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    Kräftig verspekuliert?! Neuer "Star Trek"-Film erst einmal gestrichen
    28.09.2022 um 11:27
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Ob Lachen mit „Jack & Jill“, Weinen mit „Bambi“ oder Hochspannung in „Heat“. Björn Becher liebt die Kraft des Kinos, ihn zu bewegen.

    Ende 2022 sollte ein vierter „Star Trek“-Film mit Chris Pine und Co. gedreht werden, Ende 2023 dann in die Kinos kommen. Doch dieser Kinostart für „Star Trek 4“ wurde nun gestrichen. Es schaut aus, als habe man sich beim Studio kräftig verzockt...

    Paramount Pictures

    Eine große Überraschung ist es nicht mehr: Paramount hat den bislang auf den 21. Dezember 2023 gesetzten Kinostart eines weiteren „Star Trek“-Sequels aus dem Kalender gestrichen. Damit war zu rechnen, nachdem der eigentlich als Regisseur eingeplante Matt Shakman von Marvel abgeworben wurde, wo er nach der Serie „WandaVision“ nun auch „Fantastic Four“ inszenieren soll. Doch nicht nur deswegen wird die ganze Sache in Hollywood als sehr peinliche Angelegenheit für Paramount betrachtet.

    Dass Shakman zur Konkurrenz ging, hat nämlich nicht einfach damit zu tun, dass Kevin Feige ihm dort ein besseres Angebot gemacht hat, sondern auch damit, dass ernsthaft zur Debatte steht, ob „Star Trek 4“ jemals kommen wird.

    Denn Paramount hat sich kräftig verspekuliert. Im Rahmen einer großen Präsentation vor Investoren ließ das Studio den für die neuen „Star Trek“-Filme verantwortlichen Produzenten J.J. Abrams ankündigen, dass das Sci-Fi-Abenteuer Ende 2022 mit „unserem Original-Cast“ gedreht wird. Die Investoren waren – wie wohl beabsichtigt – glücklich, dass es endlich mit der beliebten Marke weitergeht. Doch es gab ein Problem...

    Schwierige Verhandlungen mit den Stars

    Denn die von Abrams als „unserer Original-Cast“ bezeichneten Stars wussten im Vorfeld weder, dass eine solche Ankündigung erfolgt, noch, dass sie einen vierten „Star Trek“-Film machen werden. Mit Chris Pine (Captain Kirk), Zachary Quinto (Spock), Zoe Saldana (Uhura) oder Karl Urban (McCoy) hatte bisher niemand gesprochen und sie haben überhaupt keine Verträge für ein weiteres Sequel. Das Ergebnis: Um die Investoren glücklich zu machen, hat sich Paramount in eine unglaublich schlechte Verhandlungsposition mit seinen Stars gebracht.

    Denn die wussten nach der Ankündigung, dass sie Paramount unbedingt brauchte (nachdem das Studio vorher auch mehrere „Star Trek“-Projekte mit anderen Besetzungen ins Auge fasste) sowie auch ein gewisser Zeitdruck besteht. Und sie wollten sich diesen Wert entsprechend vergüten lassen.

    Weil die Schauspieler*innen zudem für die ersten Filme noch relativ wenig Geld bekamen, mittlerweile aber größere Namen in Hollywood sind und höhere Gehälter aufrufen können und die Vergütung sowieso von Sequel zu Sequel steigt, sah sich Paramount plötzlich mit einem Personalbudget konfrontiert, welches weit über der eigenen Planung lag.

    Der Wert der Stars steigt, so werden Sequels teurer

    Als exemplarisches Beispiel dienen hier die kursierenden Zahlen von Chris Pine: Der bekam angeblich 600.000 Dollar für „Star Trek“, 1,5 Millionen Dollar für „Star Trek Into Darkness“ und dann durch Nachverhandlungen sechs statt der ursprünglich anvisierten drei Millionen Dollar für „Star Trek Beyond“. Bei „Star Trek 4“ soll es nun eine Übereinkunft über 13 Millionen Dollar gegeben haben.

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    Auch ärgerlich für Paramount: Im Rahmen der Nachverhandlung des Gehalts für „Star Trek Beyond“ schloss das Studio mit Pine (und wohl auch anderen Co-Stars) eigentlich deutlich günstigere Optionen für einen vierten Teil ab. Die waren aber zeitlich limitiert, hätten also bis zu einer bestimmten Deadline gezogen werden müssen. Das Fenster lief ab, weil man sich zu lange nicht sicher war, ob man wirklich mit „Star Trek 4“ weitermacht.

    Während es bei Pine dann zumindest angeblich eine Übereinkunft gab, soll es bei den Verhandlungen mit einigen seiner Co-Stars kaum Fortschritte gegeben haben, was den Zeitplan in Gefahr brachte. Dies war wohl ein Grund dafür, dass Shakman ausstieg. Der Regisseur sah die Gefahr, dass er fast zwei Jahre lang an einem Film arbeitet, der am Ende dann gar nicht gedreht wird, weil die Stars nicht an Bord sind.

    Gibt’s nun sogar wieder neue Hoffnung?

    Mit der Absage des Starttermins hat Paramount nun zumindest ein wenig Druck vom Kessel genommen. Es kann sein, dass es das endgültige Aus für „Star Trek 4“ ist, aber genauso möglich ist auch, dass Fans nun wieder hoffen dürfen.

    Ohne die konkrete Deadline und das Klammern an ein Projekt mit dem alten Cast, befindet sich das Hollywood-Studio in einer besseren Verhandlungsposition. Nun kann man auch andere Optionen erkunden und den Stars deutlich machen, dass sie dem Studio entgegenkommen müssen, wenn sie die Rolle noch mal spielen wollen.

    Für Fans hat es aber auf jeden Fall den Nachteil, dass die Kino-Ebbe bei „Star Trek“ auch über das Jahr 2023 hinaus anhalten wird. So richtig floriert das Franchise weiter nur dort, wo es einst auch seinen Anfang nahm: auf dem kleinen Bildschirm. Hier gibt es aktuell gleich eine ganze Handvoll an Serien.

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