Regisseur Paolo Sorrentinos mit Stars gespickter „Ewige Jugend“ ist ein Gedicht von einem Film, den wir euch besten Gewissens empfehlen können.
Arte zeigt „Ewige Jugend“ am heutigen 19. August 2026 um 20.15 Uhr. Eine Wiederholung ist nicht angekündigt. Dafür steht der Film aktuell als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ ist der FSK-12-Titel für ein paar Euro auf Blu-ray und DVD sowie als Video-on-Demand zu haben:
Eine bittersüße, enorm unterhaltsame Tragikomödie
Mit „La Grande Bellezza - Die große Schönheit“ schuf der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino 2013 sein größtes Meisterwerk. „Ewige Jugend“ war der zwei Jahre später in die Kinos gekommene direkte Nachfolger des Oscarfilms. Und der enttäuschte die mittlerweile weltweite Fanschar des Neapolitaners nicht im Geringsten. Das Fazit der hervorragende 4,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik lautet: „‚Ewige Jugend‘ ist eine hochgradig amüsante, bittersüße Tragikomödie mit viel Biss – oft weise, manchmal banal, aber immer inspiriert und ein Fest für die Sinne.“
Zugegeben, es passiert nicht wirklich viel im Laufe der über 120 Minuten. Die meiste Zeit sehen wir die beiden Leinwand-Legenden Michael Caine („The Dark Knight“, „Die Brücke von Arnheim“) und Harvey Keitel („Pulp Fiction“, „Das Piano“) nur irgendwo herumsitzen – mal in einer Hotellobby, mal in der Sauna oder auch in einer Seilbahn – und miteinander reden. Was jetzt vielleicht fade klingen mag, ist in Wirklichkeit enorm fesselnd und dabei sowohl immer wieder überraschend und verdammt witzig als auch emotional berührend und zum Nachdenken anregend.
Die beiden Schauspielveteranen wirken dabei tatsächlich so vertraut miteinander, dass man ihnen ihre Drehbuch-Freundschaft zu jeder Zeit problemlos abnimmt. Ihre teilweise urkomischen, dann wieder zynisch-spitzen Dialoge und Beobachtungen werden von wunderschönen Bildern illustriert. Diese werden mit Hilfe von Popsongs, klassischen Klängen oder sakralen Chören immer wieder zu rauschhaften Passagen verschweißt. Dazu erschaffen Fellini-Jünger Sorrentino und sein Stammkameramann Luca Bigazzi eine Atmosphäre in satten Farben, die betört und uns als Publikum geradezu dahin schweben lässt.
Kein Wunder also, dass Michael Caine beim Dreh richtig Spaß hatte und dann beim Anschauen von „Ewige Jugend“ großen Stolz empfand: „Im Geheimen, für mich selbst, betrachte ich es als das Beste, was ich je gemacht habe“, ließ der Brite in einem Interview verlauten. Mehr zu Caines Gedanken über und Gefühlen zu „Ewige Jugend“ könnt ihr im folgenden Artikel lesen:
"Das Beste, was ich je gemacht habe": Dieses "Fest für die Sinne" bezeichnet Michael Caine als den Lieblingsfilm seiner KarriereWenn ihr Lust auf einen ebenso tiefgründig klugen wie entspannten, dabei enorm unterhaltsamen Film habt, dann solltet ihr „Ewige Jugend“ einschalten. Neben Caine und Keitel sind unter anderem noch Rachel Weisz („Die Mumie“), Paul Dano („There Will Be Blood“) und Jane Fonda („Klute“) Teil des erlesenen Casts.
"Ewige Jugend": Das ist die Story
Komponist und Dirigent Fred Ballinger (Michael Caine) und Filmregisseur Mick Boyle (Harvey Keitel) sind seit Dekaden beste Freunde. Gemeinsam verbringen die Ü70-Jährigen mit Freds Tochter und Managerin Lena (Rachel Weisz) einen Erholungsurlaub in einem Luxus-Wellnesshotel am Fuße der Schweizer Alpen. Während Fred seinen Ruhestand genießt, ist der noch immer aktive Mick in Gedanken häufig bei seinem nächsten Projekt, das er als sein großes Abschiedswerk plant.
Doch auch Fred ist bald wieder mit seinem früheren Schaffen konfrontiert, wird er doch von einem Abgesandten (Alex Macqueen) des Buckingham Palace aufgesucht, der ihn mit der offiziellen Anfrage konfrontiert, für die Queen persönlich ein Konzert zu dirigieren. Fred überlegt kurz, lehnt dann jedoch ab. Er zieht es vor, zusammen mit Mick und dem im selben Haus abgestiegenen Filmstar Jimmy Tree (Paul Dano) am Pool abzuhängen, um über Gott und die Welt, vor allem aber über die skurrilen, teilweise sehr prominenten anderen Hotelgäste zu philosophieren ...
Längst nicht so gut wie „Ewige Jugend“ fand Mr. Caine übrigens den folgenden Film mit seiner Beteiligung:
"Gott stehe dem armen Publikum bei": Michael Caine fand diesen Thriller so schlecht, dass er Mitleid mit den Zuschauern hatte*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.