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    Neuer Film von "Inception"-Regisseur Christopher Nolan bei Netflix? Streamingdienst plant Mega-Coup
    28.07.2021 um 18:50
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Ob Lachen mit „Jack & Jill“, Weinen mit „Bambi“ oder Hochspannung in „Heat“. Björn Becher liebt die Kraft des Kinos, ihn zu bewegen.

    Kaum ein Regisseur steht so deutlich öffentlich für das Kino-Erlebnis ein wie Christopher Nolan. Er will, dass seine Filme auf der großen Leinwand gesehen werden. Nun will ihn ausgerechnet Netflix zu sich locken, wie der Streamingdienst bestätigte.

    Warner Bros. / Netflix

    Seit 2017 ist Scott Stuber, früher Führungskraft bei Hollywood-Studio Universal und freier Produzent, bei Netflix für die Entwicklung und den Einkauf von Spielfilmen zuständig. Er hat seitdem viele Coups gelandet – zuletzt einen großen Deal mit Steven Spielberg geschlossen und vor allem seinen alten Weggefährten Zack Snyder exklusiv zum Streamingdienst geholt.

    Doch seinen größten Coup plant Stuber gerade erst, wie er nun dem Magazin Variety verriet: Er will Christopher Nolan zu Netflix holen und den nächsten Film des „The Dark Knight“-, „Inception“- und „Tenet“-Regisseurs herausbringen.

    Der "Dark Knight"-Regisseur sucht eine neue Heimat

    Möglich wird dies nur, weil sich Christopher Nolan mit seinem bisherigen Hausstudio Warner zerstritten haben soll – ausgerechnet Streaming ist der Grund. Die überraschende, mit den meisten Filmemacher*innen nicht abgesprochene Bekanntgabe von Warner, alle Filme im Jahr 2021 parallel zum Kinostart auch auf Streamingdienst HBO Max zu veröffentlichen, soll Nolan (obwohl er selbst nicht betroffen war) so verärgert haben, dass er angeblich nicht mehr mit dem Studio, das in den vergangenen Jahren alle seine Filme finanziert und herausgebracht hat, arbeiten will.

    Für das Nachfolgeprojekt zu seinem jüngsten Film „Tenet“ sucht Nolan daher angeblich eine neue Heimat.

    Obwohl die Trennung Nolans von Warner bislang nicht offiziell ist, will das Stuber ausnutzen. Dem Branchenmagazin Variety verrät der Netflix-Filmchef, dass er aktuell bereits mit Nolan darüber rede. Sobald der seinen neuen Film in Angriff nehme, wolle man bereitstehen:

    „Dann geht es darum, ob wir die Heimat dafür sein können und was wir machen müssen, um das zu realisieren.“

    Nolan und Netflix? Das passt doch nicht!? Doch!

    Auf den ersten Blick scheint es völlig ausgeschlossen, dass Stuber und Netflix überhaupt eine Chance haben. Schließlich will Nolan gerade, dass seine Filme im Kino geschaut werden und soll mit Warner ja gerade wegen Streaming im Clinch liegen. Doch ganz so ausgeschlossen scheint es nicht.

    Denn Stuber erklärt gegenüber Variety, dass er „alles, was er machen könne, machen werde“, um Nolan zu überzeugen. Und das könnten auch massive Zugeständnisse an Kinoliebhaber Nolan sein.

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    Wir können uns vorstellen, dass Netflix zum Beispiel Nolan ein mehrmonatiges exklusives Auswertungsfenster auf der großen Leinwand zugesteht, was nicht einmal Martin Scorsese für „The Irishman“ in der Länge bekam.

    So wäre Nolan womöglich zufrieden, wenn man seinen kommenden Film erst einmal drei oder sechs Monate nur im Kino sehen kann und danach dann nur noch auf Netflix.

    Netflix hat auch Spielberg überzeugt – mit vielen Zugeständnissen

    Dass Netflix zu vielen Eingeständnissen bereit ist, zeigt schon der bereits angesprochene Deal mit Steven Spielberg – eigentlich auch einem Verfechter des Kinoerlebnisses, der Netflix in der Vergangenheit sogar offen kritisiert hat. Im Interview mit Variety freut sich Stuber zwar auf Filme von Spielberg, hofft er werde ähnliche Filme wie „Indiana Jones“ für den Streamingdienst machen ...

    ... doch die Realität sieht anders aus. Netflix hat laut Branchenkreisen so viele Zugeständnisse an Spielberg gemacht, dass er keinen einzigen Film für den Streamingdienst selbst inszenieren muss. Er muss nur eine bestimmte Anzahl von Produktionen seiner Firma Amblin Partners dem Streamingdienst überlassen. Angeblich hat Spielberg aber selbst die volle Kontrolle, welche Filme das sind.

    Mit Will Smith: Netflix schnappt sich heißbegehrten Action-Thriller vom "John Wick"-Macher

    Da bei Amblin – wie bei jeder Firma – auch mal Projekte realisiert werden, die auf dem Papier gut klingen, dann umgesetzt aber doch nicht ganz so gelungen sind, unken einige bereits darüber, dass Spielberg Netflix ein wenig verarscht habe:

    Der Regisseur könnte künftig die besseren Filme weiter ins Kino schicken und den Schrott bei Netflix abladen.

    Als konkretes Beispiel wird der Sci-Fi-Thriller „Captive State“ genannt, der ursprünglich als sehr vielversprechend galt. Zwei Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten wurde der dann doch eher enttäuschende Film im Frühjahr 2019 in wenigen US-Kinos versenkt, in vielen anderen Ländern der Kinostart GANZ gestrichen. In Deutschland erschien er erst Ende 2020 direkt auf DVD, Aufmerksamkeit gab es aber erst, als er im Frühjahr 2021 bei Netflix landete. Genau solche Filme könnte Spielberg künftig direkt zu Netflix schieben, glauben viele.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Captive State"

    Noch ist natürlich nicht sicher, ob Spielberg wirklich so vorgehen wird, zumal auch Netflix irgendwann unzufrieden werden dürfte, wenn man nur maximal Mittelmaß bekommen. Aber das Beispiel Spielberg zeigt, dass der Streamingdienst bereit ist, sehr weit zu gehen, um prominente Namen zu bekommen.

    Daher: Noch ist es nur ein Plan, dass Netflix sich den nächsten Film von Christopher Nolan sichern will. So unrealistisch, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es aber ganz und gar nicht, dass dieser Plan auch klappen kann.

    Noch ist unbekannt, was Christopher Nolan selbst als Nachfolgeprojekt zu „Tenet“, der 2020 in den Kinos lief, plant. Da Nolan ein großer Geheimniskrämer ist, wird es wahrscheinlich so schnell auch keine genauen Details geben, was er so vorhat. Aber angesichts seiner jüngsten Arbeitszyklen erscheint es nicht unrealistisch, dass er aktuell schon am nächsten Drehbuch tüftelt, um das dann 2022 für eine Veröffentlichung 2023 zu drehen.

    Mit dem Hauptdarsteller und der Musik aus "Tenet": Trailer zum Netflix-Verschwörungs-Thriller "Beckett"
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