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    "Der Herr der Ringe" & "Der Hobbit": Darum ist Peter Jacksons Mittelerde-Saga bis heute einzigartig [Anzeige]
    Von Julius Vietzen — 17.12.2020 um 14:00

    Anlässlich der Veröffentlichung von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“- und „Der Hobbit“-Trilogien als 4K-Blu-ray werfen wir einen Blick zurück auf die einzigartige Entstehungsgeschichte der beiden Mittelerde-Filmreihen.

    Warner Bros.

    „Der größte Low-Budget-Film der Geschichte“ – so beschreiben Regisseur Peter Jackson und Chef-Kameramann Andrew Lesnie die „Der Herr der Ringe“-Trilogie im Bonusmaterial der Extended Edition der Filme.

    Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ sind in der erweiterten Fassung bekanntlich nicht nur deutlich länger als in der Kinofassung, alle drei Filme erhalten auf zusätzlichen Discs auch jeweils umfangreiche (und sehr sehenswerte) Dokumentationsreihen, die die Entstehungsgeschichte von „Der Herr der Ringe“ protokollieren – die sogenannten Anhänge.

    Auf der nun erschienenen 4K-Blu-ray-Version von „Der Herr der Ringe“ sind die Anhänge allerdings nicht enthalten. Stattdessen gibt es dort jeweils die Kinofassung und die längere Fassung der drei Filme. Bei Amazon ist diese aktuell nicht verfügbar, bei MediaMarkt hingegen schon:

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    Bei einem Budget von insgesamt 281 Millionen Dollar für „Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ sind die Aussagen von Jackson und Lesnie natürlich nicht ganz ernst gemeint. Und tatsächlich witzeln die beiden in dem entsprechenden Ausschnitt auch herum. Aber die Aussage hat eben auch einen wahren Kern.

    "Low-Budget"-Blockbuster "Der Herr der Ringe"

    Denn die „Der Herr der Ringe“-Trilogie ist zumindest in Bezug auf die Macher und die Machart wirklich in vielerlei Hinsicht ein Low-Budget-Film. Zum einen ist da Regisseur Peter Jackson, der sich vorher einen Namen mit wahnwitzig blutigen Low-Budget-Splatter-Komödien wie „Braindead“ gemacht und mit „Heavenly Creatures“ und „The Frighteners“ vor „Der Herr der Ringe“ sonst nur zwei eher kleine Filme gedreht hatte.

    Und zum anderen sind da die vielen, vielen Tricks und Hilfsmittel, auf die die Filmemacher*innen zurückgriffen, um Mittelerde auf der Leinwand zum Leben zu erwecken, und die außergewöhnlichen Umstände, unter denen die Trilogie in Neuseeland entstand.

    Um die Größenunterschiede zwischen den kleinen Hobbits und den Menschen abzubilden, arbeitete man so etwa mit so ziemlich jedem Trick, den das Filmhandwerk parat hat. Jackson und Co. setzten Körperdoubles ein, drehten vor Bluescreens und erreichten durch erzwungene Perspektive, dass etwa die Darsteller Elijah Wood (Frodo) und Ian McKellen (Gandalf) unterschiedlich groß wirkten, obwohl sie in einer Szene zusammen zu sehen waren.

    Ein Mammutwerk

    15 Monate drehten Peter Jackson und Co. alle Filme am Stück (von Oktober 1999 bis Dezember 2000), was damals noch recht ungewöhnlich war, doch mit den Jahren (siehe etwa auch „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“) immer populärer geworden ist.

    Wie viel Arbeit die Filmemacher*innen in dieser Zeit in die „Der Herr der Ringe“-Trilogie investierten, wird sehr gut deutlich an den Sets zu Hobbingen und Beutelsend.

    Das Hobbit-Dorf Hobbingen wurde nämlich auf einem Stück Farmland in der Nähe der neuseeländischen Stadt Matamata eigens angelegt, bepflanzt und bebaut und somit in ein beinahe echtes Stück Mittelerde verwandelt, das bis heute besichtigt werden kann.

    "Der Herr der Ringe" & "Der Hobbit": 10 Fakten, die euch Mittelerde mit völlig neuen Augen sehen lassen

    Noch verrückter ist der Aufwand, der für das Beutelsend-Set betrieben wurde: Für die Hobbit-Höhle von Frodo und Bilbo (Ian Holm) wurden nämlich gleich zwei fast identische Sets gebaut – eines im normalen Maßstab für die Hobbits und eines in einem kleineren Maßstab für die Szenen, in denen Ian McKellen als Gandalf Beutelsend besucht.

    Dabei mussten die Sets natürlich identisch ausgestattet werden, und jedes Buch, jeder Kerzenständer und jedes Möbelstück nicht nur zweimal angefertigt, sondern auch exakt gleich platziert werden.

    Alles neu macht "Der Hobbit"

    Bei später entstandenen Vorgeschichte „Der Hobbit“ blieb dann zwar vieles gleich, etwa bei der Besetzung vor und hinter der Kamera und bei den Dreharbeiten, die auch hier als eine einzige, 16-monatige Mammutaufgabe geschultert wurden.

    Dennoch hatte sich die Filmindustrie in den zehn Jahren zwischen den Trilogien gewandelt – und der gigantische Erfolg von „Der Herr der Ringe“ sorgte dafür, dass dieses Mal ganz andere finanzielle Mittel zur Verfügung standen, nämlich 745 Millionen anstatt 281 Millionen Dollar.

    Außerdem brachte Peter Jacksons Entscheidung, „Eine unerwartete Reise“, „Smaugs Einöde“ und „Die Schlacht der Fünf Heere“ in 3D und HFR zu drehen, also mit einer Bildrate, die höher als die normalen 24 Bilder pro Sekunde ist, weitere Herausforderungen mit sich und viele der in „Der Herr der Ringe“ erprobten Tricks funktionierten nicht mehr.

    Wie Jackson und sein Team diese neuen Herausforderungen bewältigten und die „Der Hobbit“-Filme drehten, zeigt das ebenso umfangreiche Bonusmaterial in den Anhängen zu „Eine unerwartete Reise“, „Smaugs Einöde“ und „Die Schlacht der Fünf Heere“, das auf der neuen 4K-Veröffentlichung allerdings ebensowenig enthalten ist wie bei „Der Herr der Ringe“. Dafür gibt es auch dort alle drei Filme in der Kinofassung und als Extended Cut:

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    Überliefert ist etwa die Anekdote, wie der bereits erwähnte Ian McKellen seine Szenen mit „Bilbo“ Martin Freeman und den 13 Zwergen-Darstellern in Beutelsend drehte. Dieses Mal gab es nämlich nicht zwei Sets, stattdessen wurde McKellen auf einem Greenscreen-Set platziert und so später digital in die Szene eingefügt. Teilweise kamen dabei sogar ferngesteuert miteinander verbundene Kameras zum Einsatz.

    Dabei kam McKellen aufgrund der Isolation von den anderen Darstellern durchaus an seine Grenzen und durchlebte eine kleine Greenscreen-Krise, wie das Bonusmaterial zur „Der Hobbit“-Trilogie nicht verschweigt und der Schauspieler auch danach in Interviews immer mal wieder verriet.

    Vielleicht ist das der Preis des Fortschritts. Fest steht auf jeden Fall: Mit einigen netten Gesten und einem offiziellen „Gandalf-Wertschätzungs-Tag“ sorgte die Crew am Set dafür, dass sich der Schauspieler schnell wieder wohlfühlte.

     

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