Mit „Rambo II“ (1985) wurde Sylvester Stallone endgültig zu einem der größten Actionstars der 1980er-Jahre. War sein John Rambo im ersten Teil noch ein äußerlich wie innerlich versehrter Vietnam-Veteran, der vergeblich versucht, dem Grauen des Krieges zu entkommen, wurde die Figur erst in der Fortsetzung zur martialischen Kampfmaschine. Der einem Zitat aus dem Film entlehnte Werbe-Slogan lautete vielsagend: „Was die meisten Menschen Hölle nennen, nennt er sein Zuhause.“
Nachdem er in „First Blood“, so der Originaltitel des ersten „Rambo“-Films, im US-Provinzstädtchen Hope nach einem Konflikt mit der Polizei einen Überlebenskampf in den umliegenden Wäldern führen musste, wird er in Teil 2 zurück in den Dschungel Südostasiens geschickt. Dort soll er amerikanische Kriegsgefangene aus einem streng bewachten Lager befreien. Die Kulisse wirkt dabei so überzeugend, dass viele Zuschauer*innen bis heute glauben, der Film sei tatsächlich in Vietnam entstanden. Doch das stimmt nicht!
Die Dschungelszenen wurden größtenteils in Guerrero gedreht – einem Bundesstaat im Süden von Mexiko, der mit seinen tropischen Landschaften den perfekten Schauplatz für das Kampfgeschehen bot. Ergänzt wurden die Außenaufnahmen durch Dreharbeiten in den legendären Estudios Churubusco in Mexiko-Stadt, einem der größten Studiokomplexe des Landes, in dem u.a. auch Teile von Filmen wie „James Bond 007 – Lizenz zum Töten“ oder „Total Recall“ entstanden sind.
Das sind die Schauplätze von "Rambo II"
Eine der eindrucksvollsten Naturkulissen im Film ist die Cascada El Salto in der Gemeinde Valle del Rio. In einer Szene kämpft sich Rambo – bewaffnet mit seinem ikonischen Bogen – eine steile Anhöhe hinauf. Gedreht wurde diese Sequenz auf über 2.000 Metern Höhe. Für die Produktion erwies sich der Ort damals als Glücksgriff: Mitte der 1980er-Jahre war das Gebiet kaum erschlossen und bot eine nahezu unberührte Landschaft, die perfekt zur Atmosphäre eines abgelegenen Kriegsgebietes passte. Heute ist der Wasserfall ein beliebtes Ausflugsziel und für Besucher*innen zugänglich.
Eine weitere zentrale Szene zeigt Rambo, wie er von einem Strand aus zu seiner Mission aufbricht und anschließend mit einem Boot einen Fluss entlangfährt. Auch hier entstand die vermeintliche Vietnam-Kulisse nicht in Asien, sondern an der Pazifikküste Mexikos. Die Strandaufnahmen wurden in Pie de la Cuesta, einem Küstenort nahe Acapulco, gedreht. Für die Flussszenen nutzte das Team hingegen die Laguna de Coyuca, eine große Lagune, die von Mangroven und dichter Vegetation umgeben ist – ideale Voraussetzungen, um den Anschein eines vietnamesischen Dschungels zu erzeugen.
Zu den erinnerungswürdigsten Momenten des Films zählt eine Sequenz, in der Rambo mehrere Jeeps mit explosiven Pfeilen zerstört. Diese spektakuläre Actionszene entstand auf dem Puente Omitlán bei Tierra Colorada im Bundesstaat Guerrero. Der Ort wurde vor allem deshalb ausgewählt, weil der abgelegene Brückenabschnitt genügend Platz für Explosionen und Stunts bot. Infolge des Hurrikans John ist die Brücke übrigens eingestürzt – und wurde erst im September 2024 neu aufgebaut.
Ein wichtiger Drehort war außerdem die Base Aérea Militar Nº 7 in Pie de la Cuesta bei Acapulco. Im Film dient sie als Ausgangspunkt für Rambos geheime Mission. Mehrere Szenen – darunter Aufnahmen der Hangars und des militärischen Betriebs – wurden direkt auf dem Gelände gedreht.
„Rambo II“ ist also ein Musterbeispiel dafür, wie sehr das Kino von Illusion lebt. Trotz eher negativer Kritiken (auch FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher vergab lediglich zwei von fünf Sternen) avancierte der von George Pan Cosmatos („Die City-Cobra“) inszenierte Kracher zum gewaltigen Hit – nur „Jenseits von Afrika“ und „Zurück in die Zukunft“ haben verhindert, dass er zum erfolgreichsten Film des Jahres 1985 wurde. Bis 2019 entstanden noch drei weitere Teile der Reihe.
Wusstet ihr übrigens, dass Stallone alles andere als die erste Wahl für John Rambo war? Welche Stars vor dem Rocky-Balboa-Darsteller für die Rolle in Frage kamen, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Sylvester Stallone war nicht die erste Wahl für Rambo: Diese Superstars waren ebenfalls für den kultigen Actionhelden im RennenEin ähnlicher Artikel ist zuvor bei unseren Kolleg*innen von Xataka.com erschienen.
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