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    The Scorpion King 3 - Kampf um den Thron
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    1,0
    schlecht
    The Scorpion King 3 - Kampf um den Thron
    Von Robert Cherkowski
    Große Kunst mag anders aussehen – Stephen Sommers‘ Überraschungshit „Die Mumie" von 1999 zaubert trotzdem auch heute noch ein Lächeln auf die Gesichter seiner Fans. Mit kindlicher Freude am Kalauer und anachronistisch-harmloser Abenteuer-Gruselei spielten sich Brendan Fraser, Rachel Weisz und Bösewicht vom Dienst Arnold Vosloo in die Herzen des Blockbuster-Publikums. Mit zwei Fortsetzungen ging es für die Reihe im neuen Jahrtausend allerdings rasant bergab. Auch das Spin-Off-Franchise über den fiesen Skorpionkönig hat sich schnell ins Abseits gespielt. Nachdem Dwayne „The Rock" Johnson in „Die Mumie kehrt zurück" und dem Ableger „The Scorpion King" eine gute Figur gemacht hatte, wurde die Rolle in der Direct-to-DVD-Fortsetzung „Scorpion King: Aufstieg eines Kriegers" mit „Power Rangers"-Recke Michael Copon neu besetzt. Und selbst nach diesem künstlerischen Tiefschlag geht die Talfahrt noch weiter, wie Roel Reinés „Scorpion King 3 – Kampf um den Thron" nun beweist.

    Die Zeiten, in denen der einst so glorreiche Skorpionkönig Mathayus (Victor Webster) mächtig, einflussreich und bei Freund und Feind gefürchtet war, sind lange vorbei. Sein Königreich von einst ist ihm zwischen den Fingern zerlaufen, auch seine geliebte Frau musste er zu Grabe tragen. Mittlerweile schlägt er sich als Desperado und Meuchelmörder durch. Dennoch wird er vom mächtigen König Horus (Ron Perlman) angeheuert, gegen dessen ewigen Widersacher König Talus (Billy Zane) zu Felde zu ziehen. Als Belohnung wird ihm nicht nur ein magisches Amulett, sondern auch Prinzessin Silda (Krystal Vee) in Aussicht gestellt. Da lässt sich der abgehalfterte Ex-König natürlich nicht lange lumpen...

    Nein, hohe Ansprüche darf man an eine Direct-to-Video-Fortsetzung in der Regel nicht stellen – das wussten offenbar auch alle Beteiligten vor und hinter der Kamera. Ron Perlman beherrscht den Spagat zwischen künstlerisch wertvollen Projekten („Hellboy - Die goldene Armee", „Drive") und schundigen Videotheken-Heulern wie diesem mittlerweile im Schlaf. Auch Billy Zane („Titanic") hat seit jeher keine Berührungsängste mit Heimkino-Trash. Die B-Movie-Recken schaffen es Kraft ihrer Exzentrik, den Film wenn schon nicht spaßig, so doch zumindest phasenweise erträglich zu gestalten. Wenn Zanes Bösewicht Talus einem seiner gefangenen Widersacher ganz nebenbei ein Ohr abreißt und hineinblökt wie in ein Telefon, dann kann man sich ein Lächeln kaum verkneifen. Sobald der blasse Muskelprotz Victor Webster als zweiter „The Rock"-Nachfolger dann aber wieder ins Zentrum rückt, wird der Film furchtbar öde.

    Da können auch die hastig runtergedrehten Actionszenen, die kaum voneinander zu unterscheiden sind und meist aus schlecht choreographierten Rangeleien in Wald-und-Wiesen-Ambienten bestehen, nichts mehr retten. Wenn mit vorgeblichen Massenszenen auf den epischen Geist des Originals abgezielt wird, hängt die Kamera ohnehin meist auf Hüfthöhe – ganz einfach um zu kaschieren, dass hier doch nur immer wieder dieselben 15 Mann durchs Dickicht preschen. Dass ein Auftritt des Internet-prominenten Hinterhofschlägers Kimbo Slice wirklich das Action-Highlight des Films bietet, spricht Bände. Regisseur Roel Reine, der sich schon mit der Fortsetzung des „Death Race"-Remakes als Totengräber spaßiger Genre-Reihen erwiesen hat, bemüht sich garnicht erst, hier mehr als eine schlichte Auftragsarbeit abzuliefern.

    Auch wenn das Dwayne-Johnson-Vehikel „The Scorpion King" kein Abenteuer- und Barbarenfilm-Meilenstein war, so verströmte der Film doch ausreichend archaisch-exotischen Charme, um mehr als eine Randnotiz in der Kinokarriere des „Fast & Furious Five"-Stars zu sein. In den besten Momenten kamen dabei auch ohne die Tiefe des John-Milius-Klassikers Erinnerungen an Arnold „Conan der Barbar" Schwarzenegger auf. Diese Assoziation ist beim lendenlahmen Sequel „Scorpion King 3 – Kampf um den Thron" nahezu unmöglich; am ehesten legt Reines Arbeit noch den unheilvollen Vergleich mit Uwe Bolls Genre-Tiefpunkt „Schwerter des Königs" oder Marcus Nispels gescheitertem Reboot „Conan" nahe.

    Fazit: Ohne Markennamen würde „Scorpion King 3 – Kampf um den Thron" gleich im Meer x-beliebiger DVD-Premieren untergehen. Wer Lust auf orientalische Mythenklopperei hat, legt am besten einfach nochmal das spaßige „The Rock"-Original ein.
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