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    Großartiger Horror in "Fear Street - Teil 2: 1978" auf Netflix: Ein blutiges "Stranger Things" – erst ab 18!
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Ob "Rosemaries Baby", "Halloween", "Cannibal Holocaust" oder "Scream": Pascal liebt das Horrorkino in seiner ganzen verstörenden Schönheit.

    Schon im ersten „Fear Street“ konnte man erkennen, dass sich Netflix hier einmal quer durch die Horrorgeschichte zitiert. „Fear Street – Teil 2: 1978“ macht nun genau dort weiter – und erscheint dabei oftmals wie ein blutiges „Stranger Things“.

    Netflix

    +++ Meinung +++

    Elementar für das Gelingen von „Fear Street – Teil 1: 1994“ waren zwei Dinge: Die charismatischen Protagonisten und eine Leidenschaft für das Horror-Genre, die dem Film in nahezu jeder einzelnen Szene anzumerken gewesen ist. „Fear Street – Teil 2: 1978“, der nun auf Netflix zum Abruf bereit ist, steht dem tollen Erstling in nichts nach. Stattdessen ist die Fortsetzung sogar noch hemmungsloser.

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    Regisseurin Leigh Janiak und ihr Co-Drehbuchautor Phil Graziadei sind echte Genre-Liebhaber und lassen es sich nicht nehmen, den Klassikern des Horrorfilms Tribut zu zollen. Dabei wird „Fear Street 2“ – genau wie der Vorgänger – nicht zum tumben Abfeiern von „Scream“ und Co. Man schafft es hier vielmehr, eine eigene Geschichte zu erzählen, deren Verweise und Referenzen die köstliche Kirsche auf der Sahnehaube sind.

    Darum geht es in "Fear Street – Teil 2: 1978"

    Am Ende des ersten „Fear Street“ nehmen Deena (Kiana Madeira) und Josh (Benjamin Flores Jr.) Kontakt mit C. Berman (als Jugendliche gespielt von „Stranger Things“-Star Sadie Sink, als Erwachsene von „Community“-Star Gillian Jacobs) auf, die es einst schaffen konnte, dem Fluch von Sarah Frier zu entkommen.

    Sie überlebte im Jahre 1978 als einzige das Massaker im Camp Nightwing und erzählt Deena und Josh ausführlich ihre Geschichte. Damit wird sie zu einem entscheidenden Schlüssel, wenn es darum geht, dem Grauen von Shadyside auf den Grund zu gehen – und es womöglich nachträglich zu ändern.

    Nach einer kurzen Einführung, die uns noch einmal im Jahre 1994 empfängt und Deena und Josh zu C. Berman führt, folgt ein Zeitsprung, der uns in das sagenumwobene Nightwing Camp des Jahres 1978 führt. Sehr stimmungsvoll gestaltet sich dabei der Umstand, dass sich Leigh Janiak wirklich den nötigen Raum nimmt, um den Sommerlager-Alltag und seine Camper zu beschreiben.

    Willkommen Sommercamp des Grauens

    Obwohl fast 45 Minuten vergehen müssen, bis das erste Blut fließt und das Nightwing Camp in Aufruhr versetzt wird, hängt „Fear Street 2“ erzählerisch niemals durch. Die Stärken von Leigh Janiak sind nämlich gleichberechtigt verteilt auf das Porträtieren von Charakteren als auch das Entfesseln von reinem Horror.

    Im Zentrum von Teil 2 stehen die junge C. Berman und ihre Schwester (gespielt von Emily Rudd), die zwar zusammen in das Sommercamp gefahren sind, ansonsten aber nur wenige Gemeinsamkeiten aufweisen. So zeigt „Fear Street 2“ erst einmal in aller sonnendurchfluteten Ruhe, wie sich die Schwestern durch das Lager-Dasein zwischen Bogenschießen, Sex, Gras rauchen und Latrinen schrubben bewegen.

    Netflix' "Fear Street: 1994" ist ein Geschenk für Horror-Fans – und besser als jede Stephen-King-Adaption der letzten Jahre

    Dabei wirkt „Fear Street 2“ wie eine hochwertig produzierte Neuauflage der „Freitag, der 13.“-Filme, befindet man sich doch in einer ähnlichen Situation wie bei den Slasher-Klassikern: Natürlich wartet man nur darauf, dass Jason Voorhees endlich zur Tat schreitet. Auch in „Fear Street 2“ dräut in der sommerlichen Normalität jeder Zeit das Wissen, dass es bald Tote geben wird.

    "Stranger Things" und "Freitag, der 13." gehen Hand in Hand

    Dadurch, dass sich „Fear Street 2“ deutlich mehr Zeit nimmt, um auf die Befindlichkeiten seiner jugendlichen Protagonisten einzugehen, mutet der Horrorfilm oftmals wie eine Variation von „Stranger Things“ an: Auch in diesem Netflix-Hit bricht der übernatürliche Schrecken in den Trott ein und führt in seiner Mischung aus Mystery und Coming-of-Age nicht nur zu grausamer Gewalt, sondern auch zu ersten Romanzen.

    Natürlich lassen sich in diesen Tagen des Terrors, die „Fear Street 2“ beschreibt, auch reichhaltige Bezüge auf Stephen King entdecken (dieser wird hier sogar namentlich erwähnt), während (allein aufgrund des Handlungsschauplatzes) „Freitag, der 13.“ über allem thront und immer wieder zitiert wird. Damit wird auch der Gore-Faktor um einiges nach oben geschraubt: Ein mit der Axt gespaltener Schädel ist erst der Anfang!

    Kein Wunder, dass Netflix selbst auch bei diesem Teil erst eine Altersempfehlung ab 18 Jahren ausspricht!

    „Fear Street 2“ knüpft qualitativ genau dort an, wo „Fear Street – Teil 1: 1994“ in der letzten Woche aufgehört hat. Stilistisch richtet man sich natürlich ein Stück weit neu aus, was allein angesichts des Jahres, in dem der Film spielt, sowie des Settings vollkommen verständlich und richtig ist. Die „Fear Street“-Filme sind dabei auch immer durchdrungen von nostalgischen Anwandlungen.

    Neben den Ehrerbietungen an zahlreiche Genre-Meilensteine (auch „Tanz der Teufel“, „Brennende Rache“ und „Blair Witch Project“ sind erkennbar) darf natürlich auch der Soundtrack nicht unerwähnt bleiben. Von Kansas bis David Bowie lässt Leigh Janiak nichts unversucht, um den Zuschauer geradewegs in den 1970er-Jahre zu entführen. Und es funktioniert! Es funktioniert sogar verdammt gut...

    Wenn also alles nach Plan läuft, dann bekommen wir mit Fear Street – Teil 3: 1666“, der am 16. Juli auf Netflix erscheint, einen runden Abschluss der Trilogie und haben eine Horror-Reihe, die das Potenzial besitzt, gerne mehrfach gesichtet zu werden. Ich vertraue Leigh Janiak nach den ersten beiden starken Teilen, dass auch im Finale sowohl der Horror als auch die Figurenzeichnung stimmen.

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