Wenn es um Oscar-Rekorde geht, denken die meisten Filmfans an Katharine Hepburn (die Schauspielerin mit den meisten gewonnenen Oscars), Meryl Streep (der Star mit den meisten Nominierungen) oder Walt Disney (die meisten Oscar-Siege der Geschichte). Doch gleich zwei bemerkenswerte Bestmarken gehören nicht etwa diesen Größen wie Jack Nicholson, Robert De Niro oder Daniel Day-Lewis, sondern einer Schauspielerin, deren Name heute selbst eingefleischten Filmfans kaum noch etwas sagt: Bess Flowers!
Die gebürtige Texanerin war im Laufe ihrer Karriere in mindestens 23 Filmen zu sehen, die für einen Oscar als Bester Film nominiert wurden – acht dieser Produktionen gewannen die begehrte Auszeichnung sogar. Damit hält Flowers, die zwischen 1923 und 1964 an mehreren Hundert Filmen mitgewirkt hat, bis heute gleich zwei Rekorde! Aber wie ist das eigentlich möglich?
Bess Flowers war die "Königin der Statisten"
Ganz einfach: Flowers war bekannt als „Queen of the Hollywood Extras“, also als „Königin der Statisten“ – ihre Auftritte sprengten nur selten den Rahmen von wenigen Minuten, und nicht für jeden davon wurde sie auch namentlich im Abspann genannt. Die oben genannten Zahlen sind aus diesem Grund auch nicht ganz unumstritten, was an ihrem außergewöhnlichen Status allerdings nichts ändert.
Flowers wurde dank ihrer mondänen Erscheinung und souveränen Leinwandpräsenz immer wieder als Partygast, Hotelbesucherin, Sekretärin oder High-Society-Dame besetzt. Hinzu kam ihr Ruf als äußerst zuverlässige und professionelle Darstellerin, der dafür sorgte, dass alle großen Studios der damaligen Zeit immer wieder auf sie zurückgriffen. Wer sich für das klassische Hollywood interessiert, hat ihr Gesicht unter Garantie schon einmal gesehen.
20th Century Fox
Übrigens engagierte sich Flowers schon früh für die Rechte von Statisten und Kleindarstellerinnen in Hollywood. So war sie an der Gründung der Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) beteiligt, die sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzte und aus der die bis heute aktive Gewerkschaft SAG-AFTRA hervorging. Doch was waren nun eigentlich die Oscar-Filme, die Flowers zur Rekordhalterin machen?
Während die Anzahl der als Bester Film nominierten Werke, in denen Flowers zu sehen war, je nach Zählweise schwankt – darunter befinden in jedem Fall Meisterwerke wie „Die schreckliche Wahrheit“, „Solange ein Herz schlägt“ oder „Frau ohne Gewissen“ –, lautet die Liste der acht Gewinnerfilme wie folgt:
- „Menschen im Hotel“ (1932)
- „Es geschah in einer Nacht“ (1934)
- „Lebenskünstler“ (1938)
- „Vom Winde verweht“ (1939)
- „Der Mann, der herrschen wollte“ (1949)
- „Alles über Eva“ (1950)
- „Die größte Schau der Welt“ (1952)
- „In 80 Tagen um die Welt“ (1956).
Um einen Oscar-Rekord der eher unrühmlichen Art dreht sich der nachfolgende Artikel:
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