Die FILMSTARTS-Kinotipps (10. bis 16. November)
von Annemarie Havran ▪ Mittwoch, 9. November 2011 - 12:00

FILMSTARTS bietet euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Wir empfehlen die besten Neustarts der Woche und erinnern an sehenswerte Filme, die noch immer in den deutschen Kinos laufen.

 

 

Film der Woche: "Der König der Löwen"

 

Es gibt zahlreiche Gründe, sich die Wiederaufführung von Disneys Meisterwerk „Der König der Löwen“ im Kino anzusehen. Wer den zu Herzen gehenden Zeichentrickfilm bereits in seiner Jugend auf der Leinwand erlebte, kann noch einmal in nostalgischer Erinnerung schwelgen. Wer sich zu jüngeren Semestern zählt und die Abenteuer von Simba, Timon, Pumbaa und Co. nur vom kleinformatigen Fernsehbildschirm kennt, wird sich im Kino beispielsweise an der grandios-epischen Eröffnungsszene in einer ganz neuen Dimension erfreuen. Und zu denjenigen, die sich diese ergreifende Parabel noch nie zu Gemüte geführt haben, lässt sich nur sagen: Ab ins Kino und Disney-Magie at its best genießen! Zusätzlich zu der spannenden Geschichte und der oscarprämierten Musik von Hans Zimmer und Elton John gibt es auch neue Schauwerte: Das Trick-Abenteuer wurde in 3D konvertiert und nun traben die wilden Tiere Afrikas noch imposanter über die Leinwand als zuvor.

 

 

 

"Meek's Cutoff"

 

Spätestens seit dem Coen-Hit „True Grit“ ist der Western im Kino wieder salo(o)nfähig. Regisseurin Kelly Reichardt engagierte erneut den Star aus ihrem Vorgängerfilm „Wendy and Lucy“, die oscarnominierte Michelle Williams, und drehte mit ihr und Newcomer Paul Dano („Cowboys & Aliens“) ein spannendes Porträt dreier Familien im Kampf ums Überleben. Lebensspendendes Wasser wiegt mehr als Gold und gegenseitiges Misstrauen unterminiert jede noch so eingeschworene Gruppe, das müssen die Siedler des von Stephen Meek (Bruce Greenwood) angeführten Trecks bald lernen. Statt Lagerfeuer-Romantik regiert hier die knallharte Realität und Reichardt erzählt die erschütternde Geschichte in eindrucksvollen Bildern von einsamen Weiten und müden Reitern. Ein Western-Drama auf wirklichkeitsgetreuen Independent-Pfaden, das trotz vorherrschender Stille viel zu sagen hat.

 

 

 

"Cheyenne - This Must Be The Place"

 

Allein schon Sean Penns verrückte Vogelnest-Frisur dürfte das Eintrittsgeld wert sein. Der Oscar-Preisträger spielt einen in die Jahre gekommenen Rockstar, der aus seinem tristen Alltag in Irland ausbricht, um in den USA den Nazi-Folterer seines kürzlich verstorbenen, jüdischen Vaters ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Die Prämisse des Films hört sich reichlich bizarr an, zusammen mit Sean Penns schrägem Look hätte das Drama auch unfreiwillig komisch ausfallen können. Doch das Gegenteil ist der Fall und Regisseur Paolo Sorrentinos („Il Divo“) Rechnung geht auf: Wie so oft ist auch in „This Must Be The Place“ der Weg das Ziel und Cheyennes Suche nach dem greisen Nazi Alois Lange (Heinz Lieven) gerät zu einem tragikomischen Road-Trip quer durch die USA, der in exzellenten Bildern des Kameramannes Luca Bigazzi erzählt wird. Der verlebte Alt-Rocker bleibt aber bei weitem nicht die einzige skurrile Figur, die dem Zuschauer präsentiert wird. Cheyenne auf dieser Reise begleiten zu dürfen, ist ein melancholisch-schönes Erlebnis, das auch nach dem Zuschauen nachhaltig in Erinnerung bleibt.

 

 

 

"Eine dunkle Begierde"

 

Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Keira Knightley – ein Traum-Trio. Für die von den drei Stars gespielten Figuren in David Cronenbergs historischem Thriller-Drama „Eine dunkle Begierde“ ist ihr Zusammentreffen jedoch nicht unbedingt die glücklichste Fügung: Fassbender und Mortensen spielen die berühmten Psychoanalytiker Carl Gustav Jung und Sigmund Freud, die beide den Reizen der geheimnisvollen jungen Russin Sabina (Knightley) erliegen. Wie so oft in Film und Realität sorgt die Ménage à Trois für reichlich emotionale und auch intellektuelle Verwirrungen… Derart dialoglastig hat man Cronenberg („Tödliche Versprechen“) bislang selten erlebt, doch bei der Verfilmung eines Theaterstückes verwundert das kaum. Statt Körperlichkeit steht hier die Psyche im Vordergrund, deren Erforschung sich Jung und Freud zur Aufgabe gemacht haben. Dass der biografische Stoff nicht zur blutleeren Geschichtsstunde verkommt, liegt vor allem am hinreißenden Spiel Keira Knightleys, die ihrer Figur Sabina Spielrein überzeugend Leben einhaucht und nicht nur die beiden Männer auf der Leinwand in ihren Bann zieht, sondern auch den Zuschauer im Kinosaal.

 

 

Läuft schon länger, aber lohnt sich trotzdem:


 

 

"Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'"

 

Wenn zwei der bedeutendsten noch aktiven Filmemacher sich für ein Projekt zusammenschließen, steigt die Erwartungshaltung unvermeidlich ins Unermessliche. Doch Regisseur Steven Spielberg und Produzent Peter Jackson halten diesem enormen Druck stand und fahren mit ihrem phantastischen 3D-Animations-Abenteuer „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der ‚Einhorn‘“ nicht weniger als eine Revolution des Genres auf. Als Reporter Tim (Jamie Bell) auf einem Trödelmarkt ein Schiffsmodell der legendären, vor Jahrhunderten gesunkenen „Einhorn“ in die Hände fällt, sind ihm bald zwielichtige Gestalten auf den Fersen. Der dickliche Amerikaner Barnaby (Joe Starr) und der undurchsichtige Sakharin (Daniel Craig) wollen Tim die Antiquität abjagen und bieten ihm viel Geld. Als er ablehnt, gerät Tim in Lebensgefahr. Spielbergs im sogenannten Performance-Capture-Verfahren gedrehte Verfilmung des Kult-Comics von Hergé ist atemberaubendes Animations- und Abenteuerkino, das der Vorlage jederzeit gerecht wird und neue Standards definiert.

 

 

 

"Real Steel"

 

Die Idee klingt erstmal trashig: In der Zukunft steigen nicht mehr menschliche Kontrahenten in den Boxring, sondern hochgezüchtete Kampfroboter, die sich unter dem Gejohle der Zuschauermassen bei Untergrundkämpfen die Blechbirnen einschlagen. Aber in den Händen von Familienfilm-Regisseur Shawn Levy („Nachts im Museum“) gerät der Science-Fiction-Boxfilm „Real Steel“ mit Superstar Hugh Jackman nicht annähernd so düster, wie die Prämisse des Films vermuten ließe. Stattdessen richtet sich Levy mit seinem Film vielmehr an Kinogänger jeden Alters: Dieser „Rocky“ mit Robotern ist kurzweilige Blockbuster-Unterhaltung ohne Tiefgang, aber dafür mit Herz.

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Kommentare

  • digital-bath

    Na super, Meek's Cutoff läuft in genau 8 Städten in Deutschland :-(

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