Heute Abend streamen: Einer der besten Actionfilme aller Zeiten – die brachialen Schusswechsel werden für immer unvergessen bleiben!
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Das Gangster-Epos „Heat“ hat nach 30 Jahre nichts von seiner Wucht eingebüßt – der grandiosen Action und dem packenden Duell der Leinwandikonen Al Pacino und Robert De Niro sei Dank. Derzeit gibt es das Ausnahmewerk bei gleich zwei Streamingdiensten.

Robert De Niro und Al Pacino gehörten beide bereits 1974 zum Cast des Mafia-Epos' „Der Pate 2“, hatten dort aufgrund der Erzählstruktur jedoch keine einzige gemeinsame Szene. Es sollten im Anschluss noch zwei volle Jahrzehnte vergehen, bis die inzwischen zu noch größeren Hollywood-Stars herangereiften Oscarpreisträger zum ersten Mal tatsächlich gemeinsam vor der Kamera standen.

1995 war es dann also endlich so weit – und zwar in Michael Manns Cop-vs.-Gangster-Meisterwerk „Heat“, das jeder Filmfan (mindestens) einmal gesehen haben sollte. Zum Glück ist das derzeit bei gleich zwei Streamingdiensten problemlos möglich: Sowohl bei Magenta TV als auch im Abo von Amazon Prime Video* kann „Heat“ aktuell abgerufen werden:

170 Minuten und keine zu viel

„Heat“ lebt vom Duell der Schauspielgrößen Pacino und De Niro, hat aber auch noch viel mehr zu bieten. Mit dem Remake seines eigenen TV-Films „Showdown in L.A.“ lieferte „Insider“- und „Collateral“-Regisseur Michael Mann auf mehreren Ebenen gleichermaßen virtuos ab: „Heat“ ist Charakterdrama, Gangster-Thriller und Actionfilm in einem – ohne dass einer dieser Bereiche dabei den Kürzeren zieht. Vielmehr greifen sie perfekt ineinander und ergänzen sich zu einem packenden Gesamtergebnis.

Keine der 170 Minuten wird dabei verschenkt. Schließlich werden viele spannende Nebenschauplätze aufgemacht, bei denen auch andere, mit u. a. Val Kilmer, Jon Voight und Natalie Portman ebenfalls top besetzte Figuren ins Rampenlicht rücken und dem Gesamtgeschehen so noch mehr Gewicht verleihen.

Inmitten der Geschichte um den gewieften Räuber Neil McCauley (De Niro), der noch ein letztes großes Ding durchziehen will, und dem ihn jagenden Polizisten Vincent Hanna (Pacino) sind es jedoch vor allem zwei ganz zentrale Szenen, die aus dem starken Thriller ein absolutes Highlight machen...

Treffen der Giganten

Michael Mann spielt in „Heat“ regelrecht mit dem langersehnten Aufeinanderprallen von Pacino und De Niro. Denn im Grunde haben sie auch hier nicht viel mehr gemeinsame Leinwandzeit bekommen als in „Der Pate 2“.

Die Handlungsstränge der zwei Protagonisten werden lange Zeit völlig gleichberechtigt nebeneinander her erzählt, sodass man schon bald mitbekommt, dass die beiden Männer zwar auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen, aber eigentlich gar nicht so verschieden sind. Simple Schwarz-Weiß-Malerei findet hier nicht statt. Man kann sich somit nur schwer entscheiden, wem der beiden man nun eigentlich die Daumen drücken soll.

Aus der Schauspieler-„Not“ macht Mann letztlich eine Tugend. So ist es gerade der behutsame Aufbau des Duells der Figuren, der sich voll auszahlt, als sie in der Mitte des Films dann doch endlich das erste Mal direkt aufeinandertreffen – und das als weiterer genialer Schachzug nicht etwa in einer Actionszene, sondern in einem simplen Gespräch in einem Diner.

Pacino und De Niro haben die Unterhaltung damals vor dem Dreh bewusst nicht geprobt, um eine noch größere Wirkung zu erzielen – mit vollem Erfolg: Die elektrisierende Spannung, die hier unter der Oberfläche brodelt, sorgt für eine Atmosphäre zum Schneiden und macht die Konfrontation der beiden Hollywood-Legenden zum erhofften Filmmoment für die Ewigkeit.

Eine der beeindruckendsten Schießereien

Aber auch die Action kommt in „Heat“ nicht zu kurz. Zwar setzt Mann sie nur sehr wohldosiert ein. Wenn es dazu kommt, bricht sie aber umso brachialer über die Figuren herein. Am deutlichsten wird das wohl in der atemberaubenden Schießerei auf den Straßen von L.A. nach einem missglückten Banküberfall.

Was Mann hier im wahrsten Sinne des Wortes abfeuert, ist eine absolute Wucht und sucht in Sachen Intensität seinesgleichen. Der Filmemacher erzeugt ein schweißtreibendes Mittendrin-Gefühl, einerseits durch das dynamische Ausufern der Szene, vor allem aber auch mithilfe des außergewöhnlichen Sounddesigns.

Heat
Heat
Starttermin 15. Dezember 1995 | 2 Std. 50 Min.
Von Michael Mann
Mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer
Pressekritiken
4,3
User-Wertung
4,6
Filmstarts
5,0
Auf Disney+ streamen

Statt die Umgebungs- und Gewehrgeräusche nämlich tatsächlich erst noch zu designen, nahm Mann die unverfälschte Geräuschkulisse direkt am Set auf. Die ewig nachhallenden Schüsse, die von der Umgebung unheilvoll zurückgeworfen werden, machen die Gefahr in der Szene allgegenwärtig. Um es kurz zu machen: „Heat“ ist und bleibt einer der besten Filme aller Zeiten.

Aktuell laufen übrigens tatsächlich die Vorbereitungen für die späte Fortsetzung „Heat 2“ auf Hochtouren, für die Michael Mann erneut einen absoluten Star-Cast versammeln will. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Casting-Krimi rund um das größte Action-Sequel des Jahrzehnts hat endlich ein Ende: Leonardo DiCaprio hat sich für Rolle in "Heat 2" entschieden

Dies ist eine Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Als Kind der 90er wurde Markus vor allem in diesem Jahrzehnt filmsozialisiert – und bekommt daher bei „Jurassic Park“, „Pulp Fiction“, „Matrix“ und Co. noch immer Nostalgie-Gänsehaut.
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