfolg und spielte fast das Zwanzigfache seines Produktionsbudgets von 7,5 Millionen Dollar ein.

Arte zeigt das Comedy-Drama „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ am heutigen 15. Juni 2026 um 20.15 Uhr. Wiederholungen folgen am 21. Juni um 13.50 Uhr und am 4. Juli um 14.35 Uhr. Streamen kann man den Klassiker aktuell nirgends – weder im Rahmen eines Flatrate-Abos noch als Video-on-Demand. Allerdings ist der FSK-12-Titel weiterhin auf Blu-ray und DVD erhältlich.

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ begeisterte 1989/1990 Millionen Kinogänger*innen auf der ganzen Welt. Die atmosphärischen Aufnahmen aus dem US-Süden, die großartige Ausstattung des von den 1940ern bis Anfang der 1970er spielenden Films mit historischen Autos und schönen alten Häusern sowie der das edel bebilderte Szenario wunderbar sanft und zurückhaltend untermalende Score von Hans Zimmer sind auch heute noch ein Genuss. Vor allem trifft dies aber auf das Zusammenspiel der beiden Titelfiguren, dargestellt von Jessica Tandy („Die Vögel“) und Morgan Freeman („Die Verurteilten“), zu.

Darum bereut Morgan Freeman sein Mitwirken

Und doch hat Freeman, der für seinen Auftritt damals für den Oscar nominiert wurde, bald bereut, den Part in der Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Pulitzerpreisträger Alfred Uhry angenommen zu haben – eine Rolle, die er zuvor auch schon auf einer Off-Broadway-Theaterbühne verkörpert hatte. Der Grund dafür war nicht das Thema Alltagsrassismus, sondern das Stereotyp vom weisen, alten und würdevollen schwarzen Mann, das der seiner Meinung nach zweifellos gutgemeinte Film und seine Figur erzeugt hätten.

Wie Freeman in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian schilderte, erwarten seit damals unzählige Menschen von ihm, dass er sich genauso benehmen müsse wie seine Figur, ihnen Ratschläge erteilen und bei der Bewältigung persönlicher Probleme helfen könne. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel von FILMSTARTS-Redakteur Michael Bendix:

Trotz Oscar-Nominierung und Leinwand-Durchbruch: Diese Rolle nennt Morgan Freeman einen "großen Fehler"

Übrigens sorgte „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ auch im Rahmen der Oscar-Verleihung für eine Kontroverse. Denn 1989 war ein exzellenter Jahrgang für Hollywood-Filme und viele Fans konnten damals nicht verstehen, wie sich die trotz des zweifellos ernsten Themas eher leichte Unterhaltung bietende Tragikomödie gegen die anderen nominierten Filme durchsetzen konnte.

Die Konkurrenz bestand immerhin aus den cineastischen Großleistungen „Geboren am 4. Juli“, „Der Club der toten Dichter“, „Feld der Träume“ und „Mein linker Fuß“. Da lässt sich sicher noch heute prima diskutieren, welcher dieser Titel den Preis verdient gehabt hätte und ob „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ wirklich der beste dieses Fünferpacks ist.

Heute habt ihr die Chance, euch selbst ein Urteil zu bilden. Hilfestellung kann dabei eventuell unsere hervorragende 4,5 von 5 Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik leisten. Unser Autor René Malgo nennt die Adaption des Bühnenstücks für die Leinwand „schlicht und ergreifend perfekt“ und analysiert, dass Alfred Uhry („Pizza Pizza“) der Academy Award für das beste adaptierte Drehbuch völlig zu Recht zugesprochen wurde.

Miss Daisy und ihr Chauffeur
Miss Daisy und ihr Chauffeur
Starttermin 15. März 1990 | 1 Std. 37 Min.
Von Bruce Beresford
Mit Morgan Freeman, Jessica Tandy, Dan Aykroyd
Pressekritiken
4,0
User-Wertung
3,8
Filmstarts
4,5

Das ist die Story von "Miss Daisy und ihr Chauffeur"

1948 in Atlanta, Georgia: Miss Daisy Werthan (Jessica Tandy) ist eine 72 Jahre alte Witwe und besteht darauf, ihr Leben noch immer komplett unabhängig zu gestalten. Doch dann verliert sie eines Tages die Kontrolle über ihr Auto und kracht damit in den Vorgarten eines Nachbarn. Ihr besorgter Sohn Boolie (Dan Aykroyd aus „Ghostbusters“) kauft daraufhin einen neuen Wagen und heuert einen Chauffeur für seine Mutter an. Der Afroamerikaner Hoke (Morgan Freeman) soll nun die eigensinnige Dame herumkutschieren, die darüber alles andere als begeistert ist.

Zunächst ist das Verhältnis zwischen den beiden schwierig, weil Miss Daisy immer wieder versucht, mit Hoke auf Konfrontationskurs zu gehen. Doch der hat mit seinen 60 Jahren schon einiges erlebt und lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Mit Klugheit, Charme und Geduld gelingt es ihm, den emotionalen Panzer aufzubrechen, mit dem sich die alte Dame umgibt. Und ganz vorsichtig beginnt sich zwischen den beiden sogar eine unerwartete Freundschaft zu entwickeln.

Oscar- und Golden-Globe-Gewinner Morgan Freeman bereut übrigens noch einen anderen Titel aus seiner Filmografie. Um welchen es sich dabei handelt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Ein Albtraum": Wenn er könnte, würde Morgan Freeman diesen Film mit Bruce Willis und Tom Hanks gerne ausradieren

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