Bei Mr. T denken sicherlich die meisten an den muskelbepackten Hünen mit den goldenen Ketten, der als B. A. Baracus in „ Das A-Team“ oder als Gegner von Sylvester Stallone in „Rocky III“ Kinogeschichte schrieb. Genau dieses Bild steht auch im Zentrum einer neuen Netflix-Dokumentation über sein Leben.
Obwohl Mr. T selbst an der Produktion mitgewirkt hat, ist er allerdings alles andere als zufrieden mit dem Ergebnis. In einem Interview macht der heute 74-Jährige aus seinem Unmut keinen Hehl und rechnet öffentlich mit dem Film ab, der eigentlich sein Leben feiern sollte.
"Es ist Müll"
„Untold: Mr. T – I Pity the Fool“ feierte am 8. September seine weltweite Premiere bei Netflix. In einem Interview mit dem britischen Guardian machte der Schauspieler deutlich, wie sehr ihn das fertige Werk enttäuscht hat. Wichtige Aspekte seines Lebens seien schlicht nicht vorgekommen, kritisierte er. Als er den Film zum ersten Mal sah, sei er fassungslos gewesen – für ihn sei das Ergebnis schlicht „Müll“. Man baue ihn erst auf, um ihn danach regelrecht vorzuführen, so sein Vorwurf.
Besonders wurmt Mr. T, dass sein Pastor zwar zwei Tage lang interviewt wurde, im fertigen Film aber gerade einmal 30 Sekunden Sendezeit bekam. Genau das sei symptomatisch für das grundlegende Problem der Doku. Sie konzentriere sich fast ausschließlich auf sein öffentliches Bild als harter Kerl, während sein christlicher Glaube, sein Armeedienst sowie sein jahrzehntelanges Engagement kaum Raum bekämen.
Mr. T geht in seiner Kritik noch weiter und bringt auch die Frage von Repräsentation ins Spiel. Er sieht in der Herangehensweise des Films ein Muster, bei dem ein weißer Filmemacher die Kontrolle über seine Geschichte übernommen und sie nach eigenem Ermessen umgedeutet habe. Im Gespräch mit dem Guardian brachte er es so auf den Punkt: „Wenn du mich nicht kennst, würdest du mich für ein Monster halten.“
Ein weiterer Streitpunkt ist die prominente Rolle seines ehemaligen Agenten Peter Young in der Dokumentation. Die beiden hatten sich einst zerstritten, nachdem Mr. T herausgefunden haben will, dass Young heimlich Verträge in seinem Namen unterzeichnete. Young wiederum wirft seinem früheren Klienten schlechte Karriereentscheidungen vor – etwa dessen Rolle im Film „Freaked“ von 1993. Laut Mr. T habe man ausdrücklich verlangt, Young aus der Doku herauszuhalten, was jedoch ignoriert wurde.
Auch beim Zeitpunkt der Sichtung fühlte sich der Schauspieler übergangen: Die Dreharbeiten hätten bereits im vergangenen Jahr an Ostern begonnen, das fertige Werk habe er aber erst rund einen Monat vor der Premiere zu Gesicht bekommen. Netflix und Regisseur Scott Weintrob äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Für eine ganz anderes Projekt hat sich Netflix gerade die Rechte gesichert. Dabei geht es um eine nur 23 Seiten lange Kurzgeschichte. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
Netflix zahlt 1 Million Dollar für 23 (!) Seiten lange Sci-Fi-Horror-Geschichte: Jetzt soll daraus eine ganze Serie werden*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.