"Harry Potter"-Star Alan Rickman hätte fast in einer der größten Sagas der Kinogeschichte mitgespielt ⁠– seine Karriere wäre völlig anders verlaufen!
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Bevor Alan Rickman als Hans Gruber in "Stirb Langsam" Filmgeschichte schrieb, stand er kurz davor, eine ganz andere ikonische Rolle zu übernehmen. Warum das Casting scheiterte und wie knapp er an einer großen Chance vorbeischrammte.

Bevor Alan Rickman zu einem der bekanntesten Charakterdarsteller Hollywoods wurde, sammelte er seit Ende der 1970er- und zu Beginn der 1980er-Jahre vor allem in britischen Fernsehproduktionen wertvolle Erfahrung. Ob Literaturverfilmungen, historische Dramen oder Serien – der ausgebildete Bühnenschauspieler machte sich zunächst auf der kleinen Leinwand einen Namen und galt als vielversprechendes Talent.

Der internationale Durchbruch ließ jedoch noch auf sich warten. Erst einige Jahre später gelang ihm mit seiner unvergessenen Darstellung des Hans Gruber in „Stirb Langsam“ (1988) der Sprung nach Hollywood – dabei hätte seine Karriere schon deutlich früher eine völlig andere Richtung einschlagen können.

Beinah in "Star Wars": Diese Rolle hätte Alan Rickman fast berühmt gemacht

Nur wenige Jahre vor seinem Hollywood-Durchbruch stand Rickman überraschend im Umfeld eines der größten Science-Fiction-Franchises aller Zeiten. Anfang der 1980er-Jahre nahm er an einem Casting für Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983), den Abschluss der originalen „Star Wars“-Trilogie, teil. Während Figuren wie Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Leia bereits fest vergeben waren, suchte die Produktion weiterhin nach passenden Darstellern für zentrale Rollen innerhalb des Imperiums.

Rickman interessierte sich dabei für die Figur des Moff Jerjerrod, eines ranghohen Offiziers auf dem zweiten Todesstern. Obwohl diese Rolle weniger im Mittelpunkt der Saga steht, erfüllt sie eine wichtige Funktion innerhalb der imperialen Hierarchie. Jerjerrod ist Teil jener Struktur, die Darth Vader direkt unterstellt ist und den Bau des gewaltigen Todessterns überwacht.

Laut dem Buch „The Making of Star Wars: Return of the Jedi“ (bei Amazon bestellbar*) von J. W. Rinzler (via FarOutMagazine) galt Rickman tatsächlich als ernstzunehmender Kandidat im Casting-Prozess. Die Verantwortlichen sahen jedoch offenbar eine Herausforderung in seiner sehr charakteristischen Sprechweise. Seine langsame, tief modulierte Stimme, die später zu seinem Markenzeichen wurde, passte damals nicht in das gewünschte Profil. Letztlich erhielt Michael Pennington („Die eiserne Lady“) die Rolle des Moff Jerjerrod, der in der hier gezeigten Szene Darth Vader begrüßt.

Warum Alan Rickman bei Star Wars scheiterte – und später zum perfekten Bösewicht wurde

Im Nachhinein wirkt diese Entscheidung fast paradox. Denn genau jene stimmliche Präsenz, die beim Casting offenbar als Hindernis galt, wurde wenig später zu Rickmans größter Stärke. Mit seiner Darstellung des Hans Gruber setzte er neue Maßstäbe für filmische Antagonisten. Kühl, kontrolliert und stets einen Schritt voraus, prägte er das Bild des modernen Leinwandbösewichts nachhaltig.

Sein Erfolg in Hollywood kam damit nicht nur überraschend, sondern auch vergleichsweise spät. Erst mit „Stirb Langsam“ gelang ihm der Sprung auf die große Leinwand, wo er sofort als außergewöhnliche Erscheinung auffiel. Interessanterweise war er zunächst selbst skeptisch gegenüber der Rolle und dem Projekt, bevor er sich schließlich für das Drehbuch begeistern ließ. Das Drehbuch war bei Rickman anscheinend öfters ein Problem.

"Es war schrecklich": "Harry Potter"-Star Alan Rickman ließ heimlich das Drehbuch eines seiner größten Hits umschreiben

Die Vorstellung, Rickman hätte bereits Jahre zuvor Teil des „Star Wars“-Universums sein können, eröffnet eine faszinierende Gedankenspielerei. Gerade weil die Reihe traditionell stark auf britische Schauspieler in imperialen Rollen setzt, hätte er sich dort nahtlos eingefügt. Schon in der Originaltrilogie setzte Peter Cushing („Top Secret“) als Grand Moff Tarkin Maßstäbe für diese Figurenzeichnung. Später folgten Darsteller wie Richard E. Grant („Saltburn“) oder Domhnall Gleeson („The Paper“), die das Bild der imperialen Führungsebene jeweils neu interpretierten.

Alan Rickman hätte in dieser Reihe zweifellos seinen eigenen Akzent gesetzt. Seine Fähigkeit, Autorität mit subtiler Ironie zu verbinden, hätte Moff Jerjerrod eine zusätzliche Tiefe verleihen können. Stattdessen nahm seine Karriere einen anderen, aber nicht weniger eindrucksvollen Verlauf.

Am Ende bleibt diese Episode ein spannendes Beispiel dafür, wie eng Erfolg und Zufall in der Filmindustrie miteinander verknüpft sind. Alan Rickman fand seinen Platz schließlich nicht in einer weit entfernten Galaxis, sondern in der Realität eines Hochhaus-Thrillers – und wurde dort zu einer Ikone des modernen Kinos. Übrigens sollte Rickman in den 90ern auch eine Rolle übernehmen, die später zum Kult wurde. Warum es dazu nicht kam und um welchen Film es genau geht, erfahrt ihr im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

"Harry Potter"-Star Alan Rickman hätte fast die Hauptrolle in einem absoluten 90er-Jahre-Hit gespielt – es wäre ein völlig anderer Film geworden!

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren