Ab heute läuft der meisterwartete Film des Jahres im Kino – und für uns ist das 250-Millionen-Epos ein Meisterwerk
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Ab heute läuft das Epos, welches Millionen Filmfans noch vor „Dune 3“ und „Avengers 5“ zum meisterwarteten Film des Jahres wählten, endlich in den Kinos. Und der Besuch von Christopher Nolans „Die Odyssee“ lohnt sich.

Natürlich laufen heute mehrere Filme in den deutschen Kinos an. Landesweit starten zum Beispiel die Dokumentationen „Insekten - Helden im Verborgenen“ und „Was haben wir gelacht“ sowie die spanische Tragikomödie „So klingt das Leben“. Aber seien wir mal ehrlich: Der Fokus liegt vor allem auf einem einzigen Werk, dem wir daher diesen Artikel auch alleine widmen.

Selten wurde ein Film bereits so lange vor seinem Kinostart wie ein Großereignis behandelt. Schon ein Jahr vor der Premiere von „Die Odyssee“ waren erste Vorstellungen im seltenen IMAX-70-mm-Format innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Im Januar 2026 wählten zudem Millionen Filmfans auf der Plattform Letterboxd Christopher Nolans neues Werk auf Platz eins der meisterwarteten Filme des Jahres. Damit ließ „Die Odyssee“ sogar potenzielle Mega-Blockbuster wie Denis Villeneuves „Dune: Part Three“ und das nächste große Marvel-Crossover „Avengers 5: Doomsday“ hinter sich.

Nun hat das lange Warten ein Ende: „Die Odyssee“ läuft ab dem heutigen Donnerstag, dem 16. Juli 2026, in den deutschen Kinos. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich Christopher Nolans bildgewaltiges Mammut-Projekt unbedingt auf einer möglichst großen Leinwand ansehen.

Darum geht es in "Die Odyssee"

Der Trojanische Krieg ist nach zehn Jahren endlich vorbei. Der griechische König Odysseus (Matt Damon), auf dessen Idee das berühmte Trojanische Pferd zurückgeht, will mit seinen Männern in die Heimat Ithaka zurückkehren. Doch aus der erhofften Heimfahrt wird eine jahrelange Irrfahrt, auf der Odysseus und seine Gefährten sich nicht nur gewaltigen Stürmen stellen müssen. Gefahr droht ihnen auch von verführerischen Sirenen, der geheimnisvollen Zauberin Circe (Samantha Morton) und dem menschenverschlingenden Zyklopen Polyphemus (Bill Irwin).

Während Odysseus um seine Rückkehr kämpft, warten seine Frau Penelope (Anne Hathaway) und sein Sohn Telemachos (Tom Holland) bereits seit Jahren auf ein Lebenszeichen. Inzwischen haben sich zahlreiche Freier am Hof von Ithaka eingenistet. Allen voran Antinous (Robert Pattinson) drängt Penelope dazu, Odysseus für tot zu erklären und einen neuen Ehemann zu wählen.

Christopher Nolans bislang größter Film

Nach dem überwältigenden Erfolg von „Oppenheimer“, der weltweit fast eine Milliarde Dollar einspielte und sieben Oscars gewann, konnte Christopher Nolan sein bislang teuerstes Projekt offenbar weitgehend ohne Kompromisse verwirklichen. Rund 250 Millionen Dollar soll „Die Odyssee“ gekostet haben. Zum hochkarätigen Ensemble gehören neben Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland und Robert Pattinson unter anderem auch noch Zendaya, Charlize Theron, Lupita Nyong’o, Jon Bernthal, Benny Safdie, Mia Goth, Elliot Page und John Leguizamo.

Vor allem technisch betritt Nolan einmal mehr Neuland: „Die Odyssee“ ist der erste Spielfilm der Geschichte, der vollständig mit 15-Perf-70-mm-IMAX-Kameras gedreht wurde. Bislang galt das als unmöglich, weil diese analogen Kameras viel zu laut sind. Gerade Dialogaufnahmen schienen damit nicht realisierbar, doch Nolans Team und die IMAX-Verantwortlichen entwickelten ein spezielles schallisolierendes Gehäuse.

Damit das Ensemble trotz der monströsen Aufbauten natürlich miteinander agieren konnte, wurde zudem ein komplexes Spiegelsystem entwickelt. Die Stars konnten sich dadurch weiterhin gegenseitig ansehen, auch wenn sich zwischen ihnen und der Kamera eine gewaltige Schallschutzkonstruktion befand.

Kinobesuch ist Pflicht! Wir vergeben 4,5 von 5 Sternen

Der enorme Aufwand hat sich aus Sicht unseres Chefredakteurs Christoph Petersen ausgezahlt. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik erhält „Die Odyssee“ hervorragende 4,5 von 5 möglichen Sternen. Dabei ist Nolans Film keineswegs ein gefälliger Blockbuster, der sein Publikum bequem durch die Handlung führt. „Gerade zu Beginn setzt sich die Geschichte der titelgebenden Irrfahrt aus verschiedenen Erzählungen und Erinnerungsfetzen nur langsam und schemenhaft zusammen“, heißt es in unserer Kritik.

Zudem setzt Nolan einiges Wissen über den Trojanischen Krieg und die griechische Mythologie voraus. „Die Odyssee“ sei damit „das genaue Gegenteil eines Netflix-Films“. Während viele Streamingproduktionen ihre zentralen Informationen regelmäßig wiederholen, verlange Nolan seinem Publikum sehr viel mehr ab. Gerade in den ersten beiden Stunden dürften daher nicht alle Zuschauer*innen vollständig in die fragmentierte und betont unterkühlte Erzählung hineinfinden.

Die Odyssee
Die Odyssee
Starttermin 16. Juli 2026 | 2 Std. 53 Min.
Von Christopher Nolan
Mit Matt Damon, Tom Holland, Anne Hathaway
User-Wertung
3,6
Filmstarts
4,5
Vorführungen (720)

Wer sich darauf einlässt, bekommt jedoch Bilder geboten, die so wohl nur der „Oppenheimer“-Meister auf die Leinwand bringen kann. Der Zyklop Polyphemus entstand etwa nicht einfach am Computer, sondern wurde unter anderem mithilfe einer gewaltigen, rund 18 Meter hohen Puppe zum Leben erweckt. Besonders die auf offener See gedrehten Sequenzen entwickeln eine Wucht, die sich laut unserer Kritik körperlich spüren lässt. Allein damit ist „Die Odyssee“ bereits ein Ereignis, „wie es so noch nie auf der Leinwand zu sehen war“.

Nach rund zwei Stunden steigert der Regisseur die Intensität noch einmal spürbar. Denn das zuvor etwas unterkühlte Historien-Spektakel bekommt ein „mitreißend-kathartisches Finale“, das auch jene zurückholen dürfte, die Nolan zwischenzeitlich ein wenig verloren haben könnte.

Dass der als ein Meister der Vorbereitung und Planung geltende Christopher Nolan dieses Unterfangen realisierte, obwohl er bei einer Schlüsselszene bis zur letzten Sekunde nicht wusste, wie er sie angehen sollte, erklären wir euch im folgenden Artikel:

"Ich konnte es kaum glauben": Christopher Nolan hatte für eine Schlüsselszene in "Die Odyssee" bis zum Drehtag keinen Plan

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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