Sylvester Stallone hat der Filmgeschichte gleich zwei der ikonischsten Leinwandhelden überhaupt geschenkt: Rocky Balboa und John Rambo. Während „Rocky“ vom ersten Moment an sein Herzensprojekt war – er hat sogar das Oscar-nominierte Drehbuch selbst verfasst –, war der heute 79-Jährige bei „Rambo“ nicht annähernd die erste Wahl.
Und auch als der Film dann im Kasten war, blieb seine Beziehung zu dem Stoff zunächst kompliziert: Wie wir bereits in einem anderen Artikel berichtet hatten, war Stallone zunächst so unzufrieden mit dem Endergebnis, dass er sogar die Filmrollen verbrennen wollte.
Doch Stallone verkörperte den Kriegsheimkehrer bekanntermaßen noch in vier weiteren Filmen – und mit der Zeit entwickelte sich John Rambo zu einer Figur, mit der sich die Action-Ikone besonders stark identifiziert. Gegenüber AARP gab Stallone zu Protokoll:
„Ich fühle mich Rambo in vielerlei Hinsicht näher als Rocky, weil er ein verstoßenes Kind ist. Er wurde von Amerika, seinem Elternteil, verstoßen. Er sagt: ‚Ich habe alles getan, was ihr von mir verlangt habt, aber ich war nicht gut genug. Ich bin zurückgekommen, und jetzt wollt ihr mich begraben.‘ Deshalb habe ich ‚Rambo‘ mit übertriebener Gewalt gefüllt. Tatsächlich sind auch die finalen Folgen der einzelnen ‚Tulsa King‘-Staffeln außergewöhnlich, geradezu unnötig brutal. Ich will damit eine Botschaft vermitteln: Wenn du zu meinem Feind wirst, wäre ein schneller Tod noch zu gnädig“.
Ganz schön martialische Worte, die letztlich aber gut zu der Entwicklung passen, die John Rambo im Verlauf der fünf Filme durchgemacht hat: Im ersten Teil handelt es sich bei der Figur noch um einen traumatisierten Vietnam-Veteranen, der nach der Rückkehr in seine Heimat auf Ablehnung stößt und erst durch die Schikanen des örtlichen Sheriffs dazu gebracht wird, selbst Gewalt auszuüben.
Doch bereits in „Rambo II - Der Auftrag“ war aus dem innerlich wie äußerlich versehrten Ex-Soldaten eine unaufhaltsame Ein-Mann-Armee geworden. „Was die meisten Menschen Hölle nennen, nennt er sein Zuhause“, lautete in Abwandlung eines Zitats aus dem Film der offizielle Werbeslogan. Dieses Image prägt das Franchise bis heute.
Stallone scheint trotzdem bis heute den Menschen hinter all der Brutalität und Kriegsbegeisterung zu sehen – und Rambos Hang zu unverhältnismäßiger Härte als Reaktion auf das Gefühl, von seinem eigenen Land im Stich gelassen worden zu sein.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, von welchen drei Filmen Stallone gerne Fortsetzungen gedreht hätte, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:
"Mein größtes Bedauern": Sylvester Stallone wollte 3 seiner größten Kult-Hits unbedingt fortsetzen – aber er war "einfach zu faul"!Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.