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    Kleiner starker Panda
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Kleiner starker Panda
    Von Christian Horn
    Auf der 3D-Welle schwimmt der Kinder- und Animationsfilm schon lange mit, Disney hat aber selbst mit der dreidimensionalen Wiederaufführung von „Der König der Löwen" einen überraschenden Erfolg erzielt, und die Konkurrenz von DreamWorks kann nicht nur mit den starken Ergebnissen von „Der gestiefelte Kater", sondern auch mit der Bilanz der Fortsetzung „Kung Fu Panda 2" zufrieden sein. Für die belgisch-spanisch-deutsche Co-Produktion „Kleiner starker Panda" wurden nun mit dem bärigen Titelhelden und mit der 3D-Technik zwei der erfolgreichen Hollywood-Trends aufgegriffen. Dabei setzen die Regisseure Michael Schoemann („Die Abenteuer von Pico und Columbus") und Greg Manwaring („Hilfe, ich bin ein Fisch") ihre eigenen Akzente und sprechen mit ihrem aufklärerischen Trickfilm in erster Linie das ganz junge Publikum an. Aber auch die elterliche Begleitung kann zufrieden sein, denn „Kleiner starker Panda" ist kompakt erzählt, liebevoll umgesetzt und auch für die Älteren kurzweilig.

    Die guten Geister der Panda-Urahnen sehen ein großes Unheil voraus: Der Bambushain ihrer Artgenossen fällt bald einer Überschwemmung anheim, weil ein Staudamm in der Nähe bricht. Als Retter in der Not soll laut Prophezeiung der kleine Manchu (Stimme: David Kunze) fungieren. Während sein Vater schon vor der Geburt einem Jäger zum Opfer fiel, will Mama Chu (Helga Sasse) den Sohn mit aller Macht vor jedem Unheil beschützen - Ausflüge hinter den Schutzwall aus Bambus sind streng verboten. Die Neugier treibt Manchu dennoch in den Wald, wo er bald erkennt, dass der Baumbushain in Gefahr ist. Gemeinsam mit dem Panda-Mädchen Chi Chi (Vivien Gilbert), dem roten Panda Konfusius (Santiago Ziesmer) und dem ängstlichen Leoparden-Mädchen Jung Fu (Friedel Morgenstern) will Manchu die bedrohten Tiere retten und in ein sicheres Gebiet evakuieren. Doch bald merkt der junge Held, dass er die Erwachsenen nur mit Tricks zum Zuhören bewegen kann...

    Von Anfang an erzählen Schoeman und Manwaring ihre Geschichte ohne Umschweife und inszenieren auf den Punkt. Zwar kommen sie nicht an den formalen und thematischen Reichtum des neuesten „Winnie Puuh"-Abenteuers heran, aber sie punkten mit schönen handgemalten Bildern sowie einem durchaus gelungenen 3D-Effekt und es gelingt ihnen, ihre Zeitgeist-Themen in ein modernes und sympathisches Märchen zu verpacken. Dass sich Manchu ganz im Sinne des Pink-Floyd-Klassikers „Another Brick In The Wall" („We Don't Need No Education") hartnäckig gegen seine sorgenvolle Mutter und die vorgestrige Panda-Oberlehrerin auflehnen muss, stellt dabei nur einen von vielen geschickt hergestellten Bezügen zur „echten" Welt her, denn „Kleiner starker Panda" beflügelt die Neugier der Kinder, gibt ihnen ein Vorbild und macht ihnen Mut, die eigene Stimme zur Geltung zur bringen - schließlich liegt es wohl an der Generation der Nullerjahre, die Zerstörung der Natur abzuwenden – und die echten Pandabären sowie die restliche Natur zu schützen.

    Die ökologische Botschaft wird dem jungen Publikum nicht etwa mit dem Vorschlaghammer verabreicht, sondern gleichsam nebenbei in eine unterhaltsame Geschichte gekleidet, die Filmemacher verzichten auf die im Kinderkino sonst oft übliche gluckenhafte Bevormundung, sondern regen zum eigenen Denken an. Nicht ohne Grund verweist eine Texttafel vor dem Abspann auf das reale Sterben der Pandas. Darauf aufmerksam zu machen, dass es im Tierreich keine Unterscheidung zwischen Gut und Böse gibt, und dass sowohl die Jäger als auch die Gejagten ums Überleben kämpfen müssen, ist ein weiteres Anliegen, das im Film überzeugend zum Ausdruck kommt. Das Problem ist der Mensch: So ist es kein Zufall, dass ausgerechnet zwei sehr menschenähnliche und rauflustige Berggorillas, die augenscheinlich als Parodie auf Vitali und Wladimir Klitschko angelegt sind, den flüchtenden Pandas den Weg über eine marode Brücke versperren – ganz abgesehen von der Grube, die Bauarbeiter einer Leopardin auf Futtersuche graben.

    Fazit: „Kleiner starker Panda" ist ein farbenfroher und humorvoller Zeichentrickfilm mit durchaus ansehnlichen 3D-Bildern. Nebenbei wird in der charmant umgesetzten Panda-Fabel eindrücklich von der ökologischen Katastrophe unserer Zeit erzählt, ohne die kleinsten Kinogänger zu überfordern.
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