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    Offiziell: 2018 war das schlechteste deutsche Kinojahr seit 1992
    Von Carsten Baumgardt — 06.02.2019 um 16:45
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    Die Filmförderungsanstalt (FFA) hat am heutigen Mittwoch (6. Februar 2019) in einer Studie die abschließenden Zahlen für das Kinojahr 2018 bekannt gegeben – und die Werte sind so katastrophal wie befürchtet.

    Walt Disney

    Wie wir schon Anfang Januar nach Kenntnis der Vorabzahlen für das Kinojahr 2018 berichteten, hat die Branche im Vorjahr einen Tiefpunkt erlebt. Aus der Studie der FFA geht hervor, dass in Deutschland 2018 nur 105,4 Millionen Kinotickets verkauft wurden – das entspricht einem Minus von 13,9 Prozent gegenüber 2017. Auch der Umsatz hatte zu leiden und schrumpfte um 14,8 Prozent auf 899,3 Millionen Euro. Zuletzt wurden 1992 mit 105,9 Millionen ähnlich wenige Kinokarten an die Kundschaft gebracht.

    FFA-Vorstand Peter Dinges versucht erst gar nicht, die Zahlen zu kaschieren:Das Kinojahr 2018 war schlecht, da gibt es nichts zu beschönigen“, erklärt er, gibt aber dennoch etwas Hoffnung: „Wir hatten ein gutes Mittelfeld, aber die Blockbuster fehlten. Zum Schluss hat das letzte Jahr aber gezeigt, dass Kino nach wie vor erfolgreich sein kann, wenn Qualität und Rahmenbedingungen stimmen. Im vierten Quartal gestartete Filme wie ‚Bohemian Rhapsody‘ und ‚Phantastische Tierwesen 2‘ laufen gut, und ‚Der Junge muss an die frische Luft‘ liegt jetzt schon bei knapp 2,8 Millionen Besuchern.

    Kein Film kommt über die 4-Millionen-Marke

    Kein Film kam 2018 über die Marke von vier Millionen Besuchern – und nur drei überhaupt auf mehr als drei Millionen. So gewann „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ mit 3,6 Millionen Besuchern vor „Avengers: Infinity War“ (3,4 Millionen) und „Fifty Shades Of Grey 3“ (3,0 Millionen) das Jahr. Erfolgreichster deutscher Film war „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit 1,8 Millionen Zuschauern. Diese Zahl soll mit einer Wiederaufführung zu Ostern 2019 über die Zwei-Millionen-Schwelle gebracht werden, wie Warner Bros. bei seiner Präsentation auf der Filmwoche München vor zwei Wochen verkündete. Weil die FFA für ihre Studie nur die Zahlen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 bewertet, ist Caroline Links „Der Junge muss an die frische Luft“ nicht auf Platz 1 der deutschen Filme. Die Hape-Kerkeling-Biografie startete erst am 25. Dezember 2018, wird aber sehr bald die drei Millionen Besucher überschreiten.

    Warner Bros.
    Soll Ostern 2019 wieder in die Kinos kommen: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer"

    Auch wenn dem deutschen Film die Megahits à la „Fack Ju Göhte“ oder „Willkommen bei den Hartmanns“ fehlen, bleibt der Marktanteil bei 23,5 Prozent (2017: 23,9 Prozent) stabil, während die US-amerikanischen Filme mit einem Minus von 14 Prozent (64,7 Millionen Besucher) Feder lassen mussten. Insgesamt wurden 29 Filme 2018 zu Besuchermillionären, darunter auch sechs deutsche Produktionen: Neben „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“ noch „Die kleine Hexe“ (1,6 Millionen), „Dieses bescheuerte Herz“ (2017 gestartet, aber 1,4 der 2,1 Millionen in 2018), „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ (1,1 Millionen), „Der Vorname“ (1,1 Millionen) und „Sauerkrautkoma“ (1,0 Millionen).

    Was die Studie sonst noch an Fakten hergibt, in Kürze:
    • Die Zahl der erstaufgeführten deutschen Filme sinkt von 233 auf 228 (142 Spielfilme, 86 Dokumentarfilme, 18 Kinderfilme, 9 Animationsfilme und 98 internationale Koproduktionen)
    • Die Ticketpreise sind erstmals seit 14 Jahren rückläufig und um ein Prozent gesunken (auf 8,54 Euro im Schnitt)
    • Der Marktanteil von 3D-Vorstellungen liegt mit 16,3 Prozent (17,1 Millionen Tickets) so niedrig, wie seit der Einführung 2009 nicht mehr
    • Die Zahl der Kinostandorte ist auf 905 gestiegen (2018: 899) – bei 4.849 Leinwänden und 795.686 Sitzplätzen
    • 2018 starteten 576 Filme in den Kinos (2017: 587)

    Die Kinobranche will sich mehr um ihre Kunden kümmern

    Insgesamt sind die miesen Zahlen für 2018 beunruhigend, selbst wenn durch die Fußball-Weltmeisterschaft und den Jahrhundertsommer mildernde Umstände gelten. Das Programm war dennoch verhältnismäßig schwach, vor allem in der Spitze. Das wird 2019 zumindest besser, wenn mit potenziellen Blockbustern wie „Der König der Löwen“, „Star Wars 9“ und „Die Eiskönigin 2“ drei sichere Kandidaten für vier bis fünf Millionen Besucher am Start sind und mit „Avengers: Endgame“, „Pets 2“ und „Aladdin“ drei weitere Werke mit mehr als drei Millionen Besuchern erwartet werden.

    Die Kinowirtschaft ist trotzdem alarmiert. Auf der Filmwoche München, wo die Verleiher über mehrere Tage der Branche ihr Jahresprogramm präsentierten, waren sich die Beteiligten aller Firmen in ihren Appellen einig, dass man das Problem endlich ernst nehmen und etwas gegen den Zuschauerschwund unternommen werden müsse. Tenor: Die Kinos und Verleiher müssen sich wieder mehr um den Kinokunden kümmern. Denn der hat es sich in letzter Zeit mit den Angeboten der großen Streamingportale wie Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome & Co. zuhause bequem gemacht. Das Kino will um seine Kundschaft kämpfen. Wir sind gespannt, welche Maßnahmen ergriffen werden. Ein gutes Line-Up für 2019 ist schon mal ein Anfang.

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    Kommentare
    • John Morgan
      Der Geschmack des deutschen Kinopublikums überrascht mich jedes Mal aufs neue.
    • Luphi
      Gemeint war auch nicht Qualität im Sinne von Qualität. Sondern vor allem im Sinne von: Das Kinojahr 2018 hatte einfach nicht viel zu bieten. Erst recht nicht viele große Filme oder Filme, die sich durch Mundpropaganda zu Hits entwickelt haben. Die Quantität war ja quasi unverändert zum Vorjahr und trotzdem gab es so einen massiven Einbruch.
    • The WUGG
      Habe 3 Filme im Kino gesehen und einen vierten aus dem Jahr auf DVD- die fand ich auch gut. ( Greatest Showman, Mamma Mia 2, Deadpool und Avengers).Doch Dann: Solo......puhhh der war echt grausam. Er hat Episode II abgelöst in meinem Worst Star Wars Ranking. Alleine das Zusammentreffen mit Chewie und Oh gott Lando...und dieser unerklärte Darth Maul Cameo ...Die könnten den Film zusammen mit Karawane der Tapferene, Kampf um Endor und der aufbereiteten Version des Holiday Specials in eine DVD Box packen und es Die Dunkle Seite des Merchandiese nennen.Von Hansie Howard zu seiner Tochter und dem damit verbundenen Film Jurassic World 2. Ich finde Teil 1 die beste Fortsetzung! Schon alleine wegen der Tatsache das der Park nun in Aktion zu sehen war. Aber der 2. Teil hat den Charme von1 mit Füßen getreten. Schon wieder ein Böser Bösewicht der Böses mit dem Bösen Dino vorhat? Die ganze Insel abfackeln und damit ALLE Dinos die noch da waren töten? Das dämliche Ende damit man einen Grund hat die Dinos raus zu lassen....Ich bin maaßlos Enttäuscht und froh den nicht im Kino gesehen zu haben.......und dabei mag ich Kino wirklich!
    • meruem
      Es laufen auch kaum Filme im O-Ton. Lego Movie 2 hätte ich mir angeguckt. Läuft wo ich wohne nicht im O-Ton. Creed 2 hätte ich mir angeguckt. Läuft hier nur Sonntags um 23:00 im O-ton. Ja, blöd wenn man Montags früh arbeiten muss.Aber nee, die Synchro tu ich mir bei keinem Film freiwillig an.Dann warte ich lieber auf die Blu-Ray.
    • Filmfan
      Dann gehört dein Kino nicht dazu. Glückwunsch. Mein Kino (Cinestar) legt leider bei Überlänge Pausen ein.
    • Bruce Wayne
      2018 war ja auch ein grausiges Jahr für Filme an sich. Das hat zwar nur bedingt etwas mit den Besucherzahlen zu tun, aber ich persönlich habe seit 2011 kein so schwaches Kinojahr mehr erlebt.
    • Jimmy v
      Das entscheidet ja jedes Kino letztlich auch selbst. Ich hatte bei TLJ damals Pause und das fand ich allein des Pinkelns wegen schon mal ganz gut. ;)
    • Jimmy v
      Die Konsequenz ist richtig: Kinobetreiber müssen sich mehr um ihre Kunden kümmern. Im Kino ist es immer noch zu laut, zu viel Werbung, zu üble Auswahl und, ja, auch zu teuer.
    • Jimmy Conway
      Siehe oben. Und ich wette, dass hast du auch die Jahre zuvor gesagt und wirst es wieder dieses/nächstes Jahr verwenden :-)
    • Jimmy Conway
      Über die Qualität wird doch immer gejammert, nicht erst seit 2018. Das ist kein Argument, denn Qualität hat nichts mit Popularität zu tun.Mit Avengers, Jurassic Wolrd, Mission: Impossible, Solo gab es genug Blockbuster. Ist halt doch nicht alles Star Wars oder James Bond (Solo mal ausgeschlossen), die immer über 4 oder 5 Mio. anziehen. Und Tolkien/Jackson kann auch nicht immer herhalten.
    • Jimmy Conway
      Wegen den Pausen frage ich mich, welche Kinos? Und einige zeigen auf der Homepage an oder stellen sogar zur Wahl mit Pause oder regulär (Cinemaxx zum Beispiel)Ansonsten hatte ich zuletzt bei Spectre in einem Kino die unsinnige Pause, in einem anderen Kino wieder nicht.Spectre war wohl der letzte Film, den ich sah, wo die eine Pause reingehauen haben. Selbst bei Django Unchained oder eben M:I Fallout oder Star Wars - The Last Jedi gab es keine.
    • Jimmy Conway
      So ganz aktuell ist FS nicht! Bohemian Rhapsody ist aktuell mit 3.018 Mio. auf den dritten Platz und der Kerkeling Film mit 2.78 Mio könnte auch noch die 3 Mio. knacken.Ändert natürlich nichts daran, dass das Kinojahr Zuschauermäßig mickrig war.
    • GamePrince
      Bei mir im Freundeskreis ist das liebe Geld das größte Problem.Wenn ich frag, ob wir ins Kino gehen, ist Geld der Hauptgrund für Absagen - auch wenn es um Bar oder Clubs geht.Verdient halt nicht jeder 3000 € - wie es Gerüchte besagen. ;-P
    • Fa B
      Naja, bei den Filmen heutzutage, überleg ich inzwischen auch zwei Mal, ob ich wirklich ein Ticket lösen soll ... Man kennt ja seine Pappenheimer mittlerweile.
    • Joachim M.
      Kein Wunder nur Mama und Kind Kino geschnippelt auf FSK 12 getrimm.Das machen halt manche nicht mehr mit - wenn denn dann - kann man auch warten bis die Filme auf DVD oder BD kommen oder auf Netflix gezeigt werden da löhnen wir sowieso jeden Monat 10 Euro.
    • Nicolas F.
      Es lag wohl eher nicht an der Filmauswahl, sondern viel mehr an der WM und dem generell Kinobesucherrückgang wegen den immens hohen Preisen.
    • Filmfan
      Wundert mich nicht. Unattraktiv wie Kinos hierzulande sind. Ich ziehe mein Heimkino vor. Geh nur noch in ausgewählte Filme die ich unbedingt vorab sehen will. Dazu kommt diese unsäglich dämliche Pause die bei Überlänge eingelegt wird.
    • Dennis Beck
      Heißer ewig langer Sommer, WM (obwohl dieser Grund nicht ganz so zählt; war ja früh Feierabend), belangloses Line-Up, hohe Preise, Konkurrenz (??) durch Streaming-Angebote. Leider kein Wunder. Hatte es das Kino in der deutschen Gesellschaft ohnehin nie leicht, verliert es immer mehr. Die Kinobetreiber müssen aufwachen und kämpfen!
    • Luphi
      Die Qualität des Kinoprogramms hat da natürlich ebenso reingespielt, wie die WM, der heiße Sommer und möglicherweise auch die hohen Preise. Die insgesamt gesunken Preise würde ich eher auf die gesunkene Zahl der 3D-Vorstellungen zurückführen, wodurch natürlich auch weniger Aufschläge in die Ticketpreise einfließen. Gemessen daran sind die Grundpreise dann wohl eher gestiegen. Oder wurden diese Aufschläge in der Studie bereits herausgerechnet?
    • Sentenza93
      2018 war generell ein schwaches Kinojahr.
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