Obwohl es sich um eine kleine Independent-Produktion handelt, sorgt „Chapter 51“ aktuell für einiges an Aufsehen. Das liegt zum Teil an der hochkarätigen Besetzung des Mystery-Thrillers, angeführt von Colman Domingo, der gerade auch in Steven Spielbergs „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ im Kino zu sehen ist. Dazu gesellen sich außerdem die Oscar-nominierte Abigail Breslin („Zombieland“), Emily Alyn Lind („Ghostbusters: Frozen Empire“) und Connor Paolo („Gossip Girl“).
Vor allem sind es aber die kryptischen Bilder des neu erschienen Trailers, die bei vielen Interesse geweckt haben – und wirken, als hätte man jeden Hollywood-Film, der jemals produziert wurde, einmal durch den Fleischwolf gedreht. Wer sich nach diesen Bewegtbildern selbst überzeugen möchte, muss sich wohl noch etwas gedulden: In Amerika erscheint der Film zwar schon ab dem 23. Juni direkt fürs Heimkino, ein deutscher Starttermin steht derzeit allerdings noch aus.
100 Jahre Hollywood in einem Film
Über die Handlung von „Chapter 51“ ist bisher nur so viel bekannt: Ein gefürchteter, der Öffentlichkeit nur als „Hollywood-Killer“ bekannter Serienmörder nimmt am Set einer 500-Millionen-Dollar-Produktion drei Schauspielerinnen das Leben. Trotz des dunklen Schattens, der nun über dem Projekt schwebt, werden die Dreharbeiten wieder aufgenommen und der ungelöste Mordfall ad acta gelegt. Erst Jahre später rollt der ehemalige FBI-Agent Thomas Scott den Fall wieder auf und geht den düsteren Ereignissen hinter den Kulissen auf den Grund.
In ihren Grundzügen klingt die Geschichte erst einmal wenig originell – und erinnert vor allem an den ebenfalls in Hollywood angesiedelten Serienkiller-Thriller „L.A. Confidential“. Das Setting nutzt der Film aber dafür, verschiedenste Genres und Filmepochen wild durcheinanderzuwürfeln: Schon die Vorschau reiht Motive aus Western, Kostümfilm, Romanze und Film Noir munter aneinander und versprüht dabei eine ähnliche Experimentierfreude wie zuletzt der Sci-Fi-Hit „Everything Everywhere All at Once“.
Einige seiner Bilder übernimmt „Chapter 51“ sogar direkt von ganz bestimmten Werken, sowohl von Klassikern als auch von jüngeren Blockbustern. Auffällig ist etwa eine Hommage an die ikonische Flugzeug-Verfolgungsjagd aus Alfred Hitchcocks 1959er-Meisterwerk „Der unsichtbare Dritte“ oder auch an Tom Cruises intensiven Vollsprint, den er in den „Mission: Impossible“-Filmen zu seinem Markenzeichen gemacht hat.
Was die Bilder in "Chapter 51" so besonders macht
Um die unterschiedlichen Epochen Hollywoods authentisch einzufangen, hat Regisseur Tyler Shields – der viele Jahre als Fotograf tätig war – verschiedenste Kameratechniken verwendet. So kamen mitunter nostalgische Super-8-Kameras, aber auch modernste IMAX-Technik zum Einsatz. Dadurch wechselt der Film nicht nur zwischen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, sondern deckt auch die gesamte Palette an Bildformaten ab: Das Spektrum reicht von weiten Panoramaaufnahmen im klassischen Kino-Breitbildformat bis hin zu klaustrophobischen Bildern im schmalen 4:3-Verhältnis.
Ähnlich kontrastreich wie der Stil des Films sind derweil auch die ersten Stimmen des Publikums, das „Chapter 51“ in vereinzelten Vorführungen bereits sehen durfte. Während einige die ambitionierte Hollywood-Hommage für gelungen erachten, halten andere sie für visuell überladen und belanglos. Wir bleiben aber dennoch hoffnungsvoll, dass uns hier ein kleines Highlight erwarten könnte.
Übrigens: Wer jetzt schon einen richtig starken Film in den Kinos sehen möchte, der sollte „The Furious“ nicht verpassen – einen Vorgeschmack bekommt ihr hier im Trailer:
"Einer der besten Action-Filme des Jahrzehnts" kommt endlich in die deutschen Kinos – hier ist der Trailer zu "The Furious"Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.