Lilly Wachowski hat Filmgeschichte geschrieben. Ihren weltweiten Durchbruch feierte die Regisseurin vor über 25 Jahren (damals noch als Andy Wachowski) an der Seite von Schwester Lana (damals Larry) mit dem Sci-Fi-Meilenstein „Matrix“. Nach zwei kommerziell extrem erfolgreichen Fortsetzungen realisierten die Wachowski-Geschwister später noch solch ambitionierte, mutige Großprojekte wie „Cloud Atlas“, „Jupiter Ascending“ und die Netflix-Serie „Sense8“.
Obwohl Wachowski ihren Platz in der Kinogeschichte sicher hat und mit „Matrix“ einen der innovativsten Filme der 90er-Jahre realisierte, hat die 58-Jährige jedoch seit über zehn Jahren keinen Film gedreht (für das späte „Matrix“-Sequel „Matrix Resurrections“ war ihre Schwester Lana allein verantwortlich). An mangelnden Ideen oder fehlender Kreativität liegt das nicht. Stattdessen stoßen Wachowskis Story-Ideen mit explizitem Queer- und Trans-Fokus immer wieder auf Widerstand.
Hollywood lässt Lilly Wachowski eiskalt abblitzen
Der Sci-Fi-Actioner „Jupiter Ascending“ (2015) ist Wachowskis bislang letzter Film. Seither hat die aus Chicago stammende Filmemacherin immer wieder versucht, Geldgeber für ihre Projekte zu finden. In einem Interview mit Variety erklärte sie nun, dass die Hollywood-Studios ihre Ansätze einerseits schätzten, andererseits jedoch davor zurückschreckten, Filme oder Serien mit queerer Thematik zu finanzieren.
„Ich habe ihnen viele wunderbare, coole queere und Trans-Geschichten vorgestellt, aber Hollywood wollte nichts davon wissen“, so Wachowski. Und weiter: „Ich finde seit 2022 einfach kein Studio, dass meine Ideen umsetzt.“
"'Star Wars' mit lesbischen Frauen" & mehr: Diese Serien plant Lilly Wachowski
In den vergangenen vier Jahren habe sie versucht, die Studios für etliche Projekte zu begeistern, zwei davon erwähnte sie im Interview explizit, darunter eine geplante Serien-Adaption der queer-feministischen Graphic Novel „Cosmoknights“ von Hannah Templer. Darin schließt sich eine Gruppe queerer Außenseiterinnen zusammen, um in der Galaxie ein patriarchales System zu stürzen.
Wachowski dazu: „Ich wollte bei der Serie unbedingt Regie führen. Es ist eine Art ‚Star Wars‘ mit lesbischen Frauen im Weltall. Wir haben es bei vielen Studios versucht – erfolglos.“ Laut Wachowski seien bereits ein ausführliches Konzept und Promo-Videos vorhanden gewesen.
Auch „Manhunt“, eine ebenfalls als Serie geplante Adaption des gleichnamigen Bestseller-Romans (2022) von Gretchen Felker-Martin, bekam Wachowski nicht finanziert. In der gesellschaftskritischen Geschichte geht es um zwei Trans-Frauen, die in einer dystopischen Welt voller Mutanten ums Überleben kämpfen. Obwohl das geforderte Budget mit rund zehn Millionen US-Dollar für Hollywood-Verhältnisse ziemlich überschaubar ausgefallen wäre, ließen die Studios Wachowski abblitzen.
Weil Hollywood ihre Stoffe nicht finanzierte, gründete Wachowski zusammen mit einigen Weggefährten 2023 die Firma Anarchists United. Darüber produziert sie nun unabhängig kleinere Formate abseits des kommerziellen Studio-Systems und unterstützt junge queere Film- sowie Medienschaffende. Ob sie auch eines ihrer eigenen Regie-Vorhaben auf diese Weise noch umgesetzt bekommt, bleibt weiterhin abzuwarten.
Seit 1999 fragen sich nicht wenige Sci-Fi-Fans, was es eigentlich mit dem grünen Code auf sich hat, der am Anfang von Wachowski wichtigstem und bekanntestem Film über den Bildschirm flackert. Die Antwort von Art Director Simon Whiteley ist ziemlich überraschend:
Wie bitte?! Das steckt WIRKLICH hinter dem grünen Code aus den "Matrix"-Filmen!